Motte: Sehr zünftige Einweihung

Die Motte prägt inzwischen eindrucksvoll Küntrop. Bald wird sie offiziell eingeweiht. - Foto: von der Beck

Neuenrade - Die Motte ist quasi schon zum Wahrzeichen von Küntrop geworden: Weithin ist sie sichtbar und Auswärtige fragen schon zuweilen nach der Bedeutung des großen Holzturms. Für etliche gehört das Gebilde schon zum Landschaftsbild. Am Samstag, 19. Oktober, um 14 Uhr, wird der Turm nun endlich eingeweiht – und zwar zünftig.

Motten – die Bezeichnung stammt aus dem Französischen (Chateau á Motte) und bedeutet so viel wie Burg auf Erdhügel – waren laut Historiker Dr. Kohl im 11. und 12. Jahrhundert en vogue. Und auch in Küntrop gabs mal eine. Zum Hintergurnd: Anlässlich der Ausstellung „Ritter, Burgen und Intrigen – das Mittelalter an Rhein und Ruhr“ wurde eine Motte rekonstruiert und ausgestellt.

Historisch interessierte Neuenrader erfuhren dann beim Besuch der Ausstellung 2010, dass der Turm nach Ende der Ausstellung wieder abgebaut und an Interessierte verschenkt werde solle. Die Neuenrader witterten ihre Chance: Nach intensiven Gesprächen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Stadt Neuenrade, bekamen die Neuenrader schließlich die Motte. Die wurde dann in Küntrop aufgebaut, nur wenige hundert Meter von dem ursprünglichen Standplatz der Burg Gevern (der Grafschaft Arnsberg), Deren Turm wurde 1355 von Engelbert III in Schutt und Asche gelegt , so Historiker Kohl zu den Hintergründen.

Der zerlegte Motten-Nachbau wurde nach Neuenrade transportiert, lagerte längere Zeit bei einer örtlichen Zimmerei und wurde mit Hilfe von Spenden im Verlauf des Jahres dann in Küntrop aufgebaut. Eine Stiftung wurde eigens ins Leben gerufen, um das Objekt zu pflegen.

Für die offizielle Einweihung am Schützenplatz zur Dinneike hat sich Bürgermeister Klaus Peter Sasse natürlich etwas ganz Spezielles einfallen lassen. Im Anschluss an die Einweihung gibt es nämlich einen „ersten offiziellen Mottenakt“, wie der Bürgermeister in seiner Einladung verrät. demnach wird der Bürgermeister die erste Mottentrauung persönlich in historischen Gewändern vornehmen. Klare Sache, dass dann auch echte Fanfaren vom Turm erklingen werden. Von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr wird es zudem Führungen der „Gräfliche Allianz“ geben und die Altstadtgemeinschaft wird mittelalterlich gewandet in einer schwarzen Kutte köstlichen Kräuterschnaps verabreichen.

Die offizielle Einweihung wird dabei in das traditionelle Küntroper Kartoffelfest mit seinen vielen Attraktioneneingebunden. Es kann also mit viel Publikum gerechnet werden. -

 Von Peter von der Beck

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