„An dem Abend waren die ziemlich blau“

Symbolbild

Neuenrade - Sich zu entschuldigen hilft manchmal: Auch weil ein 20-jähriger Neuenrader offenbar angemessene Worte gegenüber einer von ihm übel beleidigten Frau fand, sah diese keinen Anlass mehr für eine Fortsetzung des Strafverfahrens.

Mit Blick auf eine schon bestehende Zusammenarbeit des jungen Mannes mit dem Jugendamt stellte Richter Dirk Reckschmidt das Verfahren vorläufig ein.

Der Angeklagte war an jenem 21. Juli so betrunken gewesen, dass er von seinen verbalen Entgleisungen „überhaupt nichts mehr“ wusste. Seine Worte konnten deshalb nur von der Zeugin übermittelt werden. Die Beleidigung verband den Vorwurf der unordentlichen Haushaltsführung einer alten Frau mit unreinlichem Borstenvieh und missbrauchte zudem eine eher rustikale Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan zu einer Qualifikation für das gesamte Gegenüber.

Auch die Aufforderung „Würden Sie sich bitte entfernen?!“, klang aus einem stark mitgenommenen Sprachzentrum erheblich unfeiner. „An dem Abend waren die ziemlich blau“, erinnerte sich die Zeugin an mehrere Personen und sprach von dem „Problem“ eines Parks, der offenbar gerne für solche Alkohol-Gelage missbraucht wird.

Wegen einer anderen Strafsache hatte der 20-Jährige bereits am 4. November einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Jugendamt zugestimmt. Mit Blick darauf wurde nun auch das Beleidigungsverfahren zu den Akten gelegt. - thk

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