Vaterunser und Kyrie eleison in faszinierenden Varianten

Angelika Milster am Sonntag in Aktion. Ein Star, der die Musik lebt und die Nähe zum Publikum sucht. - Fotos: Jentzsch

NEUENRADE - Sie liebt den großen Auftritt, sucht den persönlichen Kontakt zum Publikum und begeistert die Massen. Aber es sind nicht diese Facetten, die eine Angelika Milster auszeichnen, es ist ihre Stimme, die heute noch ganze Kirchen mit wohltuendem Schall füllen kann.

Davon überzeugten sich am Sonntagnachmittag mehr als 500 Besucher im Gotteshaus der katholischen Gemeinde St. Mariä Heimsuchung. Lediglich in den Schatten der mächtigen Säulen waren im Bereich des Seitenschiffs noch Plätze frei. Im Mittelschiff saßen die Musikliebhaber dicht gedrängt und konnten es kaum erwarten, den Star live zu erleben.

Und wie hätte es anders sein können, Angelika Milster ließ sich schon vor dem ersten Ton feiern, inszenierte ihren Walk-in im Stil der ganz Großen. Von einem Spot theatralisch in Szene gesetzt, schritt sie von hinten kommend den zentralen Gang zwischen den beiden „Fan-Blöcken“ hindurch, ganz in schwarz gekleidet.

Kirchenkonzerte wären nicht alles, aber sie haben zweifelsfrei ihren besonderen Charakter. Und wenn ein Künstler über das Stimmvolumen einer Angelika Milster verfügt, dann ist es geradezu logisch, dieser Gabe den nötigen Raum zu veschaffen.

Das Eis brach die Sängerin und Entertainerin in Windeseile, gab ein paar nette Anekdoten zum Besten, die dem Publikum erst ein Schmunzeln, dann ein Lacheln entlockte – und schließlich Szenenapplaus. Die Rolle der Diva, die die Nähe zu ihren Fans sucht, spielte Angelika Milster par excellence. Ihr Programm hielt etliche Höhepunkte parat. Kirchliche Stücke fanden ebenso ihren Platz wie ausländische Operetten. Dass ein „Vater unser“ und „Kyrie eleison“ bei einem Kirchenkonzert nicht fehlen dürfen, überraschte nicht, aber in dieser Art und Weise haben die Neuenrader die kirchlichen Klassiker wohl noch nie zu Gehör bekommen. - Von Markus Jentzsch

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