Kreis gibt den Spielverderber

Altstadt-Konzept: Viel Lob, aber wohl keine Umsetzung

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Parkplätze sind in der Altstadt für Besucher der Innenstadt, aber auch für Anwohner ein knappes Gut. Um die Situation zu verbessern, hat die Altstadtgemeinschaft ein Konzept vorgelegt.

Neuenrade – Wer mit dem Auto zum Neuenrader Wochenmarkt fährt, muss an manchen Tagen lange suchen, bis er einen Parkplatz in der Altstadt gefunden hat.

Für diejenigen, die in diesem Bereich wohnen, gehört die Parkplatzsuche zum Alltag. „Uns ist bewusst, dass dort Parkdruck herrscht“, stellte Bauamtsleiter Marcus Henninger in dieser Woche während der Sitzung des Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses der Stadt Neuenrade fest. 

Die Ausschussmitglieder beschäftigten sich mit den Vorschlägen zum Konzept für Parkraumbewirtschafung und Verkehrsregelung, die die Altstadtgemeinschaft eingereicht hatte. Für das umfangreiche Konzept gab es von allen Seiten viel Lob – doch die Verantwortlichen des Märkischen Kreises sehen die Vorschläge der Altstadtgemeinschaft eher kritisch. 

Anwohner sind für Einbahnstraßenregelung

Die Anwohner und Anlieger, die sich in der Gemeinschaft zusammengeschlossen haben, plädieren unter anderem für die Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung für die Zweite und Dritte Straße. Sie schlagen vor, die Parkflächen zum Teil neu auszurichten und wünschen sich eine zusätzliche Beschilderung von Bewohnerparkplätzen. Die zuständigen Mitarbeiter des Kreises weisen in ihrer Stellungnahme jedoch darauf hin, dass weder Einbahnstraßenregelungen noch die Kennzeichnung von Bewohnerparkplätzen in einem verkehrsberuhigten Bereich zulässig seien. Sie schlagen die Einrichtung einer sogennanten Tempo-20-Zone (verkehrsberuhigter Geschäftsbereich) vor. 

„Das können wir so nicht nachvollziehen“, unterstrich Marcus Henniger. Schließlich habe es in der Altstadt zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal eine Einbahnstraße gegeben. Eine Tempo-20-Zone komme aus Sicht der Stadt nicht in Frage: „In dieser Zone haben die Autos Vorrang vor den Fußgängern. Das kann deshalb nicht die Lösung sein.“ Die Stadt habe einen gemeinsamen Ortstermin angeregt, damit sich die Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes selbst ein Bild von der Situation in der Altstadt machen können. „Auch Vertreter der Altstadtgemeinschaft sollen dazu kommen. Wir möchten uns ergebnisoffen an einen Tisch setzen, um zu erörtern, wo man hin will und was man machen kann“, sagte der Bauamtsleiter. 

Gemeinsamer Ortstermin

„Den Kreis einzuladen ist der richtige Weg“, unterstrich CDU-Politiker Mark Hantelmann. Ebenso wie Daniel Wingen (CDU) lobte er die Altstadtgemeinschaft für ihren Einsatz. Auch Detlef Stägert von der Freien Wählergemeinschaft Neuenrade (FWG) bedankte sich für das Konzept: „Es stellt eine sehr gute Arbeitsgrundlage dar.“ Er selbst wisse, wie schwierig es je nach Uhrzeit sei, in der Altstadt einen Parkplatz zu ergattern. Ulrich Naumann (Grüne) und Ulrike Wolfinger (SPD) sparten ebenfalls nicht mit Lob. 

Die Altstadtgemeinschaft stellt in ihrem Konzept fest, dass es an der Zweiten und Dritten Straße insgesamt 61 Parkplätze ohne zeitliche Begrenzung, 45 Parkplätze mit Parkscheibenzwang und drei Parkplätze für Gehbehinderte gibt. Insbesondere die 61 Parkplätze reichen aus Sicht der Gemeinschaft für alle Anwohner, die Händler und Gastronomen sowie deren Kundschaft und weitere Besucher bei Weitem nicht aus. Die Beteiligten zeigen in ihrem Konzept zahlreiche Verbesserungsvorschläge auf. Sie kritisieren beispielsweise, dass die Parkplätze für gehbehinderte Menschen zu schmal seien und das „Wildparken“ im gesamten Bereich längst an der Tagesordnung sei. 

Bereits konkrete Vorschläge

Konkrete Vorschläge, um weitere Parkplätze zu schaffen (Verkleinerung des Gehwegs und Entfernung der Bepflanzung an bestimmten Stellen) sind in dem Konzept, das die Altstadt-Bewohner gemeinsam entwickelt haben, ebenfalls enthalten.

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