Nach der Flut in Neuenrade: Jetzt beginnt das große Aufräumen

Wie Strohhalme wurden die Entwässerungsrohre der Höllmecke-Fahrbahn in der Gegend verteilt. Sie liegen normalerweise unter Schotter und Kies begraben.
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Wie Strohhalme wurden die Entwässerungsrohre der Höllmecke-Fahrbahn in der Gegend verteilt. Sie liegen normalerweise unter Schotter und Kies begraben.

Autofahrer ignorieren Absperrung und versuchen die Höllmecke zu befahren, Reinigungsmaßnahmen überall in der Stadt. Das große Aufräumen hat begonnen.

Neuenrade - Marcus Henninger, bei der Stadt Neuenrade nicht nur fürs Bauamt sondern auch fürs Ordnungsamt verantwortlich, musste sich am Freitag noch um die verstärkte Absperrung der Höllmecke kümmern. Dort versuchten immer noch Autofahrer hinunterzufahren und begaben sich – vermutlich ohne es zu ahnen – in Lebensgefahr. Denn die Fahrbahn war an vielen Stellen durch den Starkregen unterspült. Links und rechts befinden sich bis zu zwei Meter tiefe Rinnen und Hohlräume. Ein Versuch, eine Fahrspur (vermutlich mittels Radlader) freizuschieben, schlug offenbar fehl. Die Spur war wieder mit scharfkantigen Schieferbrocken übersät. Zudem: Die gefährlichen Unterspülungen wurden nur dort sichtbar, wo der Asphaltbelag zur Hälfte abgebrochen und in den tosenden Bach gestürzt war. Die Stadt habe den Bereich dort zunächst nicht zu massiv abgesichert, damit Anwohner noch zu ihrem Besitz fahren konnten, nun musste man weitere Maßnahmen ergreifen.

Kanäle spülen

Überall auf dem Stadtgebiet herrschte am Donnerstag und Freitag viel Aufräumaktivität. An der Dahler Straße hatten Anwohner durchnässte Sachen rausgestellt, an der Ersten Straße war zum Beispiel der Kanalspülwagen aktiv. Zwei Mitarbeiter spülten mit Hochdruck Wasser in die Kanäle, um die Rohrleitungen von eingedrungenem Schotter und Lehm freizuspülen. „Beim nächsten Regen muss die Kanalisation ja funktionieren“, sagte Henninger, der auch noch technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Neuenrade ist.

Fremdfirmen engagiert

Auch Reinigungsvehikel von Fremdfirmen waren im Stadtgebiet unterwegs, um die Straßen zu reinigen. „Das kann unser Bauhof alles gar nicht bewältigen“, sagte Henninger. Auch aus diesem Grund hatte die Stadt noch „drei Fremdfirmen“ engagiert, die bei den Sicherungs- und Aufräumarbeiten ihre Kapazitäten zur Verfügung stellten. Großgerät Gerät war im Einsatz, um Einläufe zu reinigen, Dämme anzulegen.

Rathauskeller und Grundschule laufen voll

Nicht nur Privates, sondern auch städtisches Eigentum erlitt Schäden. Die Räume der OGS in der Grundschule waren überschwemmt worden und werden aktuell in Ordnung gebracht. Zudem lief der Rathauskeller voll, Akten mussten in Sicherheit gebracht werden. Bis 22.30 Uhr am Donnerstag wurden Papiere hochgepackt. Auch Bürgermeister Antonius Weisemann war da noch mit dabei. Der freute sich über viele Helfer, die spontan mit anpackten. Der Schaden hielt sich deshalb in Grenzen und weil es Quellwasser war.

In Blintrop war es knapp

In Blintrop führte das Hochwasser der Borke zu vereinzelten vollgelaufenen Kellern. Die große Überschwemmung fiel dort aber aus. „Es war kurz vor knapp. Eine Handbreit am Einlauf fehlte,“ sagte Henninger.

Manöverkritik geplant

Einen Manöverkritik wird es nach Angaben von Bürgermeister Wiesemann noch geben. „Wir werden natürlich fragen, wie wir uns besser vorbereiten können“. Regenrückhaltebecken und Renaturierung seien mögliche Ansätze.

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