Bürgermeister blickt in die nähere Zukunft

„Ich muss vorangehen“

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Antonius Wiesemann tritt im September noch einmal als Bürgermeister-Kandidat der Christdemokraten zur Wahl an, denn er möchte für Neuenrade in den kommenden Jahren noch viele Dinge bewegen.

Neuenrade - Dass Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) bei der Wahl im September noch einmal als Kandidat der Christdemokraten antritt, ist keine Selbstverständlichkeit. „Ich habe im vergangenen Jahr echt überlegt, ob ich das noch mal brauche.“ Anfeindungen im Zusammenhang mit dem Moscheebau hatten ihn zweifeln lassen. Letztlich entschied er sich aber für die erneute Kandidatur. Schließlich gibt es aus seiner Sicht noch viel zu tun in Neuenrade.

Rückblickend erkennt der Bürgermeister aber auch viel Gutes im vergangenen Jahr: „Wir haben Dinge angestoßen.“ In der Tat lohne sich der Blick zurück: Das Medizinische Versorgungszentrum Neuenrade (MVZN), die weiteren Projekte zu Stadtentwicklung aus Ikek (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) und Isek (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept), die dritte Stelle im Jugendzentrum. Vieles habe er gemeinsam mit anderen Akteuren umsetzen können. Aber, so sagt der Bürgermeister: „Ich muss vorangehen, muss Mentor sein und viele Gespräche führen.“ Froh ist Wiesemann, dass nun an einigen Stellen im Stadtgebiet die Bautätigkeit begonnen hat und auch Bewegung in die Planungen für eine Discounter-Ansiedlung an der Niederheide gekommen ist.

Für die Zukunft hat sich Wiesemann vorgenommen, Schulen und Kitas weiter auszubauen und auch technisch aufzurüsten – die Digitalisierung sei eben ein wichtiger Standortfaktor. So sei er froh, dass nun auch im Industriegebiet die Lücken im Netz geschlossen würden. Auch da habe er reichlich Gespräche mit Unternehmern geführt.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von laufenden Projekten, die der Bürgermeister immer im Blick hat. Sei es die Barrierefreiheit für Senioren, oder der weitere Ausbau des Jugendzentrums, um dort mehr Angebote zu schaffen. Zwar könne man nicht bieten, was in Großstädten vorgehalten werde, doch im Sauerland habe man die Nähe zu den Bürgern.

Die Ortsteile werden dabei mit einbezogen. Einiges werde zum Beispiel auch Realität, was die Jugendlichen aus der Hönnestadt im Rahmen der Jugendkonferenz Ende 2018 gefordert hätten. Er verwies auf das große Spiel- und Sportgerät, das nun angeschafft und an der Niederheide installiert werde. Viele Bemühungen habe er im Bereich Jugendarbeit unternommen und einiges angestoßen. „Das fruchtet jetzt. Der Kontakt zu den Jugendlichen hat sich verbessert“, meint Wiesemann.

Nicht selten komme es vor, dass er mit jungen Leuten im Rahmen der Bürgermeistersprechstunde Gespräche führe. Wiesemann vergisst bei all dem nicht, ein Lob auszusprechen auf die gesamte Verwaltungsmannschaft. „Es ist ein tolles Team. Die Mitarbeiter denken mit und arbeiten daran, unsere Stadt zu entwickeln.“ Ähnliches gelte für viele Bürger, auch bei möglichen Sponsoren finde er immer ein offenes Ohr.

Doch auch andere strukturelle Dinge behält Wiesemann im Blick: Preiswerte Mietwohnungen zum Beispiel. Diesbezüglich will er das Gespräch mit der Werdohler Wohnungsgesellschaft (Woge) suchen, die auch einige Häuser in Neuenrade besitzt. Die Stadt werde weiter offensiv um Ärzte werben. So möchte man die Prämie für das Anwerben von Ärzten für das MVZN weiterhin einsetzen.

Wiesemann beobachtet auch die Situation an den Schulen. So verlangt er, zum Beispiel was die Sprachförderung anbelangt, die Hilfe der Landesregierung. Nicht alles könne mit örtlichen Ressourcen geleistet werden. Als weitere Stichworte nennt der Bürgermeister die Entwicklung des innerörtlichen Radwegenetzes und den öffentlichen Personennahverkehr als wichtiges Element für Senioren und Schüler.

Auch zu den geplanten Windrädern am Kohlberg äußert sich das Stadtoberhaupt auf Nachfrage: „Bei aller Kritik muss man doch sehen, dass wir für die jungen Leute Verantwortung haben. Das ist doch die Zukunft. Und die jungen Leute, mit denen ich spreche, die haben eine positive Einstellung dazu. Die sehen das ganz entspannt.“

Weiterhin nicht aufgegeben hat Wiesemann den Traum von der Umgehungsstraße: „Ich glaube daran.“ Ansonsten gelte es mittelfristig, für die Stadt den Flächennutzungsplan zu überarbeiten und zu überlegen, wie man Industrie und Gewerbe mehr Möglichkeiten gebe könne.

Generell ist Bürgermeister Antonius Wiesemann ganz offensichtlich mit Freude bei der Sache, obwohl es einen Wermutstropfen gibt: „Die generelle Tonlage hat sich zum Schlechten verändert“ – vor allem was Wortwahl in E-Mails anbelange. Doch es gibt für ihn ein Heilmittel: „Ein persönliches Gespräch führen, dann können die Missverständnisse im Großteil der Fälle ausgeräumt werden.“

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