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Alternativgottesdienste aus Personalgründen in den Gemeinden

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Von: Julius Kolossa

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Das neue Konzept der Alternativgottesdienste erklärten jetzt Dechant Pfarrer Andreas Schulte und Gemeindeassistentin Theresa Wagner in Affeln.
Das neue Konzept der Alternativgottesdienste erklärten jetzt Dechant Pfarrer Andreas Schulte und Gemeindeassistentin Theresa Wagner in Affeln. © Kolossa, Julius

Die Mitglieder der Affelner Kirchengemeinde St. Lambertus wurden am Mittwochabend als erste im Pastoralverbund Balve-Hönnetal über die Änderung der Gottesdienstordnung zum Jahreswechsel informiert.

Weil unter anderem Pastor Wilhelm Grothe in den Ruhestand geht und die Stelle nicht nachbesetzt wird, reduziert der Pastoralverbund die Anzahl der Messen in den Gemeinden.

Dechant Pfarrer Andreas Schulte und Gemeindeassistentin Theresa Wagner stellten deshalb das Angebot für Alternativgottesdienste ab dem 1. Januar vor. Alle Kirchengemeinde im Pastoralverbund werden im Laufe der nächsten Wochen über die Änderungen informiert. Denn, so Dechant Schulte: „Aufgrund der personellen Veränderungen im Pastoralteam bedarf es einer neuen Gottesdienstordnung für die Wochenenden.“

Zehn-Wochen-Rhythmus mit nur noch fünf Messen

In einem Zehn-Wochen-Rhythmus gibt es künftig in jeder Gemeinde lediglich noch an fünf Wochenenden eine Messe, an drei Wochenenden kein Angebot und an zwei Terminen sollen die sogenannten Alternativgottesdienste unter dem Motto: „Zeit für mich – für Dich – für Gott“ stattfinden. Hierbei kann sich jeder Interessierte einbringen, um Ideen und Wünsche umzusetzen mit Andachten, Meditationen oder Konzerten. Erste Anregungen dazu gab es bereits am Mittwoch.

„Ja, all dies soll aus dem Leben der Gemeinde kommen“, sieht Schulte die Affelner auf dem richtigen Weg. Dieser soll in dieser Pfarrgemeinde überwiegend in die Kirchenmusik gehen, gibt es doch schon erste Gespräche in dieser Sache mit dem Affelner Frank Rohrmann, der als Berufschorleiter tätig ist und den Frauenchor Affeln, die Southland Voices (Frauen-Barbershopchor aus Affeln) und die Reine Männersache (kleiner Chor innerhalb des MGV Liederkranz Affeln) leitet. Zusammen mit dem Balver Kirchenmusiker Maximilian Wolf sind kirchenmusikalische Veranstaltungen in der St.-Lambertus-Kirche vorgesehen.

Schwerpunkt wird gesetzt

„Damit setzen wir hier einen Schwerpunkt – wie in Langenholthausen mit der Jungen Kirche und in Garbeck mit der Familienkirche“, so Dechant Schulte. Dies bedeute aber nicht, dass sich diese Gemeinden für andere Themen verschließen; vielmehr sollten hier Anlaufpunkte für Interessierte geschaffen werden, diese Alternativgottesdienste zu besuchen. Wagner ermunterte: „Es darf umgesetzt werden, was immer man sich vorstellen kann.“ Wichtig sei nur, dass die Gemeinde dies mittrage. Dafür bekomme diese „einen großen Vorschuss an Vertrauen“, das Richtige zu tun. „Wir wollen aber keine Nischen für extreme Ansichten“, betonte Schulte.

Die Reduzierung des Angebots in den Gemeinden vor Ort verkauft der Pastoralverbund als Konzept, mit dem die Vielfalt der Liturgie neu entdeckt werden soll. „Dies ist keine Notlage“, sagte Theresa Wagner. „Es ist vielmehr eine Chance, die wir entwickeln, und für die wir andere begeistern können.“ Ob auch die Mitglieder in den Gemeinden die neue Gottesdienstordnung als Chance sehen, werden die kommenden Monate zeigen. In Affeln waren allerdings lediglich sieben Interessierte zu der Infoveranstaltung gekommen.

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