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Aus mehr als 350 Bewerbern ausgewählt: Besondere Auszeichnung für Dorfverein Affeln

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Von: Markus Wilczek

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Der Imberg Funrun im September wurde vom Dorfverein organisiert. 160 Teilnehmer waren bei der Premiere dabei. 2022 soll es eine Neuauflage geben.
Der Imberg Funrun im September wurde vom Dorfverein organisiert. 160 Teilnehmer waren bei der Premiere dabei. 2022 soll es eine Neuauflage geben. © Jona Wiechowski

Der Dorfverein Freiheit Affeln ist einer von bundesweit 50 „EngagementGewinnern“. Neben der Auszeichnung gibt es auch in sattes Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Mit diesem Förderpreis zeichnet die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt beispielgebende Konzepte zur Nachwuchsgewinnung für das Ehrenamt aus. Das Preisgeld von 10 000 Euro soll direkt den Menschen in Affeln, Altenaffeln und Blintrop zugutekommen.

„Mit diesem Preis haben wir überhaupt nicht gerechnet. Die Freude ist riesig. Das ist mal eine richtig gute Nachricht kurz vor dem Jahreswechsel“, sagt Stefan Kemper, Vorsitzender des Dorfvereins und Ortsvorsteher in Affeln. Die Preisverleihung fand am Wochenende coronabedingt als Onlineformat mit Vertretern der 50 ausgezeichneten Initiativen statt. „Das war eine schöne Netzwerkveranstaltung mit Teilnehmern von Kiel bis München und von Dresden bis eben Affeln“, sagt Kemper.

Expertenjury wählt aus mehr als 350 Bewerbungen ais

Zuvor hatte eine Jury aus 27 Experten im Süden, Norden, Westen und Osten Deutschlands je zehn Gewinner pro Region aus 357 Einsendungen ausgewählt. Zusätzlich entschieden 7 500 Bürger online über die zehn Gewinner des Publikumspreises. Besonderen Wert legte die Expertenjury bei ihrer Auswahl auf die Übertragbarkeit, Innovation, Inklusionskraft und Wirksamkeit der eingereichten Ideen.

Der vor rund einem Jahr gegründete Affelner Dorfverein überzeugte die Jury mit der Dorf-App für Affeln, Altenaffeln und Blintrop, die 2021 an den Start gebracht wurde. „Mit fast 900 Nutzern und mehr als 30 Redakteuren ist das Projekt schon jetzt ein überwältigender Erfolg“, sagt Kemper. So wird in der Smartphone-App unter anderem über Termine, Veranstaltungen und Neuigkeiten aus den drei Dörfern informiert.

Arbeitskreise gegründet

Zudem hat der Dorfverein die Arbeitskreise „Kreativ“, „Aktiv“ und „Kommunikativ“ gegründet. Im neuen Jahr soll mit dem Arbeitskreis „Festlich“ ein weiterer folgen, der sich um die Organisation von Veranstaltungen, Events und Festen kümmert, sobald die Corona-Lage dies wieder zulässt. „Da hoffen wir natürlich, dass 2022 wieder einiges möglich sein wird“, sagt Kemper. Veranstaltungen, bei denen es bislang keinen festen federführenden Organisator gab, möchte der Arbeitskreis künftig unterstützen und begleiten. „Das gilt beispielsweise für den Kinderkarneval, St. Martin oder Tanz in den Mai“, sagt Kemper. „Für den Sommer möchten wir zudem mit einem Partnerverein gerne eine Disco für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellen.“

Das ist die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) möchte Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in ganz Deutschland stärken und fördern. Als zentrale Anlaufstelle stellt die Bundesstiftung Serviceangebote wie Beratung und Qualifizierung für ehrenamtlich und bürgerschaftlich Engagierte bereit. Außerdem begleitet die DSEE Vereine und Initiativen bei der Weiterentwicklung ihrer Organisationsstrukturen und unterstützt mit verschiedenen Programmen das Ehrenamt in seiner ganzen Breite. Gerade in strukturschwachen ländlichen Regionen sei es laut Stiftung für viele Organisationen und Initiativen schwierig, neue Mitstreiter für ein Ehrenamt zu gewinnen. Mit dem Förderpreis „EngagementGewinner“ zeichnet die DSEE Organisationen aus, die mit innovativen und inklusiven Ideen erfolgreich Nachwuchs gewinnen. Jan Holze, Vorstand der Stiftung für Engagement und Ehrenamt, sagt: „Viele Engagierte weisen uns immer wieder darauf hin, wie schwer es ist, neue Engagierte zum Mitmachen zu gewinnen. Da setzt der Förderpreis an. Mit dem ,EngagementGewinner’ richten wir den Scheinwerfer erstmals auf erprobte und erfolgreiche Konzepte der Nachwuchsgewinnung, um diesen mehr Bekanntheit zu verschaffen.“

Die Organisationsform der Arbeitskreise habe sich als sehr vorteilhaft erwiesen. „Viele scheuen sich vor festen Verpflichtungen und engagieren sich deshalb nicht in Vereinen. In den Arbeitskreisen ist das alles lockerer. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, projektbezogen zu arbeiten“, sagt Kemper. So habe man Mitstreiter aus Affeln, Blintrop und Altenaffeln gewinnen können, die sich zuvor nicht für ihr Dorf engagierten. Die Arbeitskreise realisierten unter anderem den Familien-Weihnachtsbaum im Affelner Ortskern, den Kinder-Malkalender und den 1. Imberg Funrun mit 160 Teilnehmern.

Weiteres Großprojekt im Blick

Mit den 10 000 Euro Preisgeld soll die Dorf-App ausgebaut werden. „Wir wollen weitere Module zukaufen. Dafür ist jetzt Geld da“, so Kemper. Das restliche Geld soll als Grundstock für das nächste große Projekt dienen. „Unser großer Wunsch ist es, ein Dorfgemeinschaftshaus in Affeln zu bauen“, sagt Kemper. Dieses Vorhaben könne vielleicht ab 2023 in die Tat umgesetzt werden. Entstehen soll dieses am Dorfplatz, um zusammen mit dem Platz und dem Pfarrhaus für Treffen und Veranstaltungen genutzt werden zu können. „Bevor wir das Projekt aber angehen, brauchen wir natürlich einen finanziellen Grundstock. Deshalb können wir das Preisgeld sehr gut gebrauchen“, so Kemper.

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