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B229n: IG bemängelt fehlende Innenstadt-Anbindung

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Von: Michael Koll

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Der Vorstand der IG B229n ortsfern: (v. l.) Franz Olbrich, Peter Renvert, Angelika Renvert, Bettina Griesenbruch. Im Bild fehlt Margarete Kind.
Der Vorstand der IG B229n ortsfern: (v. l.) Franz Olbrich, Peter Renvert, Angelika Renvert, Bettina Griesenbruch. Im Bild fehlt Margarete Kind. © Michael Koll

Gemäß ihres Namens tritt die IG B229n-ortsfern zwar lediglich für eine weiträumiger um Neuenrade geleitete Trassenführung der seit Jahrzehnten geplanten Umgehungsstraße ein. Doch ihr Vorsitzender Prof. Dr. Peter Renvert blickt derzeit gebannt nach Düsseldorf.

Neuenrade – „Denn mit den Grünen in der Landesregierung wird die Umgehungsstraße gar nicht gebaut“, frohlockte er angesichts der politischen Signale, die derzeit aus der Landeshauptstadt kommen.

Die Tränen kamen Renvert doch zunächst bei der Feststellung, dass sie sich nun seit drei Jahren nicht mehr gesehen hätten. 2019 hatte es die bis dato letzte Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft gegeben. Nun kamen 15 Interessierte zur Generalversammlung ins Hotel Kaisergarten. Aktuell gehören 31 Mitstreiter zur IG, die zu Spitzenzeiten auch einmal 72 Mitglieder zählte.

Beim Rechenschaftsbericht für die Zeit seit 2019 verlasen die Vorstandsmitglieder mit verteilten Rollen sämtliche Zeitungsberichte zum Thema Umgehungsstraße. Zu hören war so auch, dass die IG im August 2021 eine Wanderung entlang der derzeit favorisierten ortsnahen Trasse durchführte, an welcher auch der Bürgermeister und Ratsvertreter teilnahmen.

Vorsitzender Renvert hatte auch wieder schriftlich Anfragen an Ludger Siebert gerichtet, der Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen.NRW ist. In seiner Antwort verdeutlichte Siebert, dass die geplante Umgehungsstraße überörtlichen Verkehr leiten solle und keinen innerörtlichen Verkehr, der etwa auf dem Weg zu in Neuenrade befindlichen Einzelhändlern sei.

Renvert hatte in einer Frage nämlich gemutmaßt, der neue Aldi-Markt könne die Verkehrsströme erhöhen und Siebert diesbezüglich um eine Einschätzung gebeten. Die IG bemängelt an der derzeitigen Trassenplanung vor allen Dingen die fehlende Anbindung an die Innenstadt. Diese aber benötige der überörtliche Verkehr gar nicht, so der Vertreter Straßen.NRWs.

IG-Geschäftsführerin Bettina Griesenbruch indes sah neben dem Lebensmittel-Discounter auch die im Bau befindliche neue Moschee der türkischstämmigen Gemeinde einen Anziehungspunkt für auswärtige Besucher, die nach Neuenrade kämen. Zudem beklagte sie, „dass die zweitgrößte Moschee in Nordrhein-Westfalen dafür sorgen wird, dass auch die letzten Deutschen, die überhaupt noch hier wohnen, vertrieben werden“.

Weiter verriet Straßen.NRW-Vertreter Siebert in seinem Schreiben an den IG-Vorsitzenden Renvert, dass das Planfeststellungsverfahren für die Neuenrader Umgehungsstraße im vierten Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen sein solle. Danach könne dann das Baurecht für die Straße erteilt werden. Laut Renvert sei der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens allerdings bereits seit 2007 immer wieder angekündigt worden.

Geschäftsführerin Griesenbruch verlas auch noch eine SPD-Resolution an den Stadtrat, wonach die Umgehungsstraße durch die Sperrung der Rahmedetalbrücke, über welche die A45 führt, noch einmal an Dringlichkeit gewinne. Griesenbruch nannte diese Argumentation „dumm“.

Kassiererin Margarete Kind blickte in ihrem Bericht auf die vergangenen drei Jahre zurück. 2019 habe die IG-Kasse ein Minus erwirtschaftet, da in eine neue Homepage investiert worden sei. In den folgenden beiden Corona-Jahren hätten indes Rücklagen gebildet werden können.

Bei den abschließenden Wahlen wurde der komplette IG-Vorstand für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Ihm gehören neben dem Vorsitzenden Renvert, der Geschäftsführerin Griesenbruch sowie der Kassenwartin Kind auch noch die Pressewartin Angelika Renvert und der Schriftführer Franz Olbrich an.

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