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Aus- und Umbau der Burgschule: Unterricht in Containern denkbar

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Von: Peter von der Beck

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Die Burgschule Neuenrade beherbergt derzeit rund 350 Schüler und wird 2024 auf gut 400 Schüler anwachsen. Der Altbau ist denkmalgeschützt, der Rest ist nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere der OGS-Bereich wird sehr kräftig wachsen.
Die Burgschule Neuenrade beherbergt derzeit rund 350 Schüler und wird 2024 auf gut 400 Schüler anwachsen. Der Altbau ist denkmalgeschützt, der Rest ist nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere der OGS-Bereich wird sehr kräftig wachsen. © von der Beck, Peter

Was passiert mit den rund 350 Grundschülern der Burgschule, wenn diese aufwendig um- und ausgebaut wird? Dass diese weiterhin unterrichtet werden müssen, ist klar. Wie und wo allerdings noch nicht.

Dass die Burgschule erweitert werden muss, hat sich inzwischen herumgesprochen. Wie auch immer die neue Schule dann aussehen wird – eins ist klar: Die 350 Schüler der Burgschule müssen während dieser lärmträchtigen Zeit auch irgendwo und irgendwie unterrichtet werden. Das wird noch spannend: Immerhin zählt die Burgschule zu den größten Grundschulen im Märkischen Kreis. Bauamtsleiter Marcus Henninger deutete es bei einem Ortstermin an: Die Tatsache, dass die Erweiterung im laufenden Schulbetrieb vonstattengehen soll, gab er zu bedenken. „Das ist logistisch und für die Schule eine Herausforderung.“

Die Planungen im Schulamt der Stadt waren schon angelaufen – stehen aber jetzt still. Der Grund: Die Forderung der Lokalpolitiker nach neuen, baumerhaltenden Entwürfen, die zunächst einmal geliefert werden müssen. Dann gilt es, eine Entscheidung zu fällen und dann erst können die Planungen für den Schulunterricht während der Bauphase so richtig beginnen.

Valsamidou: „Alles noch mal aufdröseln“

„Jetzt muss man alles noch mal aufdröseln“, sagte Ira Valsamidou, in deren Ressort bei der Stadt Neuenrade die Angelegenheit fällt. Zunächst angedacht gewesen sei ja dass möglichst viel an Gebäude stehen bleibt und die Schüler innerhalb des Schulkomplexes möglicherweise umziehen. Wenn allerdings überall im Schulkomplex gebaut werden müsse, weil die neuen Pläne das eben erforderten – dann müsse man auch über eine Container-Lösung nachdenken, ließ Valsamidou durchblicken. Es sei ja genug Platz vorhanden. Allerdings sei die Containerlösung sehr teuer. Und man dürfe bei all dem nicht die Kosten aus den Augen verlieren.

Die Kinder im Stadtgebiet verteilen, sei ebenfalls eine Option. Aber auch da gelte es sehr viel zu beachten und schließlich sollte die für die Kinder optimale Lösung gefunden werden, hieß es.

Schulleiter will an einem Standort bleiben

Schulleiter Awerd Riemenschneider würde jedenfalls schon „aus organisatorischen und personellen Gründen eine Lösung favorisieren, die möglichst alle Schüler in direkter Nähe der Schule“ hat. Also eher Container, als andere Gebäude irgendwo in der Stadt.

Eigentlich sollte bereits Ende des Jahres 2021 für die Burgschule sozusagen ein baugenehmigungsreifer Plan vorliegen, dann sollte es in die Feinabstimmung gehen. Nun verzögert sich das ganze Projekt: Zum einen, weil es erheblichen Protest gibt, weil auf dem Nachbargrundstück durch die bisherigen Planungen fast alle alten Bäume weichen müssten. Zum anderen wollen die Kommunalpolitiker mehrere Entwürfe sehen, zudem sollen die neuen Pläne möglichst baumerhaltend sein. Das Zeitfenster für den Schulausbau verkleinert sich jedenfalls.

Rechtsanspruch besteht ab 2026

Ab 2026 besteht zumindest für die Offene Ganztagsschule (OGS) ein Rechtsanspruch für die Eltern, dass sie ihre Kinder in der OGS an der Burgschule unterbringen können. Zudem steigt die Zahl der Kinder kontinuierlich, welche das System Offene Ganztagsschule nutzen. Für 2026 rechnet die Stadtverwaltung mit 250 Kindern. Doch schon vorher wird man sicher an Kapazitätsgrenzen der aktuellen Ganztagsschule stoßen. Daher pressiert es.

Bauzeit: „Zwei Jahre ist realistisch“

Genehmigungsverfahren, Ausschreibungen, plus die Zustände in der Baubranche mit Fachkräftemangel, Lieferkettenproblemen und Preissteigerungen sind hier nur einige Stichworte, die nicht nur die Zeitkalkulation für die Planer und Architekten erheblich erschweren. Bauamtsleiter Marcus Henninger sagte an anderer Stelle dazu: „Eine Bauzeit von zwei Jahren ist realistisch.“

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