Ausstellung und Vernissage

Johanna Winkelgrund zeigt menschliche Gestalten

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Die Grafikerin, Malerin und Zeichnerin Johanna Winkelgrund lebt in Plettenberg.

Neuenrade - In ihrer Ausstellung „Mittendrin am Rand“ widmet sich Johanna Winkelgrund menschlichen Gestalten. Die Ausstellung wird am Sonntag, 8. Oktober, mit einer Vernissage eröffnet.

Ob vereinzelt, einsam, ob als Paar oder Gruppe im Spielsalon, im Karussell, am Rechner, beim Einkauf – Johanna Winkelgrund beschäftigt sich in diesen Szenerien mit menschlichen Gestalten. Die Ausstellung ist bis Ende Oktober in der Stadtgalerie in Neuenrade zu sehen.

Die Künstlerin wird nach eigenen Angaben Zeichnungen, Malereien und Linolschnitte zeigen. „Mir geht es in meiner Malerei, Grafik und Zeichnung hauptsächlich um die menschliche Gestalt“, erklärt Johanna Winkelgrund.

Szenen aus dem Alltag

In ihren Bildern entwirft sie Szenen, die dem Alltag abgetrotzt sind: Aufgeschnappt im Vorübergehen, oder in beharrlicher Beobachtung zur durchdachten Komposition verdichtet.

Winkelgrund beschreibt die Motive ihrer neuesten Ausstellung weiter: „Einzeln in weiter Landschaft, auf grüner Hügelwelle sitzend, oder in der Stadt an einer Haltestelle wartend, sowie in Gebäuden sich aufhaltend; das gehört für mich zu demselben Thema ,Mensch und Raum’.“

Im Mittelpunkt stehe deshalb die menschliche Gestalt – vom komplett isolierten Menschen bis hin zur vernetzten Gruppe: Sogar beim Bild eines Kachelofens in chaotischer Umgebung stelle sie sich Fragen nach demjenigen, der dies so hinterlassen hat. Inspiriert seien die Figuren vor allem von der klassischen Moderne, ausgehend von der Zeichnung.

Winkelgrund erfasse „das Individuum pauschal, baut es in verschiedenen Haltungen zueinander in den Raum, sei es im Innenraum oder in der freien Natur“, schreibt der Leipziger Kunsthistoriker und Journalist Thomas Staudt über die in Plettenberg lebende Künstlerin.

Zeugnisse der menschlichen Vereinzelung

„Doch sind ihre Schöpfungen beredtes Zeugnis der Vereinzelung des Menschen in der heutigen Zeit, in der die Kommunikationsmöglichkeiten die Menschen im begrenzten Raum separierter Mikrokosmen (Freundeskreis, Familie, Beruf) mehr vereinzeln als miteinander verbinden.“

Johanna Winkelgrund wurde 1969 in Cottbus geboren. Nach verschiedenen künstlerischen Studien zog sie 1989 nach Leipzig, wo sie später an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studierte. Dort war die Künstlerin von 2000 bis 2002 Meisterschülerin, bevor sie ein Stipendium des Kunstvereins „Werkstatt Plettenberg“ erhielt.

Seit 2004 lebt Winkelgrund in Plettenberg, gründete dort die Künstlergruppe Puls. Seit 2000 geht sie ihrer Tätigkeit freiberuflich nach.

Ausstellungen in Cottbus und Leipzig genauso wie im Sauerland, ganz Deutschland und den Niederlanden gehören seit 1999 zum Repertoire Johanna Winkelgrunds. Ihren Einstand im Sauerland gab sie 2003 mit einer Ausstellung in der Kunstwerkstatt „Werkstatt Plettenberg“.

Dort folgte im Jahr 2011 die Ausstellung „Unwicht“, unter dem Titel „Vordergründig-Hintergründig stellte sie 2013 im Meinerzhagener Haus Nordhelle aus, in der Galerie Klee in Lüdenscheid folgte die Ausstellung „Gründe“.

Im Rahmen des Landesprogramms „Kultur und Schule“ leitete Johanna Winkelgrund bereits mehrere Projekte für Schüler an der Neuenrader Burgschule, ein Projekt mit dem Titel „Im Gegenteil“ hat in der vergangenen Woche begonnen.

Ausstellung bis zum 29. Oktober

Die Vernissage in der Stadtgalerie, Niederheide 3, beginnt am Sonntag um 11.15 Uhr. Die Ausstellung wird an gleicher Stelle bis Sonntag, 29. Oktober, jeweils samstags von 10 bis 12.30 sowie sonntags von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet sein. Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach einer Anmeldung unter Tel. 02392/69327 möglich.

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