Stadtwald: Schwarze Zahlen

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Trotz hoher Kosten für die Pflege der neuen Bäume erwartet die Stadt einen Nettoerlös von rund 3000 Euro. ▪

NEUENRADE ▪ Obwohl die Stadt Neuenrade über 300 Hektar Waldfläche besitzt, wird sie daran im kommenden Jahr wahrscheinlich nur gute 3000 Euro verdienen. Das geht aus einer Vorlage der Stadtverwaltung hervor, über die der Ausschuss für Umweltschutz und Forsten am Montagabend abstimmen wird.

Vor allem die Kyrillschäden im Revier Neuenrade schlagen negativ zu Buche: In diesem Teil des Stadtwalds werden Verluste in Höhe von fast 40 000 Euro erwartet. Diese können jedoch durch einen erwarteten Nettoerlös im Revier Affeln in Höhe von 43 000 Euro ausgeglichen werden.

Seit 2007 gab es keinen Wirtschaftsplan für den Neuenrader Stadtwald. Die Stadt musste erst einmal die Flächen wieder aufforsten, die der Orkan Kyrill zerstört hatte, und das dabei herabgefallene Holz vermarkten. Für das Jahr 2013 will die Stadt wieder einen Wirtschaftsplan aufstellen.

Etwa zwei Drittel des Stadtwaldes liegen im Revier Neuenrade, ein Drittel im Revier Affeln. Obwohl die Aufforstung nach Kyrill im Revier Neuenrade schon weit fortgeschritten ist, entstehen hier weiter sehr hohe Ausgaben in Folge der Sturmschäden. 45 000 Euro kostet es, die neu angepflanzten Bäume zu pflegen und vor äsendem Wild zu schützen. Um letzte Kyrill-Flächen wieder zu bepflanzen, sieht der Wirtschaftsplan für 2013 rund 20 000 Euro vor.

Im Revier Affeln fielen die Kyrill-Schäden deutlich geringer aus. Zum Vergleich: Für Kulturpflege und Schutz vor Wildschäden werden hier nur knappe 6 500 Euro veranschlagt. In beiden Revieren müssen regelmäßig Bestände durchforstet werden. Dabei werden die Bäume entfernt, die besser gewachsenen Pflanzen den Platz wegnehmen. Dafür kalkuliert die Stadtverwaltung im Revier Affeln fast doppelt soviel Geld wie für das Revier Neuenrade – obwohl sie in Affeln nur eine halb so große Waldfläche besitzt. Das liegt daran, dass auf den Neuenrader Kyrill-Flächen noch kein verwertbares Holz nachgewachsen ist, während in Affeln noch viele erwachsene Bäume stehen.

Insgesamt ergeben sich für das Revier Affeln Kosten in Höhe von knapp 31 400 Euro. Für das Revier Neuenrade werden Ausgaben in Höhe von gut 78 500 Euro entstehen. Die Aufstellung der erwarteten Erlöse aus dem Holzverkauf fällt genau andersherum aus. In Neuenrade können die erwarteten Einnahmen von 38 500 Euro die Kosten nur zur Hälfte abdecken, es entsteht ein Defizit von knapp 40 000 Euro. Dagegen liegen die erwarteten Erlöse aus dem Holzverkauf in Affeln bei 74 400 Euro. Die Stadtverwaltung rechnet daher mit einem Nettoerlös von 43 000 Euro. 3000 Euro bleiben so am Ende für die Stadtkasse.

Ob die Stadt Neuenrade mit ihren Waldflächen auch in den Jahren nach 2013 schwarze Zahlen schreiben kann, ist ungewiss. Das positive Ergebnis in 2013 könne nur aufgrund der nach wie vor guten Holzmarktlage erzielt werden, heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses am Montag. „Ob dies in den Folgejahren auch möglich sein wird, bleibt abzuwarten“, schreibt die Verwaltung weiter. ▪ Constanze Raidt

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