Ausbildung hier nur nach erfolgreichem Test

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Stefan Hilleke (li.) hält nichts von Zeugnissen. ▪

NEUENRADE ▪ Stefan Hilleke, Chef der Schürmann & Hilleke GmbH, welche Befestigungselement produziert, nimmt kein Blatt vor den Mund. „Auf Zeugnisse geben wir gar nichts“. Denn Zeugnisse hätten heutzutage keine Aussagekraft mehr. Eine klare Ansage in Richtung Schule.

Deshalb setzen Hilleke und die Verantwortlichen Mitarbeiter Egbert Linn und Christof Metz, Betriebsmeister und Ausbilder, und die fürs Personal verantwortliche Annemarie Meyer auf Einstellungstests für Azubis. Den müssen die jungen Leute, die bei diesem Unternehmen anfangen wollen, durchlaufen. Die Bewerber müssen vor allem Persönlichkeit beweisen, müssen zeigen, dass sie als junge Leute „mit beiden Beinen auf der Erde stehen“, ihnen sollte das Zeitunglesen nicht fremd sein. Denn auch auf eine gesunde Allgemeinbildung wird bei Schürmann & Hilleke Wert gelegt. „Das Gesamtpaket muss stimmen“, betont Betriebsmeister Linn.

Auch die Vertreterin der Arbeitsagentur, Bereichsleiterin Melanie Anlauf, ging kritisch mit dem Thema Zeugnis um. Manch Arbeitgeber würde zu sehr auf Zeugnisse schauen.

Anlauf war mit einem Tross von Arbeitsagenturvertretern zur Neuenrader Firma Schürmann & Hilleke gekommen um am Tag der Ausbildung gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Peter Sasse eben für das Thema Ausbildung zu trommeln und Ausbildungsplätze zu suchen. Die Firma Schürmann & Hilleke wurde besucht, weil dieses Unternehmen traditionell viel ausbildet. Aktuell sind „neun von 130 Mitarbeitern“ Lehrlinge in verschiedenen Ausbildungsstadien

Zwei Ausbildungsstellen im gewerblichen Bereich (Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker und oder Maschinen und Anlagenführer) sind zu vergeben, auch im kaufmännischen Bereich sollen zwei Stellen ausgeschrieben werden.

Wie sich die aktuelle Lehrstellensituation speziell in Neuenrade darstellt, konnte die Arbeitsagentur nicht darstellen. Sie hatte nur die Zahlen für Werdohl und Neuenrade parat. Demnach gibt es aktuell noch 119 unversorgte Bewerber bei einer Gesamtzahl von 222 Bewerbern. Insgesamt hat die Zahl der Lehrstellenangebote im Vergleich zum Vorjahresmonat erheblich zugenommen

Bürgermeister Klaus Peter Sasse verwies noch einmal darauf, dass es darauf ankomme, dass auch die Unternehmen verstärkt auf die Schulen und Schüler zugehen sollten. Und dass die Gründung der Gemeinschaftsschule auch für den Neuenrader Unternehmensnachwuchs wichtig sei. Stefan Hilleke verwies in diesem Zusammenhang auf die Azubi-Messe, welche in Werdohl für Werdohl und Neuenrade stattfinde. Das sei sicher ein Schritt der Unternehmen in Richtung Schüler. Doch er würde lieber eine lokale Variante bevorzugen. Eine Azubi-messe könne man doch auch im Kaisergarten veranstalten. Da sei Platz genug. Bürgermeister Sasse bat einfach darum abzuwarten.

Peter von der Beck

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