MVZ geht in Betrieb

Neue Ärztin nimmt in Kleinstadt im MK Arbeit auf - in besonderer "Praxis"

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Zum Start des Medizinischen Versorgungszentrums gab es Blumen für die drei medizinischen Fachangestellten (von links) Anke Schulz, Iris Schulte und Susanne Belecke. Die Ärztin Renate Bojarzin-Kraus und der MVZ-Leiter Michael Beringhoff waren mit dem Start sichtlich zufrieden.

Neuenrade – Der erste offizielle Tag des neuen Medizinischen Versorgungszentrums Neuenrade verlief offensichtlich gut: Jede Menge Blumen gab es von Patienten für Ärzte und die medizinischen Fachangestellten.

Hochoffizielle Glückwünsche vom Verwaltungsrat des Medizinischen Versorgungszentrums wurden überbracht. Sonst verlief der erste Tag wenig spektakulär für das immerhin erste kommunale MVZ in Nordrhein-Westfalen.

Bestens gelaunt am ersten Tag war der MVZ-Leiter und Landarzt Michael Beringhoff: „Es ist von allen positiv aufgenommen worden. Der erste Tag war auch ok. Die Hauptanstrengung war ja auch vorher“, sagte der medizinische Leiter des MVZ mit Blick auf die Gründungsgeschichte. Ein bisschen hektisch sei es zuletzt geworden wegen der Verzögerung bei der Zulassung aus organisatorischen Gründen. Das zuständige Gremium der Kassenärztlichen Vereinigung habe sich höchst interessiert gezeigt, wie alles organisatorisch-juristisch auf die Beine gestellt worden sei.

Nicht direkt zur Eröffnung, aber auch zuvor hätten sich Kollegen geäußert. Beringhoff: „Die nehmen das MVZ grundsätzlich positiv auf. Sie empfinden das als Entlastung.“ Hilfreich beim Start des MVZ sind auch die finanziellen Zuwendungen. 50 000 Euro – ein Mix aus Zuschuss und Darlehen – gibt es von der kassenärztlichen Vereinigung, zudem unterstützt die Bezirksregierung in Arnsberg das MVZ durch Zuschüsse von bis zu 80 Prozent für die Ausstattung. Beringhoff und Co werden das nutzen: So soll unter anderem ein neues Ultraschall- und ein neues Gerät zur Überprüfung der Lungenfunktion angeschafft werden.

Das MVZ Neuenrade steht unter Beobachtung. Nicht nur Politiker, Patienten und Ärzte schauen genau hin. „Auch andere Kommunen sind interessiert und wollten wissen, wie es geht, ein MVZ auf die Beine zu stellen“. Es habe Nachfragen aus Plettenberg und auch aus Attendorn gegeben, berichtete Beringhoff. Der ärztliche Leiter ist jedenfalls optimistisch, dass alles funktioniert. Vor allem muss es mittelfristig auch personell weitergehen. „Wir werden weiter die Werbetrommel rühren und die Möglichkeiten aufzeigen, dass auch ärztliche Teilzeitkräfte hier im MVZ beginnen können.“ Und wenn es dann zu wenig Platz für neue Ärzte gebe, werde man sich auf die Suche nach neuen Räumen begeben.

Bleiben noch die Kritiker: Die hätten sich vor allem ein barrierefreies MVZ, also einen anderen Standort, gewünscht. Und auch die Sache mit den Parkplätzen sei dort nicht toll. Doch im Umkreis von 100 Meter Luftlinie gibt es reichlich Parkplätze an diesem Donnerstagmittag. Und da ist noch die Sache mit der fehlenden Barrierefreiheit – immerhin sind 19 Stufen bis zur Praxis zu bewältigen. Doch Beringhoff kann das locker aushebeln: „Bei Bedarf gibt es einen barrierefreien Behandlungsraum im Erdgeschoss“.

Die neue Ärztin war natürlich auch schon im Einsatz. Renate Bojarzik-Kraus: „Ich fand, es lief gut. Ich bin sehr freundlich aufgenommen worden und es ist hier gut organisiert.“ Nur in das neue PC-System müsse sie sich noch einarbeiten. Auch ein Patient kommentierte den Start des MVZ: „Das hier ist – erstmal – ‘ne gute Geschichte, bevor man gar nichts hat“. So bleibt allen Beteiligten, abzuwarten. Beringhoff: „Im Sommer werden wir Bilanz ziehen“.

Erst vor einigen Tagenwar eine Chirurgische Praxis in Neuenrade eröffnet worden. Eine andere Praxis im MK musste schließen, weil ein Nachfolge-Deal platzte

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