"Pferde" in der Stadtgalerie

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Klaus Peter Sasse eröffnete die Ausstellung der Affelner Künstlerin Beate Overhoff. Dazu stieg er auf einen drehbaren Hocker. Bürgermeister Antonius Wiesemann sorgte für seine Sicherheit.

Neuenrade - Auf dem Rücken eines Pferdes ändert sich ein wenig die Perspektive auf die Welt. Es war, als wollte Klaus Peter Sasse dieses „Sattelgefühl“ ein wenig nachvollziehen, als er am Sonntag in der Stadtgalerie auf einen drehbaren Hocker stieg, um in das Werk von Beate Overhoff einzuführen

Bürgermeister Antonius Wiesemann sekundierte mit einer Schulter, die Sicherheit und Stabilität versprach. „Es passiert nichts“, versicherte Klaus Peter Sasse. Und die Künstlerin aus Affeln hatte allen Grund zu strahlen: Das Publikumsinteresse überstieg noch jenes Maß, das jede Ausstellungseröffnung an diesem Ort zu einer lebendigen Veranstaltung macht. 

„Pferde“ lautet der schlichte Titel der Ausstellung, die tatsächlich kein Bild ohne Pferd zeigt. Passend wäre auch der Titel „Faszination Pferd“ gewesen, aber der wurde für Beate Overhoffs Einzelausstellung in der Reiter- und Pferdestadt Warendorf gebraucht.

 „Seit ihrer Jugendzeit waren Pferde Teil ihres Lebens“, hieß es zu jener großen Ausstellung. „Zunächst als tierische Gefährten, dann im aktiven Springsport.“ Klaus Peter Sasse schilderte Beate Overhoffs Stationen professioneller Anleitung. Eine besondere Rolle spielte dabei Professor Qi Ynag vom Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie in Bochum (IBKK). „Mal deine Pferde!“, zitierte Klaus Peter Sasse dessen Ahnung für Beate Overhoffs besondere Passion. Und er gab ihr noch eine Aufgabe mit auf den künstlerischen Weg: „Bist du dazu in der Lage zu zeigen, was das Wesen des Pferdes ist?“ 

Tatsächlich zeigt sich in der Ausstellung, wie vielfältig das Wesen Pferd ist: Herdentier und Einzelgänger, mal neugierig, mal stürmisch, selten ängstlich und zumeist stolz und erhaben. „Kraft, Geschwindigkeit und Dynamik sind in diesen Bildern zu einem Gesamteindruck vereinigt“, stellte Klaus Peter Sasse fest und lobte die Künstlerin: „So kann man nur malen, wenn man den Gegenstand des Bildes, das Pferd, ganz genau kennt.“

 Natürlich fehlte nicht der Hinweis auf jenen Künstler, dessen Name wie kein anderer mit „bunten“ Tieren verbunden ist: Franz Marc, der entsetzlich früh bei einem Erkundungsritt während des 1. Weltkriegs zu Tode kam. Wie bei ihm haben sich bei Beate Overhoff die verwendeten Farben emanzipiert von den natürlichen Pferdefarben. Mit expressionistischer Kraft erstrahlen sie in allen Grundfarben. 

Doch das ist kein Zwang: Neben den bunten Bildern gibt es viele, auf denen Pferde durchaus realistische Farben von Weiß über Grau bis Schwarz aufweisen, und auch sie haben ihren ganz eigenen Reiz: Die helle Farbe der Schimmel etwa lenkt den Blick auf Konturen und Formen. Eines der schönsten Bilder trägt den Titel „Weitblick“ – es besticht durch Reduktion, in der das gezeigte Pferd gleichwohl sehr prägnant und präsent erscheint. 

Klaus Peter Sasse fasste die Spannweite der Möglichkeiten treffend zusammen: „Von naturalistisch bis reduziert-abstrakt“. Und er lobte: „Wie ist das schön!“

Beate Overhoffs Ausstellung „Pferde“ ist bis zum 15. April in der Stadtgalerie Neuenrade (Aula der Hönnequell-Schule, Niederheide 3) jeweils samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 15 bis 17.30 Uhr zu sehen. Am 8. April spielt das Trio feliz im Ausstellungsraum ab 18 Uhr Swing, Bossa Nova, Soul und Pop.

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