Axt-Attacke: Tatwerkzeuge verschwunden

Balve/Neuenrade - Das Fleischerbeil und der Hauklotz, mit dem die beiden Angeklagten am 6. Januar 2016 angeblich einen Geschäftsmann aus Hemer bedroht haben, sind verschwunden.

Auch in einem VW Multivan, mit dem die beiden Angeklagten und ihr mutmaßliches Opfer an jenem Tag unterwegs waren, habe er die Tatwerkzeuge nicht gefunden, berichtete am Freitag ein Polizeibeamter aus Essen, der zuvor auch die Wohnung des älteren Angeklagten durchsucht hatte. 

Seiner Kollegin, die die Wohnung des jüngeren Angeklagten in Dortmund durchsucht hatte, ging es nicht viel anders: „Wir haben keine beweiserheblichen Gegenstände gefunden“, sagte sie im Landgericht.

Handys verraten Aufenthaltsorte

Hilfreicher waren die Aussagen eines Kriminalbeamten aus Iserlohn, der die immerhin beschlagnahmten Handys der Angeklagten ausgelesen hatte: Die Verbindungsdaten von Mobilfunkunternehmen zeigen, dass das Handy von einem der Angeklagten am Morgen des 6. Januar zwischen 6.06 Uhr und 6.15 Uhr von einem Funkmast in Neuenrade erfasst wurde. Um 6.20 Uhr war es dann wieder in Balve – das passt zu den vor Gericht gemachten Angaben über die „Baustellenbesichtigungen“ mit dem Opfer.

Im Januar muss es um diese Zeit noch dunkel gewesen sein – das Morgengrauen stand kurz bevor. Ein Polizeibeamter berichtete von der Vernehmung des Geschäftsmannes aus Hemer am Nachmittag des 6. Januar. Scheinbar hatte er zunächst gezögert, was er nach der Exkursion tun sollte. 

"Sehr besorgt um sich und seine Familie“

Die Angeklagten hatten ihn an jenem Morgen etwa einen Kilometer entfernt von seiner Firma wieder laufen lassen. Bevor er zur Polizei ging, holte er per Handy noch den Rat eines Bekannten ein. „Er war sehr besorgt um sich und seine Familie“, erinnerte sich der Beamte, der ihn vernommen hatte. Angeblich hatten die Angeklagten ihm klar gemacht, dass sie wüssten, wo er wohne.

Auch der ihn erstmals vernehmende Polizist hörte die Geschichte von einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Zeugen und einem der beiden Angeklagten im November 2015. Beide Kontrahenten kamen offenbar nicht ungeschoren aus dieser Keilerei heraus.

Der 40-jährige Angeklagte hatte danach Strafanzeige gegen den Hemeraner gestellt. Erhebliche Bedeutung für den weiteren Fortgang des Strafverfahrens hat nun die Vernehmung des Geschäftsmannes aus Hemer. Er soll am kommenden Dienstag zu den Geschehnissen jenes Morgens befragt werden.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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