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Bäume an der Poststraße: Grüne stellen weiteren Antrag

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Von: Peter von der Beck

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Die Bäume im Garten der Poststraßenvilla müssen im Zuge der Schulerweiterung wohl zum Großteil gefällt werden.
Die Bäume im Garten der Poststraßenvilla müssen im Zuge der Schulerweiterung wohl zum Großteil gefällt werden. © Peter von der Beck

Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen gibt in Sachen Bäume und Grundschulerweiterung nicht auf. Obwohl alles vom Tisch ist und der Rat nach vielen, vielen Diskussionen Ortsbesichtigungen und Gutachten mehrheitlich die Entscheidung für den Erweiterungsbau der Schule gefällt hat, reicht die Grünen-Fraktion wieder einen Antrag ein.

Neuenrade – Demnach beantragen Marian Müller, Ulrich Naumann und Ralf Gaer eine „erweiterte, umfassende und sorgfältige Überprüfung der Planung „Erweiterung der Burgschule“. Und dabei gelte es die Interessen aller Neuenrader Einwohner, Anwohner, der pädagogischen Ziele und den Erhalt der innerörtlichen Natur- und Landschaftsgestaltung, zu berücksichtigen.

s sei dabei das Ziel, die Baumgruppe und den Garten der Poststraße 5 – gemäß der Empfehlung der Unteren Naturschutzbehörde – „zukunftsorientiert vor dem Hintergrund des Klimawandels und des jetzt erst recht benötigten Mikroklimas auch unserer Kleinstadt in die Planung einzubeziehen“.

Zuvor hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei der Unteren Landschaftsschutzbehörde den Antrag gestellt, die beiden Rotbuchen und die zwei Sommerlinden auf dem Grundstück als Naturdenkmale oder geschützten Landschaftsbestandteil unter Schutz zu stellen, da sie durch die geplante Erweiterung der Grundschule in ihrem Bestand gefährdet seien.

Die Untere Landschaftsschutzbehörde in Person von Kreisoberrechtsrat Dr. Osing kann allerdings dem Ansinnen der Grünen nicht nachkommen. Osing hat sich die Bäume, bei denen er drei auf ein Alter von mindestens 100 und einen Baum auf mindestens 80 Jahre schätzt, persönlich angeschaut.

Sein Urteil ist eindeutig: Sie sind erhaltenswert, erfüllen jedoch kaum Merkmale der Kriterien für eine Ausweisung als Naturdenkmal oder geschützter Landschaftsbestandteil. Weder hätten sie ein besonderes Aussehen, ungewöhnliches Alter, seien auch nicht ortsbildprägend oder hätten wie die Gerichtslinde eine historische Bedeutung.

Sie hätten auch keinen herausragenden Wert für die Belebung, Gliederung oder Pflege des Ortsbildes. Auch gebe es die Baumschutzsatzung der Stadt, die eine Fällung nur zulasse, wenn die entsprechenden Gründe vorlägen. Dr. Osing verweist zudem darauf, dass die neue Unterschutzstellung von Bäumen nur im Wege der Landschaftsplanung eine Rolle spiele. Letztlich liege die Entscheidung über die Zukunft der Bäume eben in städtischer Hand.

Dr. Osing erkennt auch keine Missachtung der Baumschutzsatzung, die ja auch Fällungen bei Bauvorhaben erlaube, wenn der Erhalt nur unter erheblichen Beschränkungen verwirklicht werden könne.

Osing sagt, dass es sich die Stadt mit der Angelegenheit nicht leicht gemacht habe, und der Rat habe eben auch entsprechend entschieden. Auch der Vorsitzende des Beirats der Unteren Naturschutzbehörde sei beteiligt worden, schreibt Osing. Der folge den Ausführungen der Unteren Naturschutzbehörde.

Etwas kryptisch erscheint allerdings die Schlussbemerkung von Dr. Osing, die andeutete, dass es dem Mann um die Gewächse Leid tue: Da die Bäume „grundsätzlich erhaltenswert“ seien und „unter den Schutz der Satzung“ fielen, bitte er den Bürgermeister, im „weiteren Planungsprozess noch einmal eine „sorgfältige Abwägung der Planungsvarianten“ für die Schulerweiterung vorzunehmen. Und vor allem die Entscheidung für die Fällungen im Baugenehmigungsverfahren sorgfältig zu erläutern.

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