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Ausbau der Burgschule: SPD und Grüne wollen neue Planung für den Baumerhalt

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Von: Carla Witt

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Der Rat soll am Mittwoch über die Zukunft der Bäume an der Poststraße entscheiden. Grüne und SPD machen sich, ebenso wie die Baumfreunde, für den Erhalt stark.
Der Rat soll am Mittwoch über die Zukunft der Bäume an der Poststraße entscheiden. Grüne und SPD machen sich, ebenso wie die Baumfreunde, für den Erhalt stark. © von der Beck, Peter

Die Bäume an der Villa Poststraße dürfen dem Ausbau der Burgschule nicht zum Opfer fallen – diese Ansicht vertreten sowohl die Neuenrader Sozialdemokraten als auch die Grünen.

Im Rahmen der Ratssitzung am Mittwoch, 26. Januar (17 Uhr, Kaisergarten), soll über zwei entsprechende Anträge beraten werden.

Dann werden auch Vertreter der Neuenrader Baumfreunde anwesend sein. Diese Gruppe setzt sich ebenfalls für den Erhalt der Buchen und Linden ein. Die Neuenrader hatten nicht nur unter Coronabedingungen in der Vorweihnachtszeit mehr als 250 Unterschriften gesammelt, sondern auch einen Gutachter beauftragt, der den Bäumen eine „ausgezeichnete Vitalität“ bescheinigt.

Architekturbüro soll Alternativen erarbeiten

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Christiane Vollmer ist überzeugt: „Auf der zur Verfügung stehenden Fläche kann so gebaut werden, dass die Bäume stehen bleiben können.“ Es müsse möglich sein, die Pläne zu ändern, so Vollmer. Sie schlägt vor, das beauftragte Architekturbüro um die Erstellung von ein oder zwei Alternativentwürfen zu bitten. „Das ist meine Idee, die ich zunächst in unserer Fraktionssitzung am Dienstag vorstellen werde“, erklärt die Grüne.

Wichtig sei, nicht nur die Bäume, sondern auch die Villa zu erhalten. „Denn wenn das Gebäude abgerissen würde, wäre das nach Aussage des Gutachters auch sehr schlecht für die Zukunft der Bäume“, beschreibt Christiane Vollmer. Ein Architektenwettbewerb sei aus ihrer Sicht aber nicht erforderlich. Ein Alternativvorschlag könne schneller umgesetzt werden und sei preiswerter. Die Grünen-Vorsitzende beziffert die Mehrkosten für einen weiteren Entwurf auf etwa 20 000 Euro.

SPD will „noch einmal in die Planung einsteigen“

Auch die SPD pocht nicht unbedingt auf den in ihrem Antrag geforderten Architektenwettbewerb mit Bürgerbeteiligung. „Normalerweise wäre das bei einem Bauvorhaben in dieser Größenordnung absolut notwendig. In Zukunft muss das auch so geplant werden“, sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Wette. Um Zeit zu sparen, könne man im vorliegenden Fall allerdings eventuell noch einmal darauf verzichten. Das erklärt auch die Co-Fraktionsvorsitzende Ulrike Wolfinger: „Wir wollen aber noch einmal in die Planung einsteigen, eventuell auch mit dem bereits beauftragten Architekturbüro.“

Das erklärte Ziel müsse dabei der Erhalt der Bäume sein. „Das ist uns ein Herzensanliegen.“ Auch höhere Planungskosten und eine verlängerte Planungsphase müssten dafür in Kauf genommen werden.

SPD: Villa kann abgerissen werden

Dem Abriss der Villa stehen die Sozialdemokraten aber nicht ablehnend gegenüber. „Schon beim Erwerb der Grundstücke war uns klar, dass die Bebauung wohl abgerissen wird“, erklärt Wolfinger. Zudem sei die Villa offensichtlich nicht unbedingt in einem guten baulichen Zustand.

Wolfinger und Wette machen deutlich, dass die Kritik an der bisherigen Planung nichts mit dem pädagogischen Konzept der Schule zu tun habe. „Es geht uns nur um die Nutzung und Bebauung des Grundstücks“, unterstreicht Wolfinger. Thomas Wette kann das Argument, die Bauplanung sei auf das pädagogische Konzept der Burgschule zugeschnitten, ohnehin nicht nachvollziehen: „Wenn sich das pädagogische Konzept in zehn Jahren ändert – was ja durchaus üblich und zeitgemäß ist – dann reißen wir doch auch nicht das ganze Schulgebäude wieder ab.“

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