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Anderer Blickwinkel für die Umwelt: Stadtwerke bilanzieren Teilnahme an Öko-Profit

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Von: Carla Witt

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Der E-Corsa steht den Mitarbeitern der Stadtwerke für dienstliche Fahrten zur Verfügung. Auch die Anschaffung dieses Fahrzeugs trägt zum Erfolg des Projektes Öko-Profit bei. Celina Wahrburg, Jörg Bartelt und Marcus Henninger ziehen Bilanz.
Der E-Corsa steht den Mitarbeitern der Stadtwerke für dienstliche Fahrten zur Verfügung. Auch die Anschaffung dieses Fahrzeugs trägt zum Erfolg des Projektes Öko-Profit bei. Celina Wahrburg, Jörg Bartelt und Marcus Henninger ziehen Bilanz. © Witt, Carla

„Ein anderer Blickwinkel ist immer gut. Auch wenn es um Umwelt- und Klimaschutz geht“, sagt Jörg Bartelt, Technischer Leiter der Stadtwerke Neuenrade und stellvertretender Technischer Vorstand. Gemeinsam mit Stadtwerke-Vorstand Marcus Henninger und Mitarbeiterin Celina Wahrburg, sie ist unter anderem für das Energie-Monitoring der Stadt Neuenrade zuständig, bilanziert Bartelt die Teilnahme am Projekt Öko-Profit, die in Kürze offiziell endet.

Neuenrade – „Ein anderer Blickwinkel ist immer gut. Auch wenn es um Umwelt- und Klimaschutz geht“, sagt Jörg Bartelt, Technischer Leiter der Stadtwerke Neuenrade und stellvertretender Technischer Vorstand. Gemeinsam mit Stadtwerke-Vorstand Marcus Henninger und Mitarbeiterin Celina Wahrburg, sie ist unter anderem für das Energie-Monitoring der Stadt Neuenrade zuständig, bilanziert Bartelt die Teilnahme am Projekt Öko-Profit, die in Kürze offiziell endet.

Im April des vergangenen Jahres sind die Stadtwerke in das Projekt eingestiegen. „Die heimische SPD hatte sich auch die Teilnahme eines städtischen Betriebs gewünscht. Für die Stadtwerke erschien uns diese besonders sinnvoll“, so Henninger. Wobei die Themen Abfallbeseitigung und Mülltrennung für die Beschäftigten nichts Neues zu bieten hatten. „Damit kennt man sich hier bestens aus“, stellt Henninger fest.

Doch in anderen Bereichen hätten sich durchaus finanzielle und Umweltvorteile ergeben. So sei beispielsweise ein wenig genutzter Kühlschrank abgeschaltet und alle Mitarbeiter sensibilisiert worden. „Wir erinnern uns gegenseitig daran, den Monitor oder das Licht auszuschalten, falls es einmal vergessen wird“, berichtet Celina Wahrburg. Sie hat sich gemeinsam mit Bartelt für den Öko-Profit-Erfolg innerhalb der Stadtwerke eingesetzt. Dazu gehört auch, auf diese vermeintlichen Kleinigkeiten zu achten. Dagegen steht bei anderen Projekten eher der Vorbildcharakter der Stadtwerke im Vordergrund: „Wir haben komplett auf Recyclingpapier umgestellt“, erklärt Marcus Henninger. Günstiger sei die umweltfreundliche Alternative allerdings nicht, im Gegenteil, sogar etwas teurer. „Aber in sehr überschaubarem Rahmen.“

Ein Aushängeschild für die Stadtwerke ist auch das Auto, das nun für Dienstfahrten zur Verfügung steht: Ein Opel Corsa mit E-Antrieb. Auch die Wallbox, die dazu dient den Akku des Elektrofahrzeugs effizient aufzuladen, ist bereits installiert. Dagegen hakt es im Gebäude an der Bahnhofstraße bei der Umstellung auf LED-Leuchten. „Momentan sind einfach keine LED-Leuchten lieferbar“, erklärt Jörg Bartelt den Grund dafür, dass die bisher genutzten Leuchtstoffröhren noch nicht komplett ausgetauscht werden konnten.

Zwei größere Projekte, die dem Klima zugute kommen, sollen noch umgesetzt werden. „Es war ohnehin geplant, dass wir das Dach des Wasserwerks im Friedrichstal mit einer Fotovoltaik-Anlage ausstatten. Durch Öko-Profit wollen wir hier jetzt größer denken“, erklärt Henninger. Aufgrund des relativ großen Außengeländes sei es möglich, im Friedrichstal Freiflächenmodule zu installieren. „Wir müssen auch zukünftig Wasser von A nach B pumpen. Durch Fotovoltaik können wir in diesem Bereich zukünftig Energie sparen“, unterstreicht Jörg Bartelt. 30 000 Euro – für eine Anlage auf dem Dach des Gebäudes – seien bereits im Haushalt eingeplant. Für die Installation einer Freiflächenanlage müsste dieser Betrag aufgestockt werden.

Mit einer Fotovoltaik-Anlage soll auch das Dach der Pumpstation an der Blumenstraße ausgestattet werden. „Es ist eine kleine Pumpstation, dementsprechend wird auch die Anlage nicht zu groß“, beschreibt der Technische Leiter der Stadtwerke. Wann die beiden Fotovoltaik-Projekte umgesetzt werden können, ist momentan allerdings unklar: Sowohl Material als auch Handwerker sind momentan Mangelware.

Insgesamt bewerten Henninger, Bartelt und Wahrburg die Öko-Profit-Teilnahme als positive Erfahrung. Obwohl die Voraussetzungen coronabedingt nicht unbedingt die besten gewesen seien: Viele Workshops und Treffen konnten nur online stattfinden, Diskussionen seien deshalb nur schleppend in Schwung gekommen. „Außerdem muss man bedenken, dass das Engagement zur normalen Arbeit dazukommt. Deshalb ist es wichtig, dass man Mitarbeiter für die Umsetzung des Projektes begeistern kann“, unterstreicht Henninger.

Kosten runter, Öko-Effizienz rauf

Ökoprofit ist ein bundesweites Projekt, dessen Ziel die nachhaltige ökonomische und ökologische Stärkung von Unternehmen und anderen Institutionen ist. Durch ein System aufeinander abgestimmter Maßnahmen sollen Kosten gesenkt und die Öko-Effizienz gesteigert werden. Ökoprofit wird im Märkischen Kreis durch die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) in Zusammenarbeit mit Kommunen durchgeführt. Der bürokratische Aufwand soll so gering wie möglich gehalten werden. In einer Gruppe von zehn bis 15 Teilnehmern sollen Maßnahmen zur Kostensenkung und Umweltentlastung individuell aufgezeigt und in einem für den Betrieb maßgeschneiderten Umweltprogramm zusammengefasst werden. Zusätzlich werden die Teilnehmer über ein Jahr lang in acht Workshops über Themenbereiche wie Energie, Wasserverbrauch, Abfall, Rechtsaspekte, Gefahrstoffe, Mitarbeitermotivation und Arbeitsschutz geschult.

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