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Erste Schnellladestation für E-Autos in Neuenrade

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Von: Peter von der Beck

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Jens Hilgert präsentiert die neuen Schnellladestationen. Damit hat er ein Alleinstellungsmerkmal.
Jens Hilgert präsentiert die neuen Schnellladestationen. Damit hat er ein Alleinstellungsmerkmal. © Peter von der Beck

Auf dem Parkplatz von Arens & Hilgert hagebau in Neuenrade stehen nun zwei Schnellladesäulen. Vier Autos können hier flott aufgeladen werden. Es sind wohl die ersten Schnellladestationen in der weiteren Umgebung.

Neuenrade – Der Blick auf die Landkarte mit Ladestationen via „Charge-Finder“ im Internet zeigt ganz klar: Weit und breit ist der Standort bei Arens & Hilgert am Hagebaumarkt die einzige Schnellladestation. Vier Fahrzeuge des CCS-Standards können in der westlichen Ecke des Parkplatzes gleichzeitig aufgeladen werden. Jens Hilgert freut das natürlich. Der Geschäftsführer von Arens & Hilgert kann Kunden so einen zusätzlichen Service bieten. „Bei uns schnell einkaufen und anschließend mit dem vollgeladenen Wagen und der Hagebaumarkt-Ware nach Hause fahren.“

Hypernetz des EnBW

Dass die Schnellladestationen von EnBW am Baumarkt stehen, hat sich schnell herumgesprochen, die Säulen werden gut genutzt. Mit den Stationen verdichtet das Energieunternehmen EnBW (Energie Baden-Württemberg) weiter das nach eingenen Angaben „größte flächendeckende Schnelllade-netz in Deutschland“ – das Hypernetz. Immerhin mehr als 750 Schnellladestandorte hat das Unternehmen bereits in Betrieb. Zudem handelt es sich um einen öffentlichen Schnellladestandort für Elektroautos. Wie Jens Hilgert erklärte, stehen die Säulen rund um die Uhr zur Verfügung. Wie EnBW erläuterte, handelt es sich um „zwei hochmoderne Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 150 Kilowatt und den gängigen Anschlüssen.“ Dort können E-Auto-Besitzer, „je nach Aufnahmeleistung des Fahrzeugs in nur zehn Minuten Strom für 100 Kilometer Reichweite laden.“ Wie an allen Ladepunkten der EnBW nutze das Energieunternehmen auch in Neuenrade „100 Prozent Ökostrom“.

2500 Schnellladestationen bis 2025

In einer Pressemitteilung verspricht EnBW, dass das „engmaschige Schnelllade-netz Fahrern erlaube, ihr E-Auto dort zu laden, wo es schnell weitergehen soll oder wo das Fahrzeug sowieso steht: auf Raststätten entlang der Autobahn, im urbanen Raum oder direkt auf dem Parkplatz eines Supermarktes“, sagt Timo Sillober, der als Chief Sales & Operations Officer auch den Ausbau der Elektromobilität bei der EnBW verantwortet. Sind es derzeit 750 Schnellladestandorte, so will man bis 2025 sogar 2500 Schnellladestandorte deutschlandweit betreiben. „Das sind mehr Standorte, als es bei Deutschlands führenden Mineralölunternehmen jeweils Tankstellen gibt“, heißt es von dem börsennotierten Konzern.

„Deutlich schneller Reichweite laden“

Damit werde sich die Anzahl an hochleistungsfähigen HPC-Ladepunkten im Vergleich zu heute verachtfachen. Dafür investiere die EnBW allein bis 2025 jährlich „deutlich mehr als 100 Millionen Euro“ im Bereich Elektromobilität. Hochmoderne Schnellladestandorte der höchsten Leistungsklasse mit bis zu 300 Kilowatt seien Schwerpunkt in der Ausbaustrategie des Unternehmens. Diese Technik eigne sich besonders für den öffentlichen Raum, da E-Autofahrer gegenüber dem langsameren Normalladen deutlich schneller Reichweite laden können. So werde E-Mobilität alltagstauglich.

Hoher Installationsaufwand in Neuenrade

EnBW prognostizierte, dass ungefähr 130 000 bis 150 000 solcher leistungsfähiger Hochgeschwindigkeitsladepunkte bis 2030 in Deutschland benötigt würden. Damit lassen sich gut 15 Millionen Elektroautos versorgen. „Die dann verfügbare Gesamtladeleistung ist doppelt so hoch wie die der häufig geforderten eine Million Ladepunkte.“ Der Aufwand für EnBW war wohl recht hoch. ein 10 000 Kilovolt-Erdkabel musste verlegt werden und neben den Ladestationen stehen noch ein Trafohäuschen mit einer Leistung von 630 Kilovoltampere, das extra dafür errichtet werden musste, berichtete Hilgert, der mit den Kosten aber nichts zu tun hat.

Europäische Standardstecker

Zum Tanken an der Ladestation wird eine EnBW-App empfohlen. Bei den Steckern handelt es sich um europäischen Standardstecker (CCS). Autos mit asiatischen Standard-Steckern passten dort leider nicht, so Jens Hilgert.

In Neuenrade gibt es zwar noch weitere sechs Ladesäulen – aber eben nur mit 22 Kilowatt Ladeleistung.

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