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Baumfällungen an Burgschule: Der Widerstand wächst

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Von: Peter von der Beck

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Zeichen für den Widerstand. Die Bäume im Hintergrund könnten der Säge zum Opfer fallen.
Zeichen für den Widerstand. Die Bäume im Hintergrund könnten der Säge zum Opfer fallen. © Peter von der Beck

Aufregung an der Poststraße, an der Eulengasse und beim Naturhistorischen Verein Hönnetal. Denn: An der alten Villa Poststraße war ein Trassierband angebracht und ein kleiner Hubwagen stand dort.

Neuenrade – Offenbar befürchteten Anwohner und Baumfreunde Neuenrade im Zuge der geplanten Erweiterung der Burggrundschule eine Abholzung der Bäume. Und wenn es um alte Bäume in Neuenrade geht, sind viele Neuenrader sehr konservativ.

„Bewahren und retten, statt Abholzen“, ist die Devise. Es gibt inzwischen die Gruppierung der Baumfreunde und traditionell schon die Mitglieder von Bündnis 90/ Die Grünen, die immer genau hinschauen, wenn es um Bäume geht. Und so stößt die geplante Abholzung von zwei alten Linden und Buchen auf dem Grundstück der alten Villa neben der Burgschule auf Widerstand.

Die sollen – wegen der Erweiterung der Burgschule im Zuge des Rechtsanspruchs der Eltern auf einen Platz für ihr Kind in der Offenen Ganztagsschule und steigenden Schülerzahlen – teilweise einem neuen Anbau weichen. Die Baumfreunde befassten sich auch damit. Der Verdacht kam auf, dass man möglicherweise versäumt habe, dem Planungsbüro eine baumerhaltende Vorgabe zu machen.

Erste Baupläne wurden wohl auch auf Druck dieser Gruppierungen jetzt in einer öffentlichen Sitzung präsentiert. Auch abhängig von den baurechtlichen und pädagogischen Vorgaben für die Architekten lässt sich nach diesem Entwurf eine Fällung der Bäume wohl nicht vermeiden, nur eine Buche könnte vermutlich stehen bleiben. Eine Anwohnerin äußerte sich geschockt. Es gab ein allgemeines Bedauern und viele Nachfragen. Aber eine Entscheidung über diesen Vorentwurf wurde noch gar nicht gefällt.

Die Bäume stehen zwischen alter Villa und Schulgebäude, teilweise ist der Wurzelbereich der Bäume durch eine nicht mehr genutztes Elektrohäuschen schon in Mitleidenschaft gezogen. Gleichwohl scheint das Baumensemble ökologisch nicht unbedeutend zu sein. Eine recht grüne Insel am Rande der viel befahrenen Hauptstraße.

Indes: Bis möglicherweise dort tatsächlich Bäume fallen könnten, dauert es noch. Viel gilt es noch zu regeln und zu entscheiden. „Da passiert nichts vor der nächsten Schonfrist (Vegetation)“, sagte Bauamtsleiter Marcus Henninger auf Nachfrage. Und was den Hubwagen anbelangt, so ergab die Recherche vor Ort, dass der einem Dachdecker gehört. Mit dem wurden am Donnerstag die Dachrinnen der Villa gereinigt.

Beim Hönnetaler Verein sieht man die Baumfällung kritisch. Einfach so solche Bäume zu fällen, ohne vorher untersucht zu haben, ob dort vielleicht seltene Arten ihr Zuhause haben, sei unverantwortlich. Man verweist auf die kritischen Anwohner und kommentiert das Ganze. Ein weiteres Mal zerstöre die Stadt blind einen Teil ihrer Marke, ihrer Geschichte und Herkunft.

Als ob die Geschichte ihrer Ahnen den (zustimmenden) Neuenrader Stadträten nichts wert sei. Statt sich auf den hochwertigen alten Stadtkern zu konzentrieren, werde mehr und mehr Vergangenheit ausgelöscht und durch langweilige moderne Betonklötze ersetzt.

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