Lösungsmöglichkeiten diskutiert

Aldi-Markt auf der Niederheide: Verkehrsprobleme befürchtet

+
Die Zufahrt zum ehemaligen Sportplatz-Gelände auf der Niederheide ist noch gesperrt. Hier soll jedoch eine Bebauung realisiert werden, sich unter anderem der Discounter Aldi ansiedeln.

Neuenrade – Der Märkische Kreis will den Autofahrern, die im geplanten Aldi-Markt auf der Niederheide eingekauft haben und das Gelände wieder verlassen wollen, das Linksabbiegen auf die Bundesstraße erlauben.

Das teilte Neuenrades Bauamtsleiter Marcus Henninger am Mittwoch während der Sitzung des Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses im Saal des Hotels Kaisergarten in einem Zwischenbericht zum Bauprojekt Niederheide mit. 

„Der Märkische Kreis lehnt es ab, die vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts festzulegen.“ Die Verkehrsbehörde rechne offenbar damit, dass sich ohnehin längst nicht alle Autofahrer an die Vorschrift halten würden. Das erstaunte den Ausschussvorsitzenden Mark Hantelmann (CDU), der als Rechtsanwalt und Notar tätig ist: „Es ist spannend, dass die Rechtslage angepasst wird, weil befürchtet wird, dass sich viele Menschen nicht daran halten. Das habe ich anders gelernt.“ 

Kreisverkehr als Option?

SPD-Politiker Thomas Wette hatte bereits während der Sitzung des Gremiums im Januar dieses Jahres Bedenken geäußert, für Linksabbieger könne es an der Bundesstraße je nach Tageszeit zu langen Wartezeiten kommen: „Die Bürger werden uns sagen: ,Das hättet ihr vorher wissen können.‘“ Die Verkehrssituation werde sicherlich problematisch, das sei klar. Deshalb erkundigte sich der Sozialdemokrat, ob man an besagter Stelle nicht über einen Kreisverkehr nachdenken könne. 

Dass ein Kreisel gebaut werden könne, sei „sehr unwahrscheinlich“, meinte Bauamtsleiter Henninger: „Aldi würde dadurch Stellplätze verlieren.“ Zwar seien tatsächlich auf den ersten Blick viele Parkplätze geplant, aber: „Es sind so viele, dass es für den Discounter funktioniert. Die Kunden müssen auf Anhieb einen Parkplatz finden, sonst fahren sie wieder.“ Darüber hinaus wies er auf die hohen Baukosten für einen solchen Kreisel hin, die vermutlich keiner der Beteiligten tragen wolle. 

Lidl will Ansiedlung des Konkurrenten verhindern

Ein „bemerkenswertes Beteiligungsformat“ zur geplanten Aldi-Ansiedlung sei die Stellungnahme der Verantwortlichen des Discounters Lidl, stellte Henninger fest. Lidl betreibt in der Hönnestadt bereits eine Filiale im Bereich Mühlendorf. In dem Schreiben an die Stadtverwaltung hatten die Verfasser argumentiert, es könne zu einer Verlagerung des Stadtzentrums kommen, falls die Aldi-Filiale auf der Niederheide gebaut wird. Die sogenannte integrierte Lage werde bemängelt, erklärt Henninger – und stellte fest: „Es würde zweifellos geeignetere Grundstück für die Ansiedlung geben, wenn sie denn verfügbar wären.“ 

Auch der Einwand der Lidl-Verantwortlichen, dass laut einer Bertelsmann-Studie die Bevölkerungsprognose für Neuenrade schlecht aussehe und mit der Bevölkerungszahl sicherlich auch das Kaufkraftpotenzial sinke, wollte Henninger so nicht stehen lassen. Die bisherigen negativen Prognosen hätten sich bereits nicht bewahrheitet, unterstrich er. „Aus unserer Sicht kommen die Bedenken der Lidl-Verantwortlichen nicht zum Tragen“, stellte der Bauamtsleiter fest. 

Dem konnte der Bündnisgrüne Ulrich Naumann nur zustimmen. Er kommentierte die Lidl-Stellungnahme mit den Worten: „Konkurrenzlosigkeit kann doch in diesem Bereich nicht gewünscht sein, oder?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare