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Alte Moschee: Überplanung läuft an - öffentliche Beteiligung geplant

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Von: Peter von der Beck

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Die ehemalige Moschee (Mitte) mit den genutzten Nebengebäuden rechts und links sowie der dahinter liegende alte evangelische Friedhof werden überplant.
Die ehemalige Moschee (Mitte) mit den genutzten Nebengebäuden rechts und links sowie der dahinter liegende alte evangelische Friedhof werden überplant. © von der Beck, Peter

Das städtische Bauamt hat nun eine Machbarkeitsstudie für das Areal Alte Moschee/Alter Evangelischer Friedhof an der Bahnhofstraße in Auftrag gegeben. Das teilte Bauamtsleiter Marcus Henninger mit. Er berichtete auf Nachfrage, dass es schon erste Gespräche gegeben habe. Aktuell werden schon Vermessungsarbeiten durchgeführt.

Neuenrade – Zudem denkt die Verwaltung „im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung“ über Beteiligungsformate für die Bürger nach. Er könne sich vorstellen, dass man einen Ortstermin in eine Art Workshop verwandeln könne und dazu ein Online-Format anbiete, sagte Henninger. Das soll zeitnah geschehen.

Aktuell wird das Areal vermessen. Unter anderem waren Stefan Moisel und Waleri Eichhorn, Vermessungstechniker der Werdohler Firma Lockemann, mit der Bestandsvermessung auf dem Friedhof befasst. Dabei wurden auch die Bäume auf dem Friedhof erfasst. Stefan Moisel übertrug die Daten in einen mobilen Computer. Diese Datei wird dann an den Planer weitergeleitet, verarbeitet und ist schließlich die Grundlage für die Machbarkeitsstudie.

Das gesamte Areal besteht aus der ehemaligen Moschee nebst angrenzenden Gebäuden. Hinzu kommt eben der alte Evangelische Friedhof. Diese Maßnahme läuft unter dem Oberthema Stadtentwicklung und ist mithin Teil des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes.

Stefan Moisel und Waleri Eichhorn, Vermessungstechniker der Werdohler Firma Lockemann, waren in der vergangenen Woche mit der Bestandsvermessung auf dem Friedhof befasst.
Stefan Moisel und Waleri Eichhorn, Vermessungstechniker der Werdohler Firma Lockemann, waren in der vergangenen Woche mit der Bestandsvermessung auf dem Friedhof befasst. © von der Beck, Peter

Die Machbarkeitsstudie mit dem Namen „Moschee“ sollte eigentlich schon 2019 in Auftrag gegeben sein. Sie kostet 15 000 Euro bei einem kommunalen Eigenanteil in Höhe von 6000 Euro. Die Machbarkeitsstudie „Umgestaltung evangelischer Friedhof” sollte ebenfalls schon 2019 realisiert werden. 10 000 Euro, bei einem Eigenanteil von 4000 Euro soll das Vorhaben kosten. Entsprechend verzögern wird sich natürlich die Umsetzung. Auch dafür wurde schon einmal eine Geldsumme veranschlagt: Die Umsetzung des Vorhabens „Moschee“ kostet demnach mit Rückbau von Gebäuden und Entsiegelung rund 300 000 Euro, bei einem Eigenanteil von 120 000 Euro für die Stadt. Die Umgestaltung des evangelischen Friedhofs wird mit 100 000 Euro veranschlagt, hier beträgt der kommunale Eigenanteil 40 000 Euro. Zumindest hierfür gibt es offensichtlich schon konkrete Ideen. „Der Friedhof soll in den nächsten Jahren in einen Ruhepark umgewandelt werden,“ heißt es auf einem Schild der Friedhofsverwaltung. Für die Umsetzung waren laut Isek-Plan die Jahre 2024 bis 2025 vorgesehen. Das wird sich wohl verzögern.

Zum weiteren Hintergrund: Die Stadt hatte die Moschee und die Nebengebäude vom türkisch-islamischen Kulturverein bereits 2017 gekauft. Gleichzeitig hatte die islamische Gemeinde dann den Neubau am Schöntaler Weg angeleiert. Der Plan war, dass die Gemeinde bis zur geplanten Fertigstellung der neuen Moschee im alten Gebäude bleiben sollte und dafür ortsübliche Miete bezahlt – das bewegte sich im mittleren vierstelligen Bereich. Inzwischen hat sich die Fertigstellung der Moschee und damit der Bezugstermin ziemlich verzögert, nach einer Karenszeit musste die Gemeinde aus der alten Moschee raus und sich nun übergangsweise etwas anderes zum Beten suchen. Denn für die Stadt pressierte es inzwischen, die eigenen Planungen mussten zurückgestellt werden. Inzwischen scheinen die Mitglieder des Kulturvereins nun vorübergehend eine andere Bleibe zu haben – an der Werdohler Straße.

Bleibt die Frage, was nun konkret mit dem überplanten Gebiet geschehen soll. Neuenrades Bauamtsleiter Marcus Henninger jedenfalls glaubt, dass es in Richtung Wohnwirtschaft gehen könnte. Aber man gehe natürlich ergebnisoffen an die Angelegenheit ran. Klar ist jedenfalls, dass es einen wirtschaftlichen Rahmen geben wird. Sicher nicht einfach, angesichts der aktuellen Situation in der Baubranche.

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