Höllmecke: Mit Geisterfahrern ist stets zu rechnen

Hier fahren tatsächlich Autofahrer bergab –und riskieren ihr Leben und das Leben anderer. - Foto: von der Beck

Neuenrade - „Zwei Minuten früher und es hätte Tote gegeben“. Da ist sich Heidrun Kahn sicher. Denn kurz zuvor hatte sie noch beobachtet wie sich zwei junge Golf-Fahrer mit ihren Autos ein Rennen die Höllmecke hinauf geliefert hätten.

Von Peter von der Beck

Und eben nur wenig später sei ein Kleinwagen die Höllmecke hinuntergefahren - entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Es war nicht der einzige Vorfall.

Heidrun Kahn und ihre Begleitung waren am Sonntag auf den Serpentinen der Höllmecke als Wanderer unterwegs und konnten das Schauspiel dann quasi aus nächster Nähe beobachten.

Zum Hintergrund: Auf der Höllmecke ist wegen der Baustelle in Werdohl (wir berichteten) eine Einbahnstraßenregelung für diese Strecke eingeführt worden. So soll die Verkehrssituation wegen der Bauarbeiten entschärft werden. Insbesondere Lastwagen werden auf diesem Weg umgeleitet.

Seitdem häufen sich die Berichte über Autofahrer, welche die Einbahnstraßenregelung „übersehen“. Dass man dabei die Schilder eingangs der Höllmecke in der Nähe der Neuenrader Wilhelmshöhe allerdings nicht übersehen kann, davon überzeugen sich Heidrun Kahn und ihre Begleitung später: Vier an beiden Straßenseiten angebrachte Einfahrt-Verboten-Schilder nebst zwei anderer Hinweis-Schildern machen es offensichtlich: Die Fahrtrichtung wird wohl absichtlich ignoriert. Und just als sie die Situation begutachteten, sei ein Audi bergab gerauscht, ohne die Schilder zu beachten.

Für ein Aufschreiben der Autonummer sei das Auto zu schnell gewesen. Natürlich habe man sich bei der Polizei gemeldet, sagte Kahn. Den Gang zur Presse habe man ihr empfohlen, nicht ohne den mahnenden Hinweis an die Wanderer, dass man dort auch schön auf der linken Seite entlang marschieren möge.

Heidrun Kahn und ihre Begleiterin waren tatsächlich dort als Wanderer unterwegs, mussten einige hundert Meter auf der Landstraße zurücklegen, bis sie einen Waldweg dann zum Weitermarsch nutzen konnten.

Kahn ist fassungslos angesichts der Unverfrorenheit mancher Verkehrsteilnehmer: „Die spielen nicht nur mit ihrem eigenen Leben sondern auch mit dem Leben anderer“. Sie empfiehlt Autofahrern, welche die Hölmecke in Richtung Werdohl nutzen, insbesondere sonntags dort äußerst vorsichtig zu fahren.

Wie dem auch sei: Bei der Polizei hat man wohl von der Problematik gehört, auch hat sich schon der eine oder andere Polizist aufgrund von Hinweisen auf die Lauer gelegt, doch erwischt habe man niemanden, hieß es unlängst.

Gleichwohl hat Polizeisprecher Dietmar Boronowski den Verkehrsdienst nun über die Vorkommnisse informiert. Es wird also verstärkt kontrolliert. Dabei hält sich die Strafe für Autofahrer in Grenzen: Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung werde mit 20 Euro (Pkw) oder 35 Euro (Lkw) geahndet, sagte Boronowski.

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