Bahnhofstraße: Diskussion um Tempolimit im Stadtrat

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Auf der Bahnhofstraße gilt seit einigen Monaten Tempo 30. An dieses Limit halten sich allerdings längst nicht alle Verkehrsteilnehmer.

Neuenrade – Rund zwei Minuten dauert es bei Tempo 30, um die etwas mehr als einen Kilometer lange Strecke Schöntaler Weg/Bahnhofstraße zu fahren.

Möglicherweise vergehen auch mal einige Sekunden mehr, wenn der Autofahrer die Vorfahrt achten und anhalten muss. Wer nun mit 50 Kilometern pro Stunde diese Strecke fährt, gelangt sicher in der Regel schneller ans Ziel. Und spart vielleicht 50 Sekunden. 

50 Sekunden – gleichwohl wird diese Strecke zum Politikum im Neuenrader Stadtrat: Die FDP hat dazu einen Antrag gestellt, die vorgeschriebene Geschwindigkeit wieder auf 50 Kilometer pro Stunde heraufzusetzen und „höchstens temporär an der Bahnhofstraße 30 km/h zuzulassen“. So erläuterte FDP-Ratsmitglied Michael Hammer im Rahmen der jüngsten Ratssitzung den Antrag. 

Alternative zur Bundesstraße?

Zudem gebe es dort keine Schulen, Kitas oder dergleichen. Die Strecke könne doch als Alternative zur Bundesstraße 229 genommen werden, die ja zu Stoßzeiten überfüllt sei. Der Märkische Kreis habe ein Konzept zur Verkehrsberuhigung gefordert, um die Zone 30 aufrechterhalten zu können. Aber – man solle teure Baumaßnahmen verhindern. 

Nicht nur die Liberalen wurmt die Geschwindigkeitsbegrenzung. Auch Dr. Karl Kaluza, Vertreter der Bündnisgrünen, ärgert die Begrenzung, zudem verweisen er und andere auf immer wieder vorkommende gefährliche Situationen, weil die gut ausgebaute Straße zu schnellerem Fahren und riskanten Überholmanövern verleite und diese auch zulasse. Die 30 km/h würden nicht angenommen, er unterstütze den FDP-Antrag, sagte Kaluza. 

CDU verweist auf die Anwohner

Mark Hantelmann, Fraktionschef der CDU, wies darauf hin, dass das Thema nicht zum ersten Mal behandelt werde. Zudem ließ er nicht unerwähnt, dass sich 400 Anwohner dieses Straßenabschnitts über die Geschwindigkeitsbeschränkung freuen würden. Zudem gebe es Schülerverkehr dort. Aber das Thema sei in Bewegung, sagte Hantelmann. Man möge abwarten, was sich ergebe. 

Daniel Wingen, stellvertretender Fraktionschef der CDU, zeigte sich verwundert, dass Dr. Kaluza als Grüner für eine höhere Geschwindigkeit dort votiere. Kaluza indes verwies unter anderem darauf, dass der Spritverbrauch ja wesentlich geringer sei, wenn Autofahrer im dritten oder vierten Gang 50 führen, als hochtourig im zweiten Gang mit 30 km/h. 

SPD schlägt Ortstermin vor

SPD-Vertreter Frank Bäcker würde gerne die Anwohner zu der Problematik hören und einen Ortstermin vereinbaren. FWG-Vertreter Detlef Stägert riet dazu „keinen Schnellschuss zu machen“, brachte noch einen Fahrradweg ins Spiel. Bernhard Peters, FWG-Fraktionschef, betonte, dass diese 30er-Zone einfach der Lebenswirklichkeit widerspreche. Letztlich überwies Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) das Thema in den zuständigen Fachausschuss. Dort soll weiter intensiv beraten werden.

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