Zum 9. November

Bargeld nur noch an der Tankstelle: Commerzbank zieht sich komplett zurück

Die Commerzbank am Startgarten: Der Personalbereich der Filiale ist längst geschlossen. In wenigen Wochen gilt dies auch für den Selbstbedienungsbereich.
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Die Commerzbank am Startgarten: Der Personalbereich der Filiale ist längst geschlossen. In wenigen Wochen gilt dies auch für den Selbstbedienungsbereich.

Die Commerzbank zieht sich zum 9. November komplett aus Neuenrade zurück. Nachdem die Filiale am Stadtgarten vor mehr als einem Jahr zunächst pandemiebedingt geschlossen, dann jedoch nicht wieder geöffnet wurde, baut die Bank nun auch den Selbstbedienungsbereich mit Geldautomat und Serviceterminal ab.

Die Versorgung der Neuenrader Kunden mit Bargeld sei dennoch gesichert, teilte die Commerzbank auf Anfrage mit.

Um ab dem 9. November kostenfrei an Bargeld zu bekommen, sind Kunden des Geldinstituts gezwungen, dieses am Schalter der Shell-Tankstellen abzuholen, oder die Automaten der Cash-Group (Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Postbank) zu nutzen. In Neuenrade ist diese Auswahl allerdings sehr begrenzt: Die Filiale der Deutschen Bank gibt es nicht mehr, der Postbankservice ist nach dem Umzug der Filiale in die ehemalige Bäckerei Tillmann eingestellt worden. Lediglich die Shell-Tankstelle an der Werdohler Straße kommt infrage. Allerdings ist die Tankstelle nicht rund um die Uhr geöffnet. Montags bis freitags ist der Schalter von 5 bis 22 Uhr besetzt, sonntags von 7 bis 22 Uhr.

Bezahlen per Smartphone weiter auf dem Vormarsch

Im Rahmen eines Einkaufs seien ebenfalls kostenfreie Barauszahlungen für Kunden möglich, so die Information. In Neuenrade könne dieser Service im DM-Drogeriemarkt und im Lidl-Markt in Anspruch genommen werden. „Generell werden derzeit weitere Möglichkeiten der Bargeldversorgung in der Region geprüft“, kündigen die Verantwortlichen der Commerzbank an. Allerdings sei auch das Bezahlen per Smartphone weiter auf dem Vormarsch. So könnten Commerzbank-Kunden ihren Einkauf per Apple Pay, Google Pay, Garmin, Fitbit- und Swatch-Uhr bezahlen.

Den kompletten Rückzug aus der Hönnestadt begründet die Commerzbank mit dem Kundenverhalten, das sich seit Jahren ändere. Die Filiale verliere für tägliche Bankgeschäfte immer mehr an Bedeutung. „Einer Langzeitstudie des Digitalverbands Bitkom zufolge nutzen bereits 80 Prozent aller Bankkunden digitale Banking-Angebote, 2016 waren es erst 57 Prozent.“ Auch bei der Commerzbank sei die Banking-App der am häufigsten gewählte Zugangskanal. Die Zahl der Kunden, die ihre Bankgeschäfte über ihr Smartphone tätigen, sei im ersten Halbjahr 2021 in Neuenrade um 18,9 Prozent gestiegen.

Persönliches Gespräch nur noch per Telefon oder Video

Auch Ratenkredite würden überwiegend online abgeschlossen. „Das zeigt uns: Viele Kunden, die einst skeptisch waren, haben sich inzwischen für das Online- und mobile Banking entschieden“, sagt Christian Lohölter, Marktbereichsleiter Plettenberg und Neuenrade. Lohölter verweist zudem darauf, dass die Commerzbank „die digitale Beratungsbank für Deutschland“ werden wolle. Wer weiterhin das persönliche Gespräch wünscht, bekomme dieses deshalb per Telefon oder Video. „Die Filiale ist nicht mehr die einzige Möglichkeit“, erklärt Lohölter – und schließt mit einem Versprechen an die Kunden in Neuenrade: „Wir tun alles dafür, dass sich unsere Kunden bei der Commerzbank gut betreut fühlen.“ Vor Ort wird diese Betreuung ab dem 9. November allerdings nicht mehr erfolgen.

Der Rückzug aus der Fläche betrifft übrigens nicht nur Neuenrade. Erst in der vergangenen Woche war beispielsweise bekannt geworden, dass die Commerzbank auch in Altena ihren Selbstbedienungsbereich schließt – hier zum 26. Oktober.

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