Baugebiet im Fokus der Kritik

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Hier, vor dieser Häuserzeile, soll das Baugebiet entstehen (irrtümlich war zunächst ein anderes Bild veröffentlicht worden).

Affeln/Neuenrade - Das Baugebiet Auf dem Felde 2 ist gar nicht so groß. 1,2 Hektar Wohnbaufläche und damit etwas mehr als Sportplatzgröße umfasst das Areal im Außenbezirk von Affeln.

 Quasi nahtlos fügt es sich an eine bestehende Siedlung an und soll Raum für 18 Grundstücksflächen mit einer Zugangsstraße bieten. Bisher wird das Stück landwirtschaftlich genutzt, es ist Ackerfläche. Schon im Flächennutzungsplan von 1981 ist es als bebaubares Gebiet ausgewiesen. Es ist schön gelegen, Wanderwege gibt es in der Nähe. Irgendwelche Beeinträchtigungen können lediglich von der Landwirtschaft kommen, das Verkehrsaufkommen dort ist bescheiden.

Jede Menge Daten, Fakten und Pläne rund um das Baugebiet gilt es zu beachten.

Für die Entwicklung Affelns soll das Gebiet ein wichtiges Projekt sein: Zumindest besteht beim Rat mehrheitlich Konsens darüber. Die Verwaltung hat den Auftrag, die Planungen voranzubringen. Es gehe angesichts der demographischen Entwicklung um den Fortbestand der dörflichen Einrichtungen, um den Fortbestand von Schule, Kita und um den Erhalt der vorhandenen Infrastruktur. Es dürfte eigentlich kein Problem sei, dass Baugebiet Auf dem Felde 2 zur realisieren. Schließlich existiert diese Reservefläche als Baugebiet seit weit mehr als 30 Jahren und ist im Flächennutzungsplan ausgewiesen.

Doch, die Angelegenheit gestaltet sich nicht ganz so einfach: So sind die Landwirte angrenzender Bauernhöfe gegen die Realisierung des Gebietes. Sie fürchten um die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Betriebe durch die dann näher heranrückende Wohnbebauung. Insbesondere bei der Viehzucht könnte es Ärger wegen möglicher Geruchsbelästigung geben, zumal die existierende Grenzwerte gemäß einem Geruchsgutachten überschritten werden. Die Werte bewegen sich nun aber innerhalb eines Spektrums, das nach Auffassung des Märkischen Kreises tolerabel sei, den Landwirten mit ihren Betrieben aber nichts nützt (wir berichteten). Denn: In der klagefreudigen Republik hätten sie ruckzuck Häuslebauer am Hals, wenn der Duft der Grillwürstchen plötzlich von anderen Düften überlagert würde. Derartige Befürchtungen werden in Hintergrundgesprächen geäußert.

Auch etliche Hausbesitzer aus der Umgebung opponieren offen gegen das Vorhaben der Stadt. Sie finden in den Vorlagen, Gutachten und Plänen etliche Haare in der Suppe. Auf jeden Fall ist die Liste der Beanstandungen lang: da gibt es Belange des Naturschutzes: Anwohner haben selten Vögel fotografiert, es gab Bergbau in der Gegend, mit archäologischen Bodenfunden könnte zu rechnen sein und die mögliche Bebauung sei zu dicht, so wird moniert. Weit mehr als 100 Seiten Papier sind es nun, die Interessierte zu dem Projekt durcharbeiten müssen. Die Pläne lagen im Zuge der frühzeitigen Beteiligung aus, Bedenken und Anregungen konnten geäußert werden. Nun präsentiert die Verwaltung ihre Stellungnahmen dazu und arbeitet das in ihre Beschlussvorlage ein, die am Montag im Bauausschuss präsentiert wird. In Tabellenform wurden alle Belange aufbereitet und von der Verwaltung beantwortet sowie beurteilt und mit einem Hinweis für die Ausschuss- und Ratsmitglieder versehen.

Nicht jede Kritik wird abgeschmettert, Anregungen werden auch eingearbeitet. Wie auch immer: Das Konfliktpotenzial in Affeln ist jedenfalls angestiegen: Die Verwaltung ficht das aber nicht an. „Wir haben den Auftrag bekommen und jetzt führen wird das aus“, sagte Henninger, der eben auch auf einige Kompromisse verwies, die nun eingearbeitet wurden. Unzureichend berücksichtigt sehen Bürger Naturschutzbelange: So weist einer auf den Schwarzstorch hin, den er dort gesichtet und fotografiert hat, auch einen nistenden Turmfalken soll es dort geben, der durch das neue Gebiet gestört werden könnte und die Wellingse (ein Bach) könnte gefährdet sein. Die Stadt sieht aber keine Beeinträchtigungen. Umfassend kritisch betrachtet ein Anwohner das Vorhaben. Er übt zudem grundsätzliche Kritik. Es gebe genügend Wohnraum in Affeln, und genug bebaubare Grundstücke – das Baugebiet müsse nicht sein.

Von Peter von der Beck

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