1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Apothekerin investiert in die Zukunft

Erstellt:

Von: Peter von der Beck

Kommentare

Die Gertruden Apotheke in Neuenrade wird wieder modernisiert.
Die Gertruden Apotheke in Neuenrade wird wieder modernisiert. © Peter von der Beck

Alexandra Simons investiert 250 000 Euro in ihre Gertruden-Apotheke: Die Investition dient der Zukunftssicherung der einzigen Apotheke in Neuenrade. Und auch die Kunden werden davon profitieren.

Neuenrade – So wurde das automatische Warenlager, das technische Herz der Apotheke, ausgetauscht. Die Gertruden-Apotheke hat damit einen „Arzneimittellagerautomaten“ vom deutschen Hersteller BD Rowa erhalten. Das Gerät stamme von dem Technologieunternehmen aus Kelberg in der Eifel, welches bereits 1000 sogenannte Kommissionierautomaten in Krankenhäusern, Apotheken und ähnlichen Einrichtungen in 53 Ländern installiert habe, heißt es in einer Pressemitteilung der Apothekerin.

Besonderer Service möglich

Der Clou: Die neueste Generation der Technik, so wie sie in Neuenrade verbaut wurde, bietet den Apothekenkunden die Möglichkeit, Vorbestellungen oder von Arztpraxen angewiesene Medikamente rund um die Uhr zu erhalten. So kann nach telefonischer Bestellung mittels QR-Code, den die Apotheke direkt auf das Handy der Kunden schickt, das gewünschte Arzneimittel eben auch außerhalb der Öffnungszeiten abgeholt werden. Simons: „Ein echter Rund-um-die-Uhr-Service, mit dem wir unseren Kunden einen Mehrwert bieten, den es so nicht oft gibt.“

19000 Lagerplätze für Arzneimittelpackungen

Nach wie vor wird aber bei rosafarbenen Rezepten eine Beratung vor Ort erforderlich. Kunden, die das Medikament dann nicht gleich mitnehmen können, weil es beispielsweise noch geordert werden muss, sind dann aber in der Lage auch außerhalb der Öffnungszeiten am Terminal die Arznei zu holen. Die Kapazitäten des neuen Lagerautomaten sind enorm. „19 000 Lagerplätze für Arzneimittelpackungen sind vorhanden, die nun nach und nach befüllt werden“, sagte Pharmazeutin Simons.

Hardware ist schon eingebaut

Der Umbau geschah und geschieht während des laufenden Apothekenbetriebes, denn Simons möchte die Apotheke auf keinen Fall einen oder mehrere Tage für die Baumaßnahmen schließen. So wurde eine Mittagspause eingeführt, welche Angestellte und Apothekerin für die Organisation des Regelbetriebes für den restlichen Tag benötigen. An Umbauzeit wurden insgesamt gut drei Wochen angesetzt. Derzeit ist die Hardware eingebaut, auch das Terminal steht schon, jetzt geht es an die Programmierung. Wohl gut anderthalb bis zwei Wochen werden ins Land gehen, bis alles wie geplant funktioniere, hieß es aus dem Hause Simons. Damit ist dann ein weiterer großer Schritt zur Zukunftssicherung der Arzneimittelversorgung in Neuenrade getan.

Rückblick auf harte Coronazeiten

Von Alexandra Simons heißt es, dass das Gesundheitssystem in Deutschland durch die Corona-Pandemie an seine Grenzen gebracht worden sei, sich aber doch bis heute bestens bewährt habe. Das gelte auch für die vielen vor Ort versorgenden Apotheken. Auch bei der Gertruden-Apotheke habe man sich flexibel zeigen müssen: Sei es mit der Sicherstellung des dringend notwendigen Lieferdienstes oder der Beratung von Apothekenkunden in der Apotheke zur Zeit der harten Lockdowns.

Immer wieder Investitionen

In der Tat: Sehr früh in der Pandemie hatte Simons reagiert und die Räume der Apotheke coronagerecht umgebaut und in der Krise sogar um 50 Prozent erweitert, neue Behandlungs- und Beratungsmöglichkeiten geschaffen und das Medikamentenlager vergrößert. Lob gab es hier von Simons für ihr Team: Wohl an keinem einzigen Tag ist die Arzneimittelversorgung in Neuenrade in den zurückliegenden Jahren ausgefallen. „Trotz auch zahlreicher Infektionsfälle im Apothekenteam: Die Apotheke war immer da und für die Patienten in Neuenrade und Umgebung geöffnet. Eine Unterversorgung mit Desinfektionsmitteln, Handschuhen oder Schutzmasken – alles das war kein Thema in Neuenrade,“ sagt Simons.

Digitales Rezept und Digitalisierung als Chance

Ehemann und Apotheker Dr. Sven Simons jedenfalls freut sich über diesen wichtigen Schritt hin zur Digitalisierung. Und er freut sich, dass man nun zumindest in Westfalen-Lippe als Modellregion schon mal das digitale Rezept testet. Simons jedenfalls ist davon überzeugt, dass man „mit der Digitalisierung Gutes stiften kann. Wir sollten sie echt als Chance sehen.“ Israel erwähnt er und verweist auf Österreich, wo man „über Nacht“ das digitale Rezept eingeführt habe. „Und es hat funktioniert.“ Dr. Simons ist Co-CEO der Unternehmung gesund.de, die sich als Deutschlands erste zentrale Gesundheitsplattform bezeichnet.

Auch interessant

Kommentare