Altes Betonwerk Winterlit: Industriebrache soll zugeschüttet werden

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Das Betonwerk. Die Dacheindeckungen sollen asbesthaltig sein und müssen extra entsorgt werden. mehrere große Flächen sind mit Beton versiegelt.

Neuenrade - Für alle Beteiligten soll es wohl am Ende eine Win-win-Situation werden. Der Eigentümer hat sein Gelände mit dem alten Betonwerk verkauft, die Investoren werden mit der Entsorgung von Bauschutt wohl schön Gewinn machen, die Stadt hat eine Brache weniger im Beritt.

Dazu wird die Hochwassergefahr an der Winterlit entschärft, mittelfristig entsteht ein Gelände mit Dirtpark für Mountainbiker, das Gelände insgesamt wird nutzbarer für die Anlieger und der ökologische Zustand verbessert, die Umgebung würde sicher aufgewertet. Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg, wenn denn alles Wirklichkeit wird. 

Dass alles so kommt, damit rechnen die Investoren wohl. Jede Menge Arbeit haben sie schon in das Projekt gesteckt, diverse Vorgespräche mit der Politik geführt. Andere Voraussetzungen wie Wegerechte geprüft. Christoph Aßmann von der Lobbe MK Umweltservice GmbH & Co. KG sagte bei der Präsentation des Projektes daher, dass er es verantworten könne, das Vorhaben so öffentlich zu präsentieren, auch weil man sich mit dem Eigentümer entsprechend geeinigt habe. Wie gesagt: wenn. 

Die Investoren/Geschäftsführer Marc Krombach (links), Christoph Aßmann und der Planer Volker Finger (rechts) präsentierten im Bauausschuss das Vorhaben.

Die Zustimmung von Politik und Behörden vorausgesetzt, ist es noch ein weiter Weg bis zur geplanten Fertigstellung des Geländes. In „fünf bis sieben Jahren, je nachdem wie die Privatwirtschaft hier baut“, werden noch das Entladen etlicher tausend Lastwagen mit mineralischen Abfällen (sprich sauberer Bauschutt und Bodenaushub), jede Menge Staub, Gespräche mit Behörden, die Verlegung eines Bachlaufes und natürlich die Beteiligung der Öffentlichkeit auf der Agenda stehen. 

44.000 Quadratmeter werden befüllt 

Die Zahlen und die Abbildungen, die der Planer Volker Finger aus Sundern im Bauausschuss zeigte, lassen mit etwas Fantasie aufhorchen. 44.000 Quadratmeter Fläche sollen demnach bis zu einer Höhe von 14 Meter befüllt werden. Dafür sind schon gemäß den Ausführungen jede Menge Arbeiten nötig: So gilt es mehrere Gebäude abzureißen und zu entsorgen. 

Die mit Beton versiegelten Flächen müssen aufgebrochen werden, die verrohrte Winterlit (die Verrohrung ist völlig unterdimensioniert) gilt es freizulegen und entlang des westlichen Wanderweges umzulegen und schließlich der Hönne zuzuführen. Hier müsste die Bezirksregierung zustimmen, hieß es vom Planer aus Sundern. All der Lastwagenverkehr wird über den östlichen Teil des Gebietes geleitet, die Straße Winterlit darf dafür nicht genutzt werden, zumal die Straße demnächst neu gemacht wird. 

Einzelne Fragen kamen aus der Runde der Kommunalpolitiker. Einer thematisierte die Zahl der Lastwagen und nannte 6000 Stück, mit der er aber wohl weit unter den geplanten Werten lag („Da müssen sie wohl noch ein paar tausend draufrechnen“). Salim Kuzu (CDU) verwies auf ein mögliches Staub-Problem. Detlef Stägert (FWG) fragte nach dem Hochwasserschutz angesichts drohender Unwetterszenarien. 

Mulden als Hochwasserschutz 

Als Antwort verwiesen Investoren und Planer auf abgedeckte Lkw, und dem Ausheben von Mulden als Hochwasserschutz in der Übergangszeit. Später habe der neue Bachlauf genug Retentionsräume im Hochwasserfall. Aßmann machte dann eine vertrauensbildende Aussage: „Wir haben kein Interesse verbrannte Erde zu hinterlassen.“ Wie weit die Planung gediehen ist, zeigt auch die Aussage Aßmanns zu den Betriebszeiten der geplanten Aufschüttungsanlage. „Einschichtig, zu den üblichen Geschäftszeiten. Ich denke, dass um 7 Uhr Beginn wäre“. 

Wie Christoph Aßmann gestern noch in einem Telefongespräch erwähnte, habe er ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag, falls die Genehmigungen versagt würden. Grundsätzlich hofft er, dass alle Genehmigungen Mitte nächsten Jahres vorliegen würden. Da sei er positiv gestimmt.

Von Peter von der Beck

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