Streetworker wird weiterhin gesucht

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Peter Müller, SPD-Fraktionschef im Neuenrader Stadtrat. ▪

NEUENRADE ▪ Ein bisschen Frust klingt schon durch, wenn Peter Müller, SPD-Fraktionschef im Neuenrader Rat und Kreistagsabgeordneter, von der aufsuchenden Jugendarbeit spricht. Zumindest wenn es um den Zeitraum geht – von der Idee und Erkenntnis, dass hier jemanden dringend nötig ist, bis zur letztendlichen Umsetzung.

Seit drei (!) Jahren sind er und viele andere damit befasst, einen Streetworker in die Hönnestadt zu holen. Alle wollen jemanden für die sogenannte aufsuchende Jugendarbeit. Indes, es gelingt nicht. Waren alle politischen Hürden endlich genommen und war auch die Finanzierung geregelt, so bleibt die Stelle unbesetzt. Und bis es möglicherweise einen Streetworker gibt, dauert es noch wohl ein gutes halbes Jahr. Denn auch die jüngste Stellenausschreibung war wieder ein Fiasko. Hatte im vergangenen keine Fachkraft Interesse an dem Halbtagsjob in Neuenrade, so wurde die Stelle für die zweite Ausschreibung immerhin auf eine ganze Stelle aufgestockt. Allerdings blieb die halbe Stelle in Neuenrade, die andere halbe Stelle wurde auf Herscheid und Meinerzhagen ausgeweitet. Die beiden anderen Städte mussten sich demnach je ein Viertel Streetworker teilen – eine eher abstruse Situation für potenzielle Kandidaten und Kandidatinnen: Der Großteil der Zeit sollte in Neuenrade verbracht werden, Arbeitgeber war aber die Gemeinde Herscheid, welche auch die jüngste Ausschreibung vorgenommen hatte. Das Ganze, so Müller, sei auch deshalb so kompliziert, weil der Märkische Kreis bei der Kostenaufteilung beteiligt sei und die Gemeindeprüfungsanstalt ob der Finanzen auch noch mit im Boot sitze.

Müller jedenfalls kann nachvollziehen, dass eine vernünftige Arbeit, welche einen intensiven und sensiblen Umgang mit Jugendlichen erforderlich mache, unter diesen Umständen schwierig werden könne. Da sei man vor allem nachmittags und abends im Einsatz. Und es sei sicher nicht hilfreich, wenn man dabei einen guten Teil seiner Arbeitszeit im Auto verbringen müsse.

Müller hofft jedenfalls, dass die nächste Ausschreibung Erfolg hat.

Peter von der Beck

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