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Aufzucht mit der Flasche: Babyschaf Snoopy kämpft sich ins Leben

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Zum Knuddeln: Babyschaf Snoopy.

Neuenrade/Küntrop – Verstoßen und krank: Snoopy hatte kaum eine Chance. Bis sich Christina Lewandowski-Höfer dem Babyschaf annahm. 

Neugierig legt Snoopy den Kopf schräg und trappelt über das Laminat, die kleinen Hufe klackern dabei. Zutraulich ist das Mini-Schaf durchaus. Doch verschwindet Ersatzmutter Christina Lewandowski-Höfer aus dem Blickfeld, wird Snoopy nervös und blökt nach der Mama.

Schwerer Start: Von Mutter verstoßen und getreten

Snoopy – das ist ein kleines Lämmchen, das keinen guten Start ins Leben hatte. Die Mutter hatte ihr Lamm verstoßen. Noch ziemlich klein, litt das Tierkind auch schon unter Fieber, und einen Tritt von der Mama hatte es ebenfalls abbekommen. Auch eine Entzündung im Bein machte dem kleinen Schaf schon das Leben schwer. 

Milch aus der Flasche gibt es mehrmals am Tag.

Christina Lewandowski-Höfer hat daher nicht lange überlegt und sich des kleinen Schaf-Mädchens angenommen. Sie hat bereits Erfahrung in der Tieraufzucht, denn schon einmal hat die Küntroperin, die Tierheilpraktikerin ist und eine mobile Praxis unterhält, ein Lamm bemuttert. Nun hat sie sich Snoopy nach Hause geholt, um es mit der Flasche aufzuziehen. Andernfalls würde das Lamm nicht überleben. 

Milch nicht aus dem Discounter

Snoopy stammt aus der Zucht von Christina Lewandowski-Höfers Onkel in Garbeck, der dort hobbymäßig Texelschafe züchtet. Sich um ein Tierkind zu kümmern, bedeutet eine Menge Arbeit. Snoopy braucht Nähe und Wärme, zudem bekommt das Lämmchen regelmäßig die Flasche, denn es ist gerade einmal zwei Wochen auf der Welt. 

Die Milch gibt es natürlich nicht im Discounter um die Ecke, sondern es handelt sich um spezielle Aufzuchtmilch, die nur im Landhandel vertrieben wird. Auch ist Snoopy natürlich noch nicht stubenrein. Die Hinterlassenschaften des Tierkindes landen auf dem Laminat oder auf der Schlafdecke. So hat die Ersatzmama jede Menge zu tun. Lappen und Putzmittel liegen griffbereit, die Flauschdecke von Snoopy hat schon so mache Runde in der Waschmaschine gedreht. 

Baby-Laufstall als Unterkunft

Zudem hat das Lamm im Keller der Familie Lewandowski-Höfer eine ganz besondere Residenz. Dort dient Snoopy ein ausrangierter Baby-Laufstall als Unterkunft, denn draußen ist es noch zu kalt für das Tierkind. Nachts und wenn ihre Ersatzmutter mal etwas zu erledigen hat, kann Snoopy deshalb unbeaufsichtigt in diesem Minigehege bleiben. 

Liebevolle Ersatzmama: Christina Lewandowski-Höfer päppelt das Schaf auf.

Dies auch sonst zu tun, wäre allerdings keine gute Idee, denn das Schaf würde dann auch Dinge fressen, die ihm nicht gut bekommen. Dazu gehören Kleidungsstücke, Flusen oder Krümel. Alles nimmt das Tier ins Maul: „Sie ist schlimmer als ein Hund“, sagt ihre Ersatzmutter. So muss die Familie immer ein Auge auf ihren kleinen und flauschigen Sprössling haben.

Snoopy vergisst, "dass es ein Schaf ist"

Ab und zu fährt Snoopy mit Christina Lewandowski-Höfer mit zum Stall: „Dann läuft das Tier bei den Hunden mit und vergisst, dass es doch ein Schaf ist.“ Die Hunde ihrerseits nehmen Snoopy als Spielkameradin an. Zuhause jedoch weicht das Schaf nicht von Mama Christinas Seite. „Sie läuft mir immer hinterher.“

Tatort-Abend mit Schaf

Gerne läutet das Schaf auch mit ihrer Ersatzmutter den Fernsehabend ein: „Wir gucken abends zusammen Tatort.“ Wobei Snoopy aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht unbedingt das Kriminalgeschehen auf dem Bildschirm verfolgt, sondern vielmehr die Wärme und Nähe genießt. 

Und wenn Christine Lewandowski-Höfer mal keine Zeit hat, sich um das Tier zu kümmern, springt die Familie ein. Snoopys Adoptivmutter hat zwei Kinder, die das Lämmchen inzwischen als Familienmitglied betrachten. Noch weitere zehn Wochen wird Snoopy – wenn sie überlebt – bei ihrer Ersatzmutter bleiben. 

Berufserfahrung hilft

Die Tierheilpraktikerin ist optimistisch, dass  Snoopy überlebt. Berufliche Erfahrung hat sie jedenfalls genug: gut zwei Jahre Studium hat die gelernte Krankenschwester in diese Ausbildung investiert und entsprechende Prüfungen abgelegt. Sie hat sich auf Nutztiere wie Pferde, Rinder oder Hunde spezialisiert und bietet schwerpunktmäßig alternative Tiermedizin an. 

Von Peter von der Beck

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