Dritte-Welt-Verein vor dem Ende

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Bis Ende Oktober gibt es den Eine-Welt-Laden noch. Dann wird das Gebäude abgerissen.

Neuenrade – Das scheint zumindest in Neuenrade das vorläufige Ende einer Vereinigung zu sein, deren Mitglieder mit ihrem Engagement Menschen in ärmeren Ländern unterstützt haben. Für Montag, 14. September, hat Sylvia Rohe, Vorsitzende des Arbeitskreises 3. Welt, der auch Träger des Eine-Welt-Ladens an der Ersten Straße ist, eine außerordentliche Mitgliederversammlung in den Kaisergarten einberufen. Es geht um die Auflösung des noch gut 40 Mitglieder zählenden Vereins.

Seit 30 Jahren besteht der Verein und die Situation hat sich „schleichend über die Jahre, gravierend in den vergangenen Monaten“ verändert. Man sei miteinander alt geworden, kaum einer sei unter 60 Jahren, jüngere Mitglieder habe man seit Jahren nicht mehr gewinnen können, heißt es von Sylvia Rohe.

Auch die Geschäftsgrundlage für den Eine-Welt-Laden an der Ersten Straße sei entfallen. Fair gehandelte Waren seien auch anderswo im Städtchen und auch noch günstiger zu haben. So dass in der jüngeren Vergangenheit – auch coronabedingt – der Umsatz an manchen Tage bei Null gelegen habe. Und wenn es Käufer gegeben habe, seien es Mitglieder gewesen oder jene Leute, die ohnehin im Laden arbeiteten. Zudem lägen Vorstandsarbeit und der Einsatz im Laden auf nur wenigen Schultern, heißt es von der Vorsitzenden.

Nun komme hinzu, dass der Verein für das Ladenlokal per 31. Oktober die Kündigung bekommen habe. Schon bei Übernahme der Immobilie habe Eigentümerin Ruth Echterhage darauf hingewiesen, dass das Gebäude abgerissen werde. Einen eventuellen Einzug in das Ladenlokal gegenüber (ehemals Blanke) habe sie in Aussicht gestellt. Aber: Der Verein könne sich ein Ladenlokal nur leisten, wenn die Miete erlassen und nur die Nebenkosten in Rechnung gestellt werden. In das avisierte Ladenlokal ist inzwischen ein Fotostudio eingezogen.

hage den Verein rechtzeitig darüber informiert habe. Nun stehe zum 1. November kein mietfreies Ladenlokal zur Verfügung. Aus Sicht des Vorstandes sei es unrealistisch, dass es demnächst ein entsprechendes Angebot gebe. Außerdem glaube man nicht, weitere Ehrenamtler für einen Laden gewinnen zu können. Die Verkaufssituation werde sich wohl nicht ändern.

„Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass unser Arbeitskreis, der Name 3. Welt deutet es schon an, nicht mehr zeitgemäß ist“, heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder. Jugendliche und junge Erwachsene würden sich heutzutage auf andere Weise engagieren. Wer spenden und unterstützen möchte, finde sicher auch so genügend vertrauenswürdige Institutionen.

Man geht davon aus, dass die Mitglieder der Vereinsauflösung zustimmen. Das Vereinsvermögen soll an den deutschen Ableger des Gefangenenhilfswerkes Amnesty International gehen. Mit den Einnahmen aus dem Ladenlokal wurde zum Beispiel der Ugandakreis der Kolpingsfamilie Garbeck unterstützt und damit die Projekte „Arua“ und „Bildung gegen Armut“. Geld bekam auch der Verein „Neues Leben Indonesien Balve“. Dieser Verein bietet armen Kindern die Möglichkeit, eine gute Schule unter christlicher Leitung zu besuchen.

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