Bauernmarkt lockt tausende Besucher nach Affeln

Die Beschickung des historischen Dreschers funktionierte früher von Hand.

Affeln - Früher war der Anbau von Getreide und die Ernte harte Arbeit – gestern hingegen pure Unterhaltung. Beim 21. Historischen Bauernmarkt in Affeln stand diesmal das Getreide im Mittelpunkt und faszinierte die vielen Besucher, die jüngeren, mittleren und älteren Generationen gleichermaßen.

Von Markus Jentzsch

Und dass Arbeit durchaus jung halten kann, stellten „Hansi“ Pingel, Clemens Levermann und Arnold Peters unter Beweis. Die gestandenen Männer hatten rund 500 Stunden Arbeit in ein besonderes Projekt investiert. 2250 Kilogramm Lebendgewicht, bescheidene 75 Lenze hat das gute Stück mit seinem mehr als zehn Liter fassenden Stahlherz bereits hinter sich – und erfreut sich nach einer fast zehnjährigen zerlegten Phase wieder bester Gesundheit. Das Trio hat es geschafft, den Lanz Bulldog Typ Glühkopf komplett zu restaurieren. Eine Woche vor dem Bauernmarkt legten die Männer an das öl-spuckende 25 PS-Monstrum letzte Handgriffe an. Entsprechend stolz wirkte das Team, das das älteste Exponat auf die abwechslungsreich gefüllte Ausstellungswiese für Traktoren gestellt hatte.

Sobald irgendwo ein Motor startete, schienen die Besucher magisch von diesem Sound angezogen. Als wahrer Publikumsmagnet erwiesen sich auch die vielen Vorführungen. Der von einem ebenfalls betagten Traktor per Flachriemen angetriebene Drescher, dessen Alter Kenner der Szene auf etwa 65 Jahre schätzten, ließ die „gute alte Zeit“ wieder aufleben. Angefangen von der Beschickung per Hand bis zum Abtransport der gepressten und geschnürten Ballen lieferte der hölzerne Koloss reichlich Material für Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Kinder bestaunten das mechanische Kunstwerk, Männer erklärten die Technik, während sich die Opas und Omas erinnerten, wie sie in der landwirtschaftlich geprägten Epoche bei der Ernte noch selbst Hand anlegten.

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Bauernmarkt in Affeln

„Das wackelt nicht, das lebt“, wies ein Vater seinen Sprößling an einem der vielen interessanten Stände darauf hin, dass das Frettchen kein ausgestopftes Exponat ist. Wenn der Landmaschinenverein einen Bauermarkt organisiert, dann lebt wirklich alles. Maschinen erwachen lautstark zum Leben, Tiere fühlen sich sichtlich wohl und den Menschen zaubert das Event Jahr für Jahr einen zufriedenen Ausdruck in ihre Gesichter – wunderbar.

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