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Baum-Streit in Neuenrade: Kompromiss in Sicht

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Von: Carla Witt

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Für die Bäume an der Poststraße, die eigentlich gefällt werden sollten, deutet sich eine Wende an. Während der Ratssitzung soll über eine mögliche, baumfreundliche Neuplanung entschieden werden.
Für die Bäume an der Poststraße, die eigentlich gefällt werden sollten, deutet sich eine Wende an. Während der Ratssitzung soll über eine mögliche, baumfreundliche Neuplanung entschieden werden. © von der Beck, Peter

Im Streit um die Buchen und Linden, die im Rahmen der Burgschulerweiterung gefällt werden sollten, zeichnet sich eine Wende ab. Die Bäume könnten nun doch erhalten bleiben. Entscheiden muss der Stadtrat

Nachdem die Grünen und die SPD Anträge vorgelegt haben, um die Bäume durch eine andere Planung zu erhalten, unterstützt auch die FWG dieses Ziel. CDU und FDP zeigen sich kompromissbereit. Im Rahmen der Ratssitzung am Mittwoch (17 Uhr, Kaisergarten) werden Argumente ausgetauscht.

„Es ist eine klare Sache: Wir wollen die Bäume erhalten“, unterstreicht Bernhard Peters. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, die Planung zu ändern, stellt der FWG-Fraktionsvorsitzende fest. „Schließlich steht uns die gesamte Fläche an der Poststraße zur Verfügung.“ Ob die Villa abgerissen werden müsse, das müsse man dann sehen.

Architektenwettbewerb „haben wir verpasst“

Ein Architektenwettbewerb wäre sicherlich wünschenswert gewesen, meint Peters. „Aber den haben wir verpasst“, sagt er. Das bereits beauftragte Büro sei aber durchaus in der Lage weitere Entwürfe vorzulegen.

Davon ist auch Jan Schäfer überzeugt. „Wir sind für eine sinnvolle Alternative offen. Allerdings halten wir sowohl an dem Architektenbüro als auch an dem Raumkonzept fest, das ja an das pädagogische Konzept der Schule gekoppelt ist“, unterstreicht der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende. Wenn es möglich sei, die Bäume zu erhalten, sei die FDP selbstverständlich dafür. Allerdings müsse man die Mehrkosten im Blick behalten, räumt Jan Schäfer ein.

CDU erinnert an einstimmige Beschlüsse

Mark Hantelmann weist ebenfalls auf die Finanzen hin. „Es ist schon eine Menge Geld in die Planung geflossen“, erinnert der CDU-Fraktionsvorsitzende. Zudem sei die Beauftragung des Architektenbüros im Einvernehmen mit allen Fraktionen erfolgt. „Die weitere Zusammenarbeit mit diesem Büro ist für uns gesetzt“, betont Hantelmann. Erschwerend komme hinzu, dass ohnehin nur ein Büro ein Angebot abgegeben habe.

Klar sei für die Christdemokraten auch, dass das eigens für diesen Zweck erworbene Grundstück zwingend für die Erweiterung der Schule genutzt werde. „Darüber waren sich ebenfalls alle Fraktionen im Vorfeld einig.“

Pädagogisches Konzept steht für CDU nicht zur Diskussion

Der dritte Punkt, der aus CDU-Sicht nicht zur Diskussion steht, ist das pädagogische Konzept der Burgschule. Daran wolle man nicht rütteln, unterstreicht Hantelmann. Darüber hinaus signalisierte der Christdemokrat allerdings Gesprächsbereitschaft: „Es wäre schön, wenn wir bei diesem wichtigen Thema mit Blick auf die Stadtentwicklung alle mitnehmen könnten.“

Für Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) steht eines fest: „Ob es eine neue Planung gibt oder nicht, das ist eine rein politische Entscheidung. Darauf wird die Stadtverwaltung natürlich reagieren und die jeweilige Entscheidung umsetzen – egal, wie sie ausfällt.“ Sicherlich sei die Suche nach einer Kompromisslösung eine Möglichkeit. „Aber dann muss die Politik auch den Rahmen ganz klar abstecken, und uns mitteilen, was genau gewünscht ist: Ein Plan mit Bäumen oder ohne Bäume, mit Villa oder ohne die Villa.“ Genau so habe die Verwaltung auch bisher gearbeitet: „Wir haben politische Entscheidungen umgesetzt, seit die Planungen im Januar 2021 konkreter wurden.“

Projekt soll bis 2026 abgeschlossen sein

Keinesfalls dürfe die Neuplanung aber zu einer Verzögerung um Monate oder gar Jahre führen. „Wir wollen den Eltern ab 2026 einen Betreuungsplatz anbieten. Dabei muss es bleiben.“ Im Übrigen liege sein Hauptaugenmerk auch auf der Erhaltung des Schulgartens. „Das ist mir für die Kinder sehr wichtig“, erklärt der Bürgermeister. Ebenso verhalte es sich mit der Gestaltung der Räume in der Schule: „Sie sollen hell, lichtdurchflutet und freundlich sein.“

Aus Sicht des Verwaltungschefs gilt es außerdem die Verhältnismäßigkeit nicht aus den Augen zu verlieren. „Niemand wird mir unterstellen wollen, dass mir der Schutz der Umwelt nicht am Herzen liegt. Aber viele andere Städte wären froh, wenn sie über eine Schulerweiterung überhaupt diskutieren könnten.“

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