Neuenrader Wirte fürchten schärferes Rauchverbot

Rot geht gar nicht, doch auch ein Wirt mit „Gelb„ hätte wohl nichts zu lachen. ▪

NEUENRADE ▪ Was da „wieder von Rot-Grün“ kommt – das treibt den Wirten und ihren Interessenvertretern die Sorgenfalten auf die Stirn. Das wurde jüngst beim Treffen des örtlichen Wirtevereins deutlich. Hier sind 14 Hoteliers und Gastwirte organisiert. Rund 25 Gaststätten gibt es auf Neuenrader Stadtgebiet.

Die Angst gehe um: Das Rot-Grüne Vorhaben, ein besonders scharfes Rauchverbot einzuführen, bedrohe die kleinen Kneipen, die auf den damit programmierten Umsatzverlust oder Ärger mit Nachbarn, weil alle draußen rauchten, empfindlich reagierten. Die Dehoga ist sich sicher. „Da gehen 3000 Kneipen über die Wupper“, hieß es von einem Funktionär bei der Ortsvereinsversammlung. Daher würden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Vorhaben zu verhindern. Und die Dehoga unterstützt natürlich die Initiative des SPD-Ortsvereins in Dortmund Nord, das Ansinnen der eigenen rot-grünen Landesregierung zu stoppen. Es geht auch um die geplanten rauchfreien Zonen in Schützenzelten und Vereinsheimen. Die Dehoga führt nun eine Befragung bei den SPD-Ortsvereinen durch und von den Neuenrader Sozialdemokraten gab es noch keine Stellungnahme. Und noch weiteres Ungemach droht den Gastwirten durch die sogenannte Hygiene-Ampel, deren Ergebnisse geprüfte Betriebe, geht es nach einem weiteren Vorhaben von Rot-Grün, veröffentlichen müssen. Was vom Verbraucher gelobt wird, treibt den Wirten ob des nicht kalkulierbaren Risikos die Schweißperlen auf die Stirn. Hatte es bisher bei Beanstandungen noch die Möglichkeit, gegebenenfalls Mängel abzustellen, so soll nun gleich Rot (viel gefunden), Gelb (mittelmäßig) oder auch Grün (picobello) veröffentlicht werden.

Die Wirte monieren dabei: Es gebe keine einheitlichen und objektive Prüfkriterien und vieles liege im Ermessen der Prüfer. So könne Staub auf Leitungsrohren im Bierkeller, nicht abgewischte Bierfässer, frische Kräuter im Blumentopf genauso zu Beanstandungen führen, wie ein Verstoß gegen die Dokumentationspflichten. „Ruckzuck gäbe es die gelbe Ampel“.

Sogar mit den bisherigen Vorschriften kommt es zu abstrusen Situation. So prozessiert die Dehoga immer noch gegen das „Verbot von schwarzen Kochsschürzen“. Auf denen angeblich der Dreck nicht gut zu sehen sei. Nach Ansicht des Ex-Dehoga Geschäftsführers Kusch, sei da immer noch nichts entschieden und verwies auf diverse TV-Kochshows, wo laufend Köche mit schwarzen Schürzen kochten.

Die Wirte machten aber auch klar: „Schmutzfinken wollen wir nicht“. ▪ Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare