Ausschuss-Sitzung

Bebauung am Rötelssiepen rückt näher

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Im Neuenrader Rathaus hat am Dienstag der Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss zum Bebauungsplan Rötelssiepen beraten.

[Update] Neuenrade - Den neuen Bebauungsplan Rötelssiepen hat der Neuenrader Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag angenommen. Einen Tag später hat auch der Gemeinderat zugestimmt.

Bedenken von Anwohnern wurden überwiegend als unbegründet zurückgewiesen.

Vor acht Zuschauern, unter denen sich auch Anwohner der Straße Rötelssiepen befanden, brachte Detlef Stägert die Bedenken vieler Ratsleute auf den Punkt: „In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, erklärte der FWG-Ratsherr.

Einerseits müsse sich die Stadt fragen, „ob wir ein so super stadtnahes Gelände brachliegen lassen können“. Auch im Vergleich mit anderen Städten müsse Neuenrade attraktiv bleiben.

Spagat zwischen Bestandsschutz und Stadtentwicklung

Andererseits sehe er die Interessen der Anwohner, die sich auf einen gewissen Bestandsschutz berufen könnten. „Trotzdem müssen wir die Stadt weiterentwickeln und ich glaube, diesen Spagat bekommen wir hiermit gut hin“, erklärte Stägert weiter.

Frank Bäcker (SPD) stellte sich argumentativ auf die Seite der Anwohner: Diese hätten beim Hauskauf auf eine im bisherigen Bebauungsplan vorgesehene ein- bis zweigeschossige Bebauung gesetzt und würden jetzt enttäuscht.

SPD-Ratsherr stimmte gegen die Beschlussempfehlung

„Das finde ich nicht zielführend“, sagte der Ratsherr, stimmte dann auch gegen die Beschlussempfehlung. Bauamtsleiter Marcus Henninger hielt dem entgegen: „Selbstverständlich können Bebauungspläne auch geändert werden.“

Von einer Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten ging Ernst Dirks (FDP) aus: „Wir sollten nicht gegeneinander agieren, sondern miteinander reden.“ Marcus Henninger zeigte sich überzeugt, dass der Investor der zu bauenden Häuser am Rötelssiepen gesprächsbereit sei: „Wir können das gerne anregen, aber letztlich können wir als Stadt nur moderieren.“

Die Bedenken der Anwohner wurden zurückgewiesen

Anwohner hatten zuvor die Beschlussvorlage kritisiert, in der Bedenken „wortreich und mit vielen Zahlen abgelehnt“ würden. Das betraf etwa die Anbindung einzelner Häuser, an der sich, so Henninger, aber nichts zum Negativen ändern würde.

Die Befürchtung, dass eine Stützmauer durch den Bau in Mitleidenschaft gezogen würde, sei nicht ungewöhnlich, aber eine privatrechtliche Angelegenheit. Auch diesbezüglich ließe sich mit dem Investor reden.

Vieles muss bei der Baugenehmigung beachtet werden

Forderungen nach Aufzügen und Spielplätzen wiederum seien keine Frage des Bebauungsplanes: Das müsse später im Rahmen der Baugenehmigung beachtet werden.

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens waren auch Träger öffentlicher Belange um Stellungnahme gebeten worden. So hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst gefordert, das Gelände zu sondieren.

Wie Henninger erklärte, sei dies eine normale Maßnahme. „Ich hätte mir aber gewünscht, dass sich der Investor vorher darum kümmert, dann hätten wir es nicht in den Bebauungsplan aufnehmen müssen.“

Update, 12. Oktober: Am Mittwoch hat auch der Rat dem Vorhaben zugestimmt. Es gab drei Gegenstimmen.

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