Dreigeschossige Häuser

Rötelssiepen: Pläne sorgen für Unmut

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Künftig sollen hier Gebäude mit bis zu drei Etagen möglich sein.

Neuenrade - Die Pläne der Stadt Neuenrade, im Areal Rötelssiepen dreigeschossige Häuser zuzulassen, ärgern die Anwohner. Sie sind von den Verantwortlichen enttäuscht.

Wer ein so umfassendes Projekt wie ein Haus zu bauen oder zu kaufen in Angriff nimmt, der prüft alle Gegebenheiten mehr als sorgfältig. Schließlich kann zu einem guten Teil bei solch einer persönlichen Investition das Lebensglück davon abhängen. Und so prüfte ein Anwohner auch vor seinem Bauvorhaben den Bebauungsplan, der für das Areal Rötelssiepen gilt.

Demnach wies der Plan zum überwiegenden Teil eingeschossige Bauweise vor. Und nun: Teilweise soll nach dem neuen Bebauungsplan gleich dreigeschossige Bauweise möglich sein. So habe man sich das nicht vorgestellt, monierte der Anwohner unter Anfragen im Bauausschuss, der am Donnerstagabend stattfand.

Der Bauamtsleiter verteidigt die Planänderung

Es gehe doch auch um Verlässlichkeit. Bauamtsleiter Marcus Henninger brachte es dann noch einmal auf den Punkt. „Die Frage ist: Kann man sich darauf verlassen?“ Nichts sei für ewig, sagte Henninger und ergänzte, dass auch ein Bebauungsplan natürlich geändert werden könne. Und das Verfahren finde ja auch öffentlich statt, deshalb würden ja jetzt auch die Anwohner hier sitzen.

Als später der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Rötelssiepen zur Abstimmung stand, wurde das Vorhaben kurz diskutiert. Zuvor skizzierte Amtsleiter Henninger aber noch den Bebauungsplan. Demnach erhalte der Plan ja eine Höhenbegrenzung von 338 Metern über Normal Null, derzeit liege ein bestehendes Gebäude dort ja schon bei 337 Metern über NN.

Das sei der Hanglage zuzuschreiben. So werde dabei doch manches entschärft. Die Abstände bei der Bebauung seien zudem erheblich vergrößert worden und lägen nun bei 20 Metern. Und man habe sich eben entschlossen, in diesem Gebiet eine Verdichtung zuzulassen.

FWG-Mitglied Detlef Stägert äußerte noch einmal Verständnis für die Anwohner. Er könne die Einwände des Bürgers nachvollziehen. Da schaue man im guten Glauben auf den Plan und dann komme doch alles anders. Es sei ein Spagat: Einerseits wolle man Leute nach Neuenrade ziehen, andererseits habe man dann derartige Konflikte.

Der vorliegende Plan ist ein Kompromiss

Ulrike Wolfinger, SPD, sagte, dass der vorliegende Plan wohl schon einen Kompromiss darstelle. Auch sie verwies auf die Hanglage. Und Henninger betonte, dass im Rahmen der Option „Anregungen und Bedenken“ Bürger ihre Sicht der Dinge darlegen könnten. Die Verwaltung unterbreite dann ja einen Abwägungsvorschlag.

Letztlich stimmten fast alle Ausschussmitglieder für den Beschlussvorschlag, den Plan auf den Weg zu bringen. FWG-Mitglied Stägert enthielt sich der Stimme.

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