Anwohner-Kritik

Rötelsiepen und die Bedenken

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Rötelsiepen: Neuer Plan, neue Bedingungen.

Neuenrade - In der nächsten Bauausschusssitzung soll ein weiterer Verfahrensschritt in Sachen Bebauungsplan Rötelsiepen erfolgen. Der Plan wird von betroffenen Anliegern kritisch gesehen.

Die Anwohner haben im Rahmen der öffentlichen Auslegung Bedenken geäußert. Die Verwaltung hat dazu Stellung bezogen. Am 10. Oktober sollen die Bauausschussmitglieder einer von der Verwaltung erarbeiteten Beschlussempfehlung folgen, die dann wiederum der Rat absegnen soll.

Kein Zweifel – das Areal ist eine innerstädtische, grüne Hinterhofidylle, mit Wiese, Brombeer- und Himbeerbüschen. Es gibt einen netten Baumbestand und ein Schleichweg führt als Abkürzung in die Stadt. Allerdings dürfte es mit der Idylle wohl vorbei sein, wenn die Sache am Ende genehmigt wird.

Es gibt schon einen Investor, der hier gerne bauen würde. Das Vorhaben ist nicht ganz klein. Derzeit sollen dort 16 Wohneinheiten mit jeweils zwei bis drei Bewohnern entstehen. Rund 6400 Quadratmeter groß ist das Areal.

Die Fläche soll besser genutzt werden

Mit dem neuen Bebauungsplan will die Verwaltung Innenstadtentwicklung betreiben. In den diversen Sitzungen sprachen die Fachleute von „Nachverdichtung“. Sprich, die vorhandene Fläche soll besser ausgenutzt werden können. 

Es gibt aber eben jene Einwände und Anregungen der Anwohner. Unter anderem monieren sie dass die geplante Bebauung zu massiv, zu dicht und zu hoch sei und nicht in den Ortsteil passe. Zudem würden nur die Interessen des Investors berücksichtigt. Plötzlich sei dreigeschossige Bauweise zulässig. 

Von offizieller Seite gibt es Bedenken

Auch vorhandenen Stützmauern sieht man gefährdet. Unter anderem hofft man auf die Vergrößerung der Grenzabstände. Es gibt auch Bedenken von offizieller Seite. So sieht der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe ein Teil des Areals, das an die Straße Rötelsiepen angrenzt, gefährdet. 

Der wurde während des zweiten Weltkriegs wohl bombardiert. Deshalb empfiehlt die Abteilung der Bezirksregierung eine Sondieren der zu bebauenden Flächen und der Baugruben.

Höhere Gebäude sollen möglich werden

Die Verwaltung jedenfalls berücksichtigt die Bedenken und Anregungen zum Teil oder entkräftet die Bedenken der Anlieger. Dass höhere Geschosszahl plötzlich möglich sei, sei ja Sinn und Zweck der neuen Planung, man wolle ja eben im Zuge der Innenstadtentwicklung das ermöglichen. 

Zudem werde weniger Fläche als nach dem alten Bebaungsplan verbraucht. Dass die Gebäude dort höher werden dürfen, kompensiere man mit größeren Grenzabständen, zudem verweist man auf die Hanglage. Auch die Abstände zu einer Stützmauer werden in den neuen Planungen vergrößert.

Das Verkehrsaufkommen sei kein Problem

Dass die Verkehrssituation sich verschlechtern werde, kommentiert die Verwaltung nicht direkt. Man verweist allerdings auf den alten Bebauungsplan, der ebenfalls eine großzügige Bebauung zugelassen hätte – mit entsprechendem Verkehrsaufkommen. Beim neuen Plan sei das nicht viel anders.

Von Peter von der Beck

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