Wie arbeiten die First Responder? Marco Voge informiert sich in Neuenrade

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Landtagsabgeordneter Marco Voge besuchte am Mittwochnachmittag die Feuerwehr in Neuenrade und informierte sich über die Arbeit der First Responder sowie der Wehr.

Neuenrade - Nach mehr als zwei Stunden, die sich der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Marco Voge Zeit genommen hatte, um mit den First Respondern der Feuerwehr im Gerätehaus zu diskutieren, fuhr er mit der Drehleiter noch hoch hinaus, um – wie er sagte – „einen Blick auf das wunderschöne Neuenrade zu genießen“.

Zu Beginn des Gespräches versicherte der Politiker: „Ich bin gekommen, um zuzuhören.“ Später konkretisierte er: „Ich bin jetzt nicht hier, um zu jubeln, wir machen alles besser als die vorherige Landesregierung. Aber ich gehe mit aller gebotenen Defensive zurück nach Düsseldorf und dann daran, Ihre Anregungen zu prüfen.“ 

„273 Einsätze haben die First Responder in Neuenrade allein in diesem Jahr bisher absolviert“, sagte er und zeigte damit, dass er sich im Vorfeld informiert hatte. „Ich habe ganz großen Respekt vor Ihrer Arbeit“, versicherte er den Einsatzkräften. „Ich will die Aufmerksamkeit für das Ehrenamt stärken“, formulierte er eines seiner politischen Ziele. 

Sommertour zum Thema Gesundheit 

Voge ist derzeit auf – wie er es nannte – einer Sommertour zum Thema Gesundheit. Diese hat ihn bereits zu Krankenhäusern und Kliniken in seinem Wahlkreis geführt und nun eben auch zu den First Respondern der Feuerwehr Neuenrade. Er sagte: „Ich will, dass meine drei und fünf Jahre alten Kinder auch noch hier leben wollen und können, wenn sie erwachsen sind. Dazu gehört eine gute gesundheitliche Versorgung vor Ort.“ 

Oberfeuerwehrmann Nils Kohlhage (rechts) erläuterte dem Politiker die Funktionsweise der Ausrüstung und das Vorgehen bei Einsätzen.

Oberfeuerwehrmann Nils Kohlhage zeigte dem Christdemokraten die Ausrüstung des First-Responder-Fahrzeuges: den Notfallrucksack, die Absaugpumpe für Erbrochenes im Rachen eines Patienten, die Sicherungen gegen eine nachträgliche Airbag-Auslösung während der Versorgung eines Verunfallten, sowie die Sauerstofftasche. In Letzterer sind auch Beatmungsmasken für Kinder und Babys. „Ich habe die noch nie einsetzen müssen“, zeigte sich Kohlhage erleichtert und wünschte sich, „dass die immer nur ersetzt werden müssen, weil sie zu alt geworden sind“. 

Stadtbrandinspektor Karsten Runte berichtete dem Landespolitiker von einigen Problemen, die die Neuenrader Wehr zu bewältigen habe. So erfülle etwa die Drehleiter nicht die in Deutschland gültige Norm, obwohl sie die gleiche Höhe erreiche wie Modelle, die die Vorgaben erfüllten, aber eben sehr viel teurer in der Anschaffung seien. 

Feuerwehr mit Nachwuchssorgen 

Dann ging der Wehrleiter auf die Nachwuchssorgen ein: „Wer sieht denn draußen noch zehn Kinder miteinander spielen? Also ich nicht mehr“, stellte er fest. „Da ist eine Aufgabe wie unsere, die Gemeinschaft erfordert, bei der Jugend bald vollkommen uninteressant“, befürchtete er. Schon jetzt werde es mit den vorhandenen Kameraden an Werktagen manchmal zu normalen Arbeitszeiten eng, da die wenigsten noch vor Ort in Neuenrade zur Arbeit gingen. 

Probleme mit dem Führerschein

Weiteres Thema waren die immer schwerer werdenden Feuerwehrfahrzeuge, die Führerschein-Inhaber mit der Klasse B nicht fahren dürften. „In Baden-Württemberg machen die Kameraden an zwei Samstagen eine zusätzliche Schulung mit Prüfung und dürfen die Autos danach fahren. In Nordrhein-Westfalen müssen sie zur Fahrschule auch die Klasse C nachmachen.“ Mit Klasse B dürfen lediglich Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von dreieinhalb Tonnen bewegt werden. Bei der Feuerwehr hätten viele Fahrzeuge fünf Tonnen – Tendenz steigend.

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