Gut Berentrop: Ein Teil unter Denkmalschutz

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Das Gartenhäuschen und ein Großteil des Hauptgebäudes wird unter Denkmalschutz gestellt. ▪

NEUENRADE ▪ Im Prozess um den Gutshof Berentrop einigten sich die Parteien gestern vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg auf einen Vergleich.

Bereits 2004 hatte die Denkmalbehörde angezeigt, dass es sich bei dem Gut um denkmalwürdige Gebäude handelt. Damals hatte der Eigentümer des Hofes keine Stellungnahme dazu abgegeben.

Am 21. April letzten Jahres war dem Eigentümer schließlich eine Verfügung der Stadt zugegangen, die die Aufnahme des Gutshofes in die Denkmalschutzliste erklärte. Am 25. Mai hatte sich der Eigentümer mit einer Klage gegen diese Entscheidung an das Verwaltungsgericht gewandt. Nach ausführlichen Ortsbegehungen trafen die Parteien gestern nun erneut aufeinander. Die Beklagtenseite machte nochmals deutlich, warum Teile des Hofes unter Denkmalschutz gestellt werden sollten. Im Jahre 1220 war erstmals in alten Schriften ein Kloster an der Stelle des heutigen Hauptgebäudes genannt. Nachdem das Kloster 1356 in weltliche Hände übergeben worden war hatte ein Brand 1815 einen Großteil des Anwesens zerstört. 1906 waren die Gebäude an eine industrielle Familie aus Altena verkauft worden. Nördlich des Gutshauses hatten die Bewohner ein Familiengrab angelegt. 1919 war es dann zu Umbaumaßnahmen gekommen. Die Beklagtenseite erklärte gestern, dass es sich bei den Gebäuden um wichtige Zeugnisse vergangener Zeiten handelt. Insbesondere der 1919 eingebaute Kamin und ein Wintergarten geben Einblicke in die damalige Lebensweise. Zumindest das Hauptgebäude und ein sechseckiges Gartenhäuschen müssten auf die Liste der denkmalgeschützten Güter. Schließlich zeigten sich beide Seiten gestern kompromissbereit. Nachdem bereits Vorbauten der Seitenflügel, das Obergeschoss des Wintergartens, die Fenster sowie die inneren Einbauten der Seitenflügel aus dem Denkmalschutz herausgelassen wurden, verzichtete die Denkmalbehörde gestern zusätzlich auf den kompletten nordostwärtigen Flügel, soweit dieser die Nordostfassade des Hauptgebäudes überragt. Zudem stimmten die Beklagten zu, sich bei einem festgesetzten Streitwert von 5000 Euro, zu einem Drittel an den Verfahrenskosten zu beteiligen. Damit wird zukünftig das Gartenhäuschen und ein Großteil des Hauptgebäudes vom Gutshof Berentrop unter Denkmalschutz stehen.

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