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Als erst dritte Schule im MK: Waldorfschule Neuenrade ist jetzt Naturpark-Schule

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Von: Peter von der Beck

Neben dem Zertifikat überreichte der Geschäftsführer des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge, Detlef Lins, der Schule auch einen Satz Entdeckerwesten mit hilfreichen Werkzeugen wie Becherlupe.
Neben dem Zertifikat überreichte der Geschäftsführer des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge, Detlef Lins, der Schule auch einen Satz Entdeckerwesten mit hilfreichen Werkzeugen wie Becherlupe. © von der Beck, Peter

Die Waldorfschule Neuenrade ist jetzt Naturpark-Schule. Diese Auszeichnung vom Verband Naturparke und dem Naturpark Sauerland-Rothaargebirge bekam die Schule am Donnerstagvormittag verliehen.

Stolz präsentierten dabei Viert- und Drittklässler mit Gedichten und Erläuterungen einzelne Natur-Stationen und dokumentierten so, warum die Schule preiswürdig ist. Lehrerin Susan Kaiser-Geue moderierte das Ganze. Sie hatte das Projekt initiiert, konzipiert und eingereicht. Das Thema naturnahe Erziehung ist ohnehin auch Teil des Schulkonzeptes.

Die Auszeichnung erhielten Kinder und Schulleitung aus den Händen von Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper in ihrer Eigenschaft als stellvertretende Vorsitzende des Naturparks und im Beisein von Naturpark-Geschäftsführer Detlef Lins. Auch Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) war dabei. Schließlich, so war zu erfahren, ist die Waldorfschule in Neuenrade die erste Schule mit dieser Zertifizierung, die dritte im Märkischen Kreis und die achte im Beritt des Naturparks. Ein großes Gebiet, der Park erstreckt sich von Burbach im Süden bis Menden im Norden und von Halver im Westen bis Medebach im Osten. Der Park-Verein hat zudem 40 Mitgliedskommunen. Nicht nur den Preis erhielt die Schule, sondern auch einen Satz Entdeckerwesten für die Kinder, die unter anderem mit Becherlupen ausgestattet sind.

Kinder präsentieren ihre Natur-Orte

Die Kinder präsentierten begeistert ihre Natur-Orte: Da ist das Schafgehege mit Stall und Wolle-Verwertung, das Projekt Fledermausnistkästen, ein Refugium für Schnecken, Vögel, Echsen und ein halbfertiges Natur-Tipi. Das konnten die Kinder nicht weiterbauen, weil kurzfristig ein Amselpärchen dort zum Brüten eingezogen war und nicht gestört werden wollte. Kaiser-Geue und die Kinder zeigten noch eine vor Jahren gepflanzte Hecke, die nun schön dicht ist, Nistmöglichkeiten bietet und die Streuobstwiese abgrenzt, wo einige kleinere Obstbäume stehen.

Interessiert und aufgeschlossen: Waldorfschüler begutachten Blätter der Neuenrader Gerichtslinde.
Interessiert und aufgeschlossen: Waldorfschüler begutachten Blätter der Neuenrader Gerichtslinde. © von der Beck, Peter

Bürgermeister Wiesemann sagte in einer kurzen Ansprache, er freue sich darüber, dass der Natur in der Waldorfschule ein hoher Stellenwert eingeräumt werde und mahnte mit einem Zitat: „Wir brauchen die Natur, die Natur braucht aber uns nicht.“ Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass man den sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen verinnerliche. Bei einem Quiz musst der Bürgermeister gemeinsam mit Schulmanager Klaus Giljohann ran. Dienstel-Kümper stellte die Fragen. Gottlob hatten die beiden Herren den Kinder-Joker, den sie einsetzen konnten – die Kinder wussten alle Antworten. Fragen gab es zu den Themen Mauswiesel, Bambi, Waldpolizei und nach dem berühmtesten Baum Neuenrades.

Kräutergarten direkt hinter der Schulküche

Hochbeete galt es noch zu bestaunen, Klaus Giljohann präsentierte noch einmal das Großbauvorhaben der Waldorfschule und erläuterte die Einbindung ins Waldorfschulkonzept. Viele Details unterstreichen dabei die Nachhaltigkeit des Konzeptes. So muss der Koch der noch zu erbauenden Mensa später nur eben aus der Küchentür gehen, um in den Kräutergarten zu gelangen. Unterm Strich konnte sich die Waldorfschule, die aktuelle enormen Zuspruch erfährt, bestens präsentieren.

Der Verein Naturpark Sauerland-Rothaargebirge hat ein Interesse daran, Schulen und Kitas einzubinden. Beim Märkischen Kreis kümmert sich die promovierte Biologin Dr. Kerstin Heyl unter anderem darum. Sie berät und unterstützt und ist per E-Mail an kerstin.heyl@npsr.de erreichbar. Ziel der Naturpark-Führung ist es, möglichst in jeder Kommune eine Naturpark-Schule und einen Naturpark-Kindergarten zu etablieren.

Die Ziele des Naturpark-Vereins

Naturpark-Geschäftsführer Detlef Lins verwies noch auf weitere Ziele des Vereins neben der Bildung: Regionalität mit all den Produkten der Region fördern; naturverträglichen Tourismus etablieren und natürlich Naturschutz. Aktuell will man sich um Verhaltensregeln für den Wald kümmern und versuchen, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.

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