Elektro-Autos

E-Mobilität: Der Markt der Zukunft

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Bei Posselt & Eifert werden die Street Scooter der Deutschen Post gewartet und repariert.

Neuenrade - Für Oliver Eifert, Mitinhaber der Werkstatt Posselt & Eifert, ist die Sache klar: Dem Elektro-Auto gehört die Zukunft. Längst hat er sich darauf eingestellt.

Er hat sich entsprechend weitergebildet. Und es lohnt sich für ihn: Die Street-Scooter der Deutschen Post werden bei ihm gewartet und repariert. Und inzwischen kommen auch Besitzer von E-Golf oder Elektro-Audis zu ihm.

Eifert kann ein entsprechendes Zertifikat vorweisen. Sein Unternehmen ist Teil eines freien Werkstatt-Netzes, das durch flächendeckende Schulungen und Qualifizierungen über die Dekra unter dem Dach der Global Automotive Service die nötige Qualifizierung hat und weiter entwickelt.

Eifert, der auch im Beirat der freien Werkstätten sitzt, ist in der Branche viel unterwegs, hat mit den Tesla-Leuten zu tun. Erst jüngst war er in Südeuropa auf einer Konferenz.

Andere Länder sind viel weiter

Von dort hat er auch die Erkenntnis mitgebracht, dass zum Beispiel die Spanier schon viel weiter seien als die Deutschen. Auch verbrachte er drei Tage an der Bielefelder Hochschule, befasste sich dort mit dem Thema Elektro-Mobilität.

Eifert weiß viel zu berichten. Zum Beispiel von der Werdohler Aluminiumgießerei, die sich extra eine Maschine für Elektromotorengehäuse angeschafft hat. Eifert hat zudem Zahlen und Statistiken parat und macht sich doch Sorgen um die Kraftfahrzeugreparaturbranche, zumindest um jene, die sich zurückhielten und hinsichtlich der Elektromobilität noch investieren müssten.

Viele Werkstätten könnten verschwinden

Vor diesem Hintergrund würden bis 2020 viele Werkstätten verschwinden, davon ist er überzeugt. Dabei, so betont Eifert, seien die Verdienstchancen besser. So ist der Materialeinsatz bei E-Autos geringer, der Lohnanteil höher.

Derzeit sei es bei der Reparatur von Verbrennern anders herum. Dabei gehe an den Elektro-Fahrzeugen kaum etwas kaputt. Das sei stressfrei. Da habe man eher mit Bedienfehlern und Software zu tun, ließ Eifert durchblicken. Ein Akku-Problem habe es nur in einem Fall gegeben. Ansonsten gelte es eben Verschleißteile wie Bremsen und dergleichen zu reparieren.

Die Emotionalität weicht der Sachlichkeit

Zudem sieht er einen Wandel bei der Mobilität. So weiche die Emotionalität gegenüber Fahrzeugen einer Sachlichkeit. Für die jungen Leute sei ein Auto vielfach schlicht das Mittel zum Zweck, um von A nach B zu kommen. Car-Sharing würde vor diesem Hintergrund mehr an Bedeutung gewinnen.

Ein Umbruch setze ein: Schon jetzt würden bei Handwerkern E-Autos Thema. Eifert erzählt von einem Landschaftspfleger, der sich ein E-Auto anschaffe, allein schon, weil das besser zum Geschäft passe. In der Tat. Auch andere Handwerker äußerten sich gegenüber der Redaktion, dass sie mit der Anschaffung eines E-Autos liebäugelten.

Noch fehlen die Ladestationen

Was noch fehlt, ist die Infrastruktur: Ladestationen sind nicht all zu häufig. Bei Tankstellen wie Großhaus scheut man (noch) die Investition. Zu gering sei die Nachfrage, um in eine teure Ladestation zu installieren. „Die sind so utopisch teuer und es gibt noch zu wenige E-Autos“, sagt Mady Großhaus, Geschäftsführerin der Tank & Wasch GmbH. 

Und manche Rahmenbedingungen seien auch nicht klar. Bislang würden E-Auto-Besitzer auch noch zu Hause Strom tanken oder eben am Betrieb, wenn es sich um ein Firmenfahrzeug handeln würde. Mady Großhaus hat das Thema aber im Blick und wird natürlich flott reagieren, wenn es der Markt erforderlich mache.

Von Peter von der Beck

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