Im nächsten Jahr sicher wieder dabei

Auch 2021 kein Gertrüdchen: So hält sich die Schaustellerfamilie Langhoff über Wasser

Halbwegs gutes Wetter und Gedränge beim Gertrüdchen: Da lacht normalerweise das Schaustellerherz. Doch seit zwei Jahren muss unter anderem die Firma Langhoff auf dieses Volksfest verzichten und anderweitig das Überleben des Betriebes sichern.
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Halbwegs gutes Wetter und Gedränge beim Gertrüdchen: Da lacht normalerweise das Schaustellerherz. Doch seit zwei Jahren muss unter anderem die Firma Langhoff auf dieses Volksfest verzichten und anderweitig das Überleben des Betriebes sichern.

Es hagelt, der Wind ist scharf und kalt: Das Wetter passt schon mal zum Gertrüdchen. Indes: Das Volksfest, terminiert für dieses Wochenende, fällt aus – Corona.

Dort wo sonst ein Budendorf steht, wo sonst Kirmestrubel herrscht und sich viele Leute beim ersten großen Fest in der Region amüsieren, herrscht gähnende Leere. Nur die Werke der Pandemieausstellung sorgen für Farbtupfer. Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) schaut frustriert in die Runde. Zwar sei der Ärger bei der diesjährigen Absage nicht ganz so große gewesen, dennoch tue es ihm für die Menschen leid. Er sagt, dass viele dem Fest natürlich emotional verbunden seien. Doch nicht nur das. „Allein der wirtschaftliche Verlust...“, sagt der Bürgermeister, ohne den Satz zu vollenden.

In der Tat: Betroffen sind vor allem die Schausteller, die ohnehin das ganze Jahr verzichten mussten und irgendwie das Pandemiejahr 2020 überlebt haben. Und wenn der Plettenberger Alexander Langhoff auf den Kalender blickt – dann überkommt ihn Wehmut. „Als neulich die Woche mit den warmen Temperaturen war, da habe ich noch gedacht: So ein Wetter müsste es mal beim Gertrüdchen geben.“ Der Schaustellerbetrieb Hartmut Langhoff gehört schon zu den größeren Betrieben der Branche in der Region: Unter anderem ein 20 Meter langer Süßwarenwagen, ein Kinderkarussell und das Karussell Flipper sind genauso Teil der Betriebs- und Geschäftsausstattung wie diverse Sattelzüge. Seit mehr als 60 Jahre und damit „am längsten“, seien die Langhoffs dabei.

Gertrüdchen immer ein besonderer Eckpunkt im Jahr

Nicht nur traditionell, sondern auch wirtschaftlich bildet das Gertrüdchen für Schausteller einen besonderen Eckpunkt im Jahr. Denn das sei nach der langen Winterpause immer die erste Kirmes gewesen, die wieder Bargeld in die Kassen spülte, lässt Alexander Langhoff durchblicken. „Und das ist nicht ohne.“ Nun müssen die Schaustellerbetriebe seit bereits einem Jahr auf ihre üblichen Umsätze aus dem Kirmesgeschäft warten. Doch die Firma Langhoff hat bislang überlebt. „Wir mogeln uns mit Wochenmärkten durch, außerdem bieten wir unsere Fahrleistung an. Bei Langhoff kann man nicht nur Sattelzüge fahren, sondern eben auch Krane bedienen. „Das ist das, was wir können und dürfen“, sagt Alexander Langhoff. Ein bisschen hier, ein bisschen da, so überlebe der Betrieb mit seinen 38 Fahrzeugen mit Zugmaschinen, Kranen und zwei festen Mitarbeitern, die sich jetzt in Kurzarbeit befänden. Alle anderen Kräfte, die sonst rund um die Fahrgeschäfte arbeiten, seien Saisonkräfte.

Ansonsten sei es nicht einfach: Was an staatlichen Hilfen komme, „das reicht nicht aus und erreiche ihn auch noch „mit drei Monaten Verzögerung“. Trotz der widrigen Umstände bleibt Langhoff Optimist und verkündet mit Zuversicht: „Wir nehmen am Gertrüdchen 2022 ganz sicher wieder teil.“

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