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Neuer Treffpunkt in der Stadt

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Von: Michael Koll, Jari Wieschmann

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Rodion und Mariia Sai zusammen mit dem zweijährigen Miron sind schon seit ein paar Monaten in Neuenrade.
Rodion und Mariia Sai zusammen mit dem zweijährigen Miron sind schon seit ein paar Monaten in Neuenrade. © Wieschmann

Das Begegnungscafé am neuen Veranstaltungsort lockt viele Menschen an.

„Wie gefällt es Euch in Neuenrade?“, fragt Renate Kösters, die zweite Vorsitzende des Neuenrader DRK-Ortsverbands, in ihr Handy. Die App übersetzt ins Ukrainische – und drei junge Männer antworten. Ihnen gefalle es hier, Neuenrade sei ein schöner Ort. „Aber wir wären lieber Zuhause.“ Das könne sie gut verstehen, antwortet Kösters in ihr Handy, das wiederum übersetzt. Vor allem Flüchtlinge aus der Ukraine kamen am Freitag zum Begegnungscafé, das erstmals am neuen Ort stattgefunden hat – der DRK-Begegnungsstätte. Unverändert blieb jedoch, dass es einmal mehr zu vielen interessanten Gesprächen kam.

Gespräche mit Hilfe der Übersetzungsapp

Nach und nach füllte es sich am Freitagnachmittag, sodass immer mehr Stühle zu den Tischen gestellt werden mussten. Vieles, was an diesem Tag auf den Tisch kam, hatten die Gäste selbst mitgebracht – verschiedene Kuchen, Pfannkuchen oder aber Kekse. Schnell ergaben sich angeregte Gespräche – die auch mithilfe von Übersetzungsapps geführt werden konnten.

Solche Helferlein brauchte Mariia Sai nicht. Denn sie hat in der Ukraine Deutsch studiert und spricht die Sprache gut verständlich. Vor fünf Monaten kam sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem zweijährigen Sohn Miron aus der Millionenstadt Dnipro, wie sie erzählt. Vor zwei Monaten kam auch ihr Mann Rodion nach Neuenrade. Die Stadt gefalle der jungen Familie gut – sie berichten von vielen netten Menschen. Davon, dass sie erst einmal bleiben und sich Jobs suchen wollten. Ob sie zurück in die Heimat wollten, das sei eine schwierige Frage. Zumindest jetzt sei es in der Ukraine zu unsicher, speziell mit Blick auf den kleinen Miron, erzählt sie und erinnert sich an die Flucht, die sich über mehrere Tage gezogen habe. Und dennoch: Die Ukraine sei ihre Heimat, der Ort, an dem ihre Familie und Freunde lebten.

Bücherei nicht mehr umräumen

Erstmalig war das Begegnungscafé am Freitag unter dem Motto „Come together“ von der Stadtbücherei in die Begegnungsstätte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Platz der Generationen gezogen. „Ich bin froh, denn bisher musste ich dafür einmal im Monat die gesamte Bücherei umräumen“, gestand Sandra Horny im Vorfeld. Am Tag der Veranstaltung freute sie sich, dass es nach langer Pause wieder mit dem Café losgehen konnte – die letzte Ausgabe hatte vor den Sommerferien stattgefunden. Und dennoch kamen viele. Das freute auch Renate Kösters vom DRK. „Es läuft super“, lautete ihr Fazit nach einer guten Stunde.

Ursprünglich initiiert wurde das Begegnungscafé 2015 für die seinerzeit vornehmlich aus Syrien kommenden Flüchtlinge. „Nachdem wir in den vergangenen Jahren auch pandemiebedingt Pause mit dem Café gemacht haben“, berichtet Horny, „haben wir damit im März dieses Jahres wieder angefangen.“

Jeder ist willkommen

Wie in den Ausgaben davor, bildeten Ukrainer am Freitag den größten Teil. „Willkommen ist aber immer jeder bei diesen Café-Nachmittagen“, versichern Sandra Horny und die Begegnungsstätten-Leiterin Heidi Neuhaus. Neben Kaffee, Gebäck und Tee soll es auch in den kommenden Ausgaben wieder kalte Getränke geben.

Momentan findet das Begegnungscafé monatlich statt – der Rhythmus könne bei Bedarf aber auch erhöht werden. Die Termine sollen stets auf dem zweiten Freitag eines Monats liegen. Der nächste Termin fällt auf den 14. Oktober. Rund geht es von 14.30 bis 17 Uhr.

Bei Bedarf wird Hilfe vermittelt

„Bei Bedarf vermitteln wir auch Hilfe, wenn es um das Ausfüllen von Formularen oder um Behördengänge geht“, versichert Horny, „das wird dann aber weiterhin in der Bücherei stattfinden.“ Kommen dürfen und sollen zum Begegnungscafé aber nicht nur Flüchtlinge, „auch Deutsche sind herzlich eingeladen“, unterstreichen die beiden Organisatorinnen, die nun miteinander diese Kooperation eingegangen sind.

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