Sauerländer Seelenverwandtschaft

Aus zufälligem Treffen wird ein Unternehmenskauf

Marc Löhmann (links), Geschäftsführer der LAS GmbH und der Menke GmbH, und Dieter Menke, nun ehemaliger Geschäftsführer der Menke GmbH.
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Marc Löhmann (links), Geschäftsführer der LAS GmbH und der Menke GmbH, und Dieter Menke, nun ehemaliger Geschäftsführer der Menke GmbH.

Es ist vollbracht: Die Neuenrader Menke GmbH ist verkauft. Die verantwortlichen der LAS GmbH aus Iserlohn erwarben das Unternehmen zum Ende des Jahres 2020.

Am 11. September haben Dieter Menke und Marc Löhmann erstmals zusammen gesessen und schon am 11. Dezember wurde der Vertrag unterschrieben.

Der Verkaufsprozess vollzog sich unkompliziert, wie die Unternehmer durchblicken ließen: Die Chemie stimme und eine gewisse sauerländer Seelenverwandtschaft habe eine Rolle gespielt. Gültiger Handschlag, Kaufmannsehre – für Marc Löhmann sind das keine leeren Worte.

Die Menkes suchten schon einige Jahre einen Nachfolger

Menke und Ehefrau haben seit einigen Jahren nach einem Nachfolger gesucht. Ihnen kam es auch darauf an, jemanden zu finden, der von der Mentalität passt und für die Belegschaft Wertschätzung empfindet. Das gelang lange nicht – Menke zog sich aber weitgehend aus dem Tagesgeschäft zurück und blieb beratend im Hintergrund.

Die LAS GmbH unter der Führung von Marc Löhmann ist ein Familienbetrieb und zählt 18 Mitarbeiter. In der Iserlohner Betriebsstätte werden Stanzbiegeteile für die Automobilindustrie hergestellt. Die Bauteile werden in Autos namhafter Fahrzeugmarken verbaut. Rund 2,5 Millionen Euro Umsatz macht das Unternehmen. Inhaber und Geschäftsführer Marc Löhmann hatte sich schon länger umgeschaut. „Wir wollten uns breiter streuen“, sagte er zum Motiv.

Umsatz von rund 1,3 Millionen Euro

„Der Zufall“ brachte Menke und Löhmann zusammen. Über einen Dritten lernten sie sich kennen. „Sie wollen verkaufen?“ – „Und Sie wollen kaufen“, war der erste Dialog, erinnert sich Dieter Menke, einstiger Inhaber der Menke GmbH. Die Menke GmbH ist ein gut funktionierendes Unternehmen, hat 14 Mitarbeiter und einen durchschnittlichen Umsatz von rund 1,3 Millionen Euro. Produziert werden dort vor allem CNC-Drahtbiegeteile, Stanz- und Stanzumformteile sowie technische Federn und Lampenschutzgitter. Das Unternehmen hat sich als Problemlöser etabliert. Auch Designteile werden bei Menke gefertigt.

Diesen Betrieb zu kaufen hatte für den Iserlohner Charme. Löhmann: „Neue Geschäftszweige aufzubauen und bei Null anzufangen – das ist schwierig. Wenn man allerdings schon einen Fuß in der Tür hat, ist das alles viel einfacher. Denn Beziehungen sind heutzutage alles.“ Zudem hat Löhmann das Modell Menke auch gereizt. Ihm war klar, dass er einen „Fulltime-Job“ – ständige Präsenz im neuen Unternehmen – nicht leisten könne. Aber: „Die Menke GmbH funktioniert auch ohne Menke und Löhmann.“ Und sowohl für Dieter Menke als auch für Marc Löhmann passte die ganze Angelegenheit finanziell sowie persönlich. Menke: „Wir liegen auf einer Wellenlänge“.

Beiden liegt das Unternehmertum im Blut

Beide, Löhmann und Menke, haben das Unternehmertum offenbar im Blut. Beide machen einen entschlussfreudigen Eindruck, haben ihre Prinzipien und verfügen nach eigenen Angaben über eine gesunde Risikobereitschaft. Löhmann: „Man muss aufpassen, darf aber auch kein Angsthase sein. Garantien gibt es für Unternehmer nicht.“

Löhmann ist 42 Jahre alt, gelernter Kaufmann und auch technisch versiert. „Er kann auch konstruieren und beherrscht die spezielle Software“, sagte Menke mit einer gewissen Hochachtung. Löhmann ist sicher, dass die Kombination beider Unternehmen funktioniert. „Mit unserer Stanzerei sind wir werkzeuggebunden und die Firma Menke ist materialgebunden.“ Aus seiner Sicht sei das daher technologisch beherrschbar.

Firmen müssen und sollen zusammenwachsen

Wie Löhmann erläuterte, sei man derzeit dabei beide Standorte datentechnisch zu verknüpfen. Buchhaltung, Standleitung per VPN und diverse Nebenarbeiten müssen erledigt werden. Auch die Mitarbeiter gelte es kennenzulernen. Beide Firmen müssen und sollen nun zusammenwachsen. Auf die Belegschaft könne man sich da wohl verlassen. Während nun Marc Löhmann alle Hände voll zu tun hat, wird es bei Menkes sicher ruhiger zugehen. „Für mich und meine Frau beginnt nun der nächste Lebensabschnitt“, so Dieter Menke.

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