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Ausbau der Burggrundschule: Kritik an den vorgelegten Plänen

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Von: Carla Witt, Maximilian Birke

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Halbrund soll der Anbau an die Burggrundschule werden. Die Planungen sehen vor, dafür ein Grundstück an der Poststraße zu nutzen.
Halbrund soll der Anbau an die Burggrundschule werden. Die Planungen sehen vor, dafür ein Grundstück an der Poststraße zu nutzen. © von der Beck, Peter

Als „suboptimal“ bezeichnet der SPD-Vorsitzende Thomas Wette die von der Verwaltung vorgestellten Pläne für den Anbau der Burggrundschule. In einem von ihm unterzeichneten Antrag vom 22. Dezember fordert die SPD-Fraktion den Rat nun dazu auf, die bisherigen Planungen aufzugeben und eine Bürgerbeteiligung zuzulassen.

Neuenrade - Erst während der Haushaltsplanberatungen hätten die Sozialdemokraten erfahren, dass es sich bei dem Umbau um ein Projekt handelt, „das mindestens fünf Millionen Euro Volumen hat.“ Somit werde die Umgestaltung der Schule zu „einem der größten Bauvorhaben, welches die Stadt Neuenrade in den letzten Jahren geplant hat“. Wette unterstreicht: „Daher finden wir es wichtig, dass solch ein stadtprägendes Projekt mit Bürgerbeteiligung durchgeführt wird.“

Nach Ansicht der SPD-Fraktion könnte auf der Fläche der eigens für den Umbau erworbenen Grundstücke eine bessere Lösung für die Grundschule gefunden werden. „Das heißt konkret, wir wollen einen Architektenwettbewerb und eine Bürgerbeteiligung bei der Auswahl des besten Entwurfs“, fordern die Sozialdemokraten. Hierzu solle „zeitnah ein Kriterienkatalog über gewünschte Bestandteile des Neubaus“ (Raumaufteilung, Erfordernisse der Schule, Umweltaspekte und Wirkung im Stadtbild etc.) als Grundlage für den Wettbewerb erstellt werden, heißt es in dem Antrag weiter.

Die Neuenrader Sozialdemokraten sind nicht die ersten, die Kritik an den Plänen der Verwaltung üben. Anwohner und die Gruppierung der Baumfreunde Neuenrade hatten beanstandet, dass einige alte Bäume gefällt werden müssen, um Platz zu schaffen für den Ausbau der Schule.

Darauf hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen reagiert – und die Planung in Frage gestellt. Wie jetzt die SPD haben auch die Grünen bereits einen Alternativvorschlag vorgelegt: Sie wollen auf eine nachhaltige Gestaltung von Gebäuden und Außenflächen nach den Richtlinien der „Architects for future“ setzen. Um genügend Platz für den Ausbau zu haben, schlagen die Grünen vor, eine bereits versiegelte Fläche auf dem Gelände der Burgschule, beziehungsweise eine angrenzende versiegelte städtische Fläche zu nutzen.

Über beide Anträge und das weitere Vorgehen muss nun der Rat in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 26. Januar, entscheiden. Derweil befürwortet die FWG den Antrag der Sozialdemokraten, teilt der Fraktionsvorsitzende Bernhard Peters auf Nachfrage mit. „Wir haben die ersten Vorschläge gesehen und sind nicht ganz zufrieden damit.“ Das Grundstück, das die Stadt eigens für den Ausbau der Grundschule erworben hat, biete mehr Möglichkeiten, weil eigentlich mehr Fläche zur Verfügung stehe als derzeit beplant ist, so Peters.

„Das Grundstück ist so viel größer, man könnte einfach einen anderen Teil verwenden. Aus unserer Sicht ist da einfach noch mehr drin. Auch vor dem Hintergrund, dass bei der Planung wenig Rücksicht auf die vier Bäume genommen wurde. Das dürfte den Vorgaben widersprechen, die die Stadt dem Architekturbüro gemacht hat.“ Der Lokalpolitiker kritisiert zudem, dass nicht an jeder Stelle die Raumanforderungen für die Offene Ganztagsbetreuung optimal erfüllt würden. So sei das Gebäude im derzeitigen Entwurf mit einer relativ kleinen Küche ausgestattet.

Michael Hammer, Vorsitzender der FDP, hat den Antrag der SPD ebenfalls erhalten. Auch die Freien Demokraten denken darüber nach, das Anliegen zu unterstützen, teilt Hammer mit. Er hatte darüber am Donnerstag aber noch nicht mit seinen Parteikollegen beraten. „Grundsätzlich bin ich so informiert, dass der Planungsauftrag vom Bauausschuss verabschiedet wurde“, sagt Hammer. „An diesen Planungen sollten aber noch Änderungen möglich sein, sofern sie erforderlich sind. Eine Optimierung werden wir immer positiv begleiten“, fügt er an.

Die bisherigen Pläne für den Ausbau waren der Öffentlichkeit erstmals am 6. Dezember im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport, Jugend und Soziales präsentiert worden. Dabei wies Architektin Ursula Trimpop auf zahlreiche Vorgaben hin. Neben der geforderten Barrierefreiheit spielten auch Brandschutzvorgaben eine Rolle. Zudem müssten bei der Planung pädagogische Rahmenbedingungen beachtet werden. All das begrenze die Spielräume der Architekten, hieß es.

Bauamtsleiter Marcus Henninger wies während dieser Sitzung mehrfach darauf hin, dass es sich um einen frischen Entwurf handele, der auch für das Bauamt ziemlich neu sei. Die Grundrisse, so erklärte Henninger am 6. Dezember, stünden wohl fest. Mit Blick auf die Dachform, die Fassade oder die Haustechnik habe man aber noch nichts entschieden.

Baumfreunde Neuenrade gegen aktuelle Pläne

In der Hönnestadt hat sich nach Offenlegung der Pläne eine Gruppe zusammengefunden, die sich gegen die Fällung von je zwei alten Linden und Buchen einsetzt. Die Bäume stehen auf dem Grundstück an der Poststraße, das für die Erweiterung der Burggrundschule genutzt werden soll. Nach den aktuellen Planungen sollen mindestens drei von ihnen dem halbrunden Baukörper weichen. Die Baumfreunde setzen sich für den Erhalt und eine Alternativlösung ein, bei der die Bäume erhalten bleiben. Sie haben unter anderem 254 Unterschriften gesammelt von Menschen, die das Vorhaben unterstützen. Die Liste wurde kurz vor Weihnachten Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) überreicht.

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