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Radwegenetz: Ausbau in Neuenrade würde eine Million kosten

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Von: Peter von der Beck

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Der Maßnahmenplan für ein alltagstaugliches Radwegenetz in Neuenrade mit jenen Stellen, die es zu optimieren gilt. Plan
Der Maßnahmenplan für ein alltagstaugliches Radwegenetz in Neuenrade mit jenen Stellen, die es zu optimieren gilt. © VIA eg

Masterplan Radwegenetz: Planer der Agentur VIA präsentiert empfehlenswerte Maßnahmen für Neuenrade.

Neuenrade – Insgesamt müssten für das Radwegenetz im Märkischen Kreis doch ganz schön viel Steuermittel bemüht werden: 150 Millionen Euro wären für die Musterlösung nötig. „Für Neuenrade würde eine gute Million Euro fällig werden,“ sagte Dominic Tönnies vom Planungsbüro VIA eG.

Im Auftrag des Kreistags

Tönnies war in der Ratssitzung am 8. Februar zugegen, um den Neuenrader Ratsmitgliedern den Masterplan Radverkehrsnetz Alltagsradverkehr zu präsentieren. Das passierte nicht aus heiterem Himmel. Der Kreistag hatte vor gut zweieinhalb Jahren die Verwaltung beauftragt, einen Masterplan für ein kreisweites, alltagstaugliches Radverkehrsnetz erstellen zu lassen und die erforderlichen Mittel dafür bereitgestellt.

„Sichere und komfortable Radverbindungen“

Das beauftragte Planungsbüro VIA eG in Köln hat daraufhin in Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Kommunen und unter Beteiligung der Öffentlichkeit ein Gesamtkonzept „mit der Zielsetzung, sichere und komfortable Radverbindungen zu erschließen, erarbeitet“. Bauartübergreifend sollte das erfolgen.

Kreisweit 150 Millionen Euro

Das gestaltete sich nicht einfach: Die Agentur ging dabei streng methodisch vor, hatte als Basis zunächst das kreisweite Wunschrutennetz herangezogen, um dann sukzessive bestehende Radwege und andere nutzbare Strecken einzubinden. Ein Entwurf wurde als Vorschlag ins Netz gestellt, hier konnten Vorschläge eingebracht werden, es gab diverse Treffen der Akteure, die Agentur nahm eine Defizitanalyse vor und erstellte, auch aufgrund der Rückmeldungen, ein neues Konzept. Nun steht nach Maßnahmenentwicklung und deren Priorisierung ein Kataster mit Maßnahmen zur Verfügung. Diese Musterlösung koste kreisweit eben 150 Millionen Euro.

Fördermöglichkeiten

Die Umsetzung des Masterplans soll nun professionell begleitet werden – mithilfe eines Radverkehrsbeauftragten. Ein entsprechender Kreistagsbeschluss liegt vor. Dominik Tönnies vom Planungsbüro präsentierte umfassend seine Vorgehensweise, ließ durchblicken, dass es diverse Fördermöglichkeiten gebe, die zum Teil eine Quote von 80 Prozent aufweisen würden.

Bedeutende Rolle des Radverkehrsbeauftragten

Man geht dabei wohl von einem Standard aus, den Radwege haben müssten. So wurde zum Beispiel der Weg „nördliche Hönnetalbahn“ präsentiert. Hier wird moniert, dass dieser Weg mit einer Breite von 2,10 Meter deutlich unter 2,50 Meter liege. Der Radweg soll dort folglich auf 2,50 Breite ausgebaut werden. Dementsprechend ist auch beim Neuenrader Radwegenetz der größte Kostenpunkt der Ausbau nach „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“, den der Planer mit mehr als 400 000 Euro bezifferte, die punktuelle Deckenerneuerung schlägt mit 370 000 Euro zu Buche, Oberflächensanierungen kosten grob geschätzt rund 200 000 Euro. Schnell gemacht ist sicherlich das Thema Beschilderung oder Optimierung der Vorfahrt. Tönnies betonte in einem Telefongespräch, dass dem Radverkehrsbeauftragten des Kreises eine besondere Rolle zukomme – mit ihm könnten die Akteure vor Ort gegebenenfalls Alternativen entwickeln.

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