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Baustellen-Wartezeiten: Auch Autofahrer nicht unschuldig

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Von: Peter von der Beck

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Die Geduld der Autofahrer wird strapaziert – vor allem bei hohem Verkehrsaufkommen mit vielen Lastwagen oder Alarmfahrten wird es kritisch.
Die Geduld der Autofahrer wird strapaziert – vor allem bei hohem Verkehrsaufkommen mit vielen Lastwagen oder Alarmfahrten wird es kritisch. © Peter von der Beck

In der Regel halten sich die Wartezeiten an der Baustellenampel Bahnhofstraße in Grenzen. Doch punktuell kommt es – zumindest für kleinstädtische Verhältnisse – zu durchaus längeren Wartezeiten. Die Gründe verblüffen.

Neuenrade – In der Regel halten sich die Wartezeiten an der Baustellenampel Bahnhofstraße in Grenzen. Doch punktuell kommt es – zumindest für kleinstädtische Verhältnisse – zu durchaus längeren „Wartezeiten von 25 Minuten“ bei der Fahrt durch die Innenstadt. Das sorgt für Ärger bei den Autofahrern, zuweilen liegen die Nerven blank.

Oder es wird mit Schicksalsergebenheit reagiert – wie bei dem Porschefahrer, der „dreimal täglich“ quasi direkt vor der Haustür im Stau steht, weil er an der Bahnhofstraße wohnt.

Auch an diesem Freitagmittag läuft es nicht rund auf der Neuenrader Hauptstraße. Der First Responder Krankenwagen muss just durch die Baustelle, als für jene, die in Richtung Küntrop fahren, die ersehnte Grünphase kommt. Während das erste Auto noch zur Seite fährt, wird es von einem anderen bereits überholt. Gottlob muss der Krankenwagen warten, weil ein Sattelschlepper den Weg nicht schnell genug freimachen kann.

Eine weitere typische Szene: Es wird rot, das nächste Auto hält an der roten Ampel an, wird aber trotzdem vom zweiten und dritten Auto in der Reihe überholt. Geduld müssen die Autofahrer bei der Fahrt durch Neuenrade jedenfalls mitbringen. Denn auch aus dem Mühlendorf wollen Autos auf die Hauptstraße abbiegen.

Blickt man auf die Stoppuhr, so hält sich die Wartezeit mit gut zwei Minuten in Grenzen, allerdings hat auch die Frustrationstoleranz mancher Autofahrer ein niedriges Level erreicht, weil sie zuvor möglicherweise hinter Sattelschleppern durch die Serpentinen zwischen Werdohl und Neuenrade herzockeln und in jeder Kurve fast auf Null abbremsen mussten.

Dass es zwischenzeitlich zu extremeren Wartezeiten kommt, das liegt nach Einschätzung des erfahrenen Bauingenieurs Han-Jörg Ossenberg, Mitarbeiter des Bauamtes Neuenrade, durchaus auch an den Autofahrern.

Er lässt durchblicken, dass eine Kombination aus einseitig erhöhtem Verkehrsaufkommen, langsam anfahrenden Lastwagenfahrern und abgelenkten Autofahrern oder Gelb-oder-Rote-Ampel-Überfahrern automatisch zu Veränderungen bei den Ampelschaltungen führe. Die Sensoren reagierten auf derartige Fahrzeugbewegungen, größere Lücken würden dann quasi fehlinterpretiert.

Ossenberg: Wenn zwei, drei Autos oder Lastwagen verspätet anfahren und die Lücke zu groß werde, reagiere die Ampelschaltung und so verkürze sich auf der anderen Seite dann eben die Rotphase oder bei erhöhtem Verkehrsaufkommen werde dann zum Beispiel die Grünphase verlängert.

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