Bedenken der Anwohner gegen Winterlit-Großprojekt in Neuenrade

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Die Winterlit-Brache in Neuenrade ist ein ehemaliges Betonwerk.

Neuenrade – Die Anwohner der Winterlit haben Angst vor Beeinträchtigungen in Zusammenhang mit der Errichtung des geplanten Dirtparks.

Während der Einwohnerfragestunde im Rahmen der Ratssitzung erklärte eine Anwohnerin am Mittwoch, sie könne nicht verstehen, aus welchem Grund die Kommunalpolitiker das Projekt befürworten: „Es werden sieben bis zehn Jahre 30-Tonner durch die Gegend fahren. Das ist eine enorme Belastung für die Anwohner. Und auch vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaschutzdiskussion kann man das nicht nachvollziehen.“ 

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) erklärte, dass es sich um eine demokratische Entscheidung handele, die zudem baurechtliche zulässig sei. „Wir haben alle Bedenken abgewogen. Die Anwohner müssen keine Angst vor einer Belastung durch Lkw-Verkehr haben. Die Lastwagen werden nicht durch die Winterlit fahren, sondern eine eigens angelegte Zuwegung nutzen“, erklärte er. Der Märkische Kreis unterstütze und überprüfe das Projekt, auch im Hinblick auf Altlasten. Wiesemann schilderte, warum er den Dirtpark befürwortet: „Es ist mir vor allem wichtig, dass die Industriebrache in der Winterlit verschwindet. Dort spielen Kinder und die Gebäude sind baufällig.“ Zudem werde der Bach Winterlit freigelegt und die Halde begrünt. „Es wird dort mehr Natur geschaffen.“ 

Bürger werden noch einmal beteiligt

Überzeugen konnten diese Argumente die Einwohnerin nicht. „Selbst wenn die Lastwagen nicht durch die Winterlit fahren, sie rollen durch die Stadt und belasten dort die Anwohner“, stellte die Neuenraderin fest. Bauamtsleiter Marcus Henninger wies die Frau deshalb auf eine weitere Gelegenheit hin, Bedenken anzumelden: „Es gibt zwei Verfahrensschritte, sie haben dann noch einmal Gelegenheit, sich zu äußern.“ 

Im weiteren Verlauf der Sitzung stimmte der Rat der Änderung des Flächennutzungsplans – sie ist für die Errichtung des Dirtparks notwendig – geschlossen zu. Auch der Bebauungsplan wurde einstimmig verabschiedet. Allerdings unterstrichen die Kommunalpolitiker, dass es ihnen wichtig sei, die Anwohner vor möglichen Belastungen durch den Bau des Parks zu schützen. 

Barriere soll Lkw umleiten

SPD-Ratsherr Frank Bäcker erinnerte daran, dass eine bauliche Barriere in der Winterlit entstehen soll, „damit die Lastwagen diesen Weg auch garantiert nicht nehmen können oder rückwärts zurückfahren müssen“. 

Und Detlef Stägert, Ratsmitglied für die Freie Wählergemeinschaft Neuenrade (FWG) wies auf die Zunahme von Starkregen-Ereignissen hin. Deshalb müsse auf jeden Fall an ein Auffangbecken gedacht werden, „damit die ganze Drecksoße bei heftigen Regenfällen nicht in die Winterlit fließt“. Er nahm Bezug auf die Bedenken der Anwohnerin und sagte: „Nach zehn Jahren soll die Winterlit so begrünt sein, dass ein echtes Schmuckkästchen entstanden ist.“

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