Bauprojekt Niederheide

Aldi-Markt für Neuenrade: So hat der Bauausschuss entschieden

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Noch steht eine Absperrung auf der Zufahrt zum Baugebiet Niederheide. Bald sollen dort jedoch die Bagger anrollen, um einen Discounter und drei Mehrfamilienhäuser zu errichten.

Neuenrade – Kommunalpolitik in Zeiten von Corona steht unter der klaren Vorgabe Abstand zu halten. Und so saßen die Ausschussmitglieder jeweils durch einen freien Sessel vom Nachbarn getrennt im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Direkt vor dem Eingang stand ein großer Spender mit Desinfektionsmittel. Im Saal kümmerten sich die Kommunalpolitiker im Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss am Dienstagabend um das wichtige Thema Niederheide. 

Dort sollen auf dem ehemaligen Sportplatz ein Aldi-Markt mit 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche und drei Mehrfamilienhäuser mit entsprechendem Parkraum entstehen. Ein Projekt, das sogar eine gewisse Rückholquote verspricht. Soll heißen, dass durch den Markt für Neuenrade verlorene Konsumenten wiedergewonnen würden. 

Im Parallelverfahren

Um das Projekt möglichst schnell zu realisieren, wird dieses im Parallelverfahren durchgezogen, aber auch mit frühzeitiger öffentlicher Beteiligung. Das bedeutet: Die Veränderung des Flächennutzungsplans und der Bebauungsplan werden quasi gleichzeitig vorangetrieben. Der Grund: „Nur wenn wir 2020 auch Planungsrecht schaffen, kann der Zeitplan eingehalten werden“, sagte Bauamtsleiter Markus Henninger. Es pressiert also. Und noch liegen nicht alle Gutachten vollumfänglich vor. Das mit dem Einzelhandelsgutachten wesentlichste wurde allerdings schon präsentiert - und von der Bezirksregierung abgesegnet. 

Bei der notwendigen Veränderung des Flächennutzungsplans geht es auch um die beiden angrenzenden Betriebe, Zimmerei Ross und Firma Büsche. So sind Erweiterungsflächen mit berücksichtigt. Henninger wies zudem auf die geplante Verkehrssituation hin. Demnach wird es auf der Bahnhofstraße eine Abbiegespur für aus Richtung Küntrop kommende Fahrzeuge geben. Wer vom dem Aldi-Gelände herunterfahren möchte, wird voraussichtlich ausschließlich nach rechts abbiegen können. Diese Maßnahme empfiehlt die zuständige Behörde, weil so Staus vermieden würden. 

Freilegung der Hönne eine Option

Der Grüne Ulrich Naumann meldete sich, um ein altes Anliegen des verstorbenen Ratsmitgliedes Dietrich Maurer zur Diskussion zu stellen. Demnach sollte die Hönne, die am Plangebiet entlang fließt, doch freigelegt werden. Bauamtsleiter Henninger sagte, dass die verrohrte Hönne dort ziemlich tief liege, eine Freilegung mithin einer Gracht gleichen würde, was für das Gewässer nichts bringe. Ein Gewässer zu renaturieren bedeute aber, diesem Raum zu geben. 

Sicherheitsabstand hielten die Mitglieder des Bauausschusses bei der Sitzung am Dienstag ein.

Die Hönne müsse also mäandern und brauche dann Ausdehnungspotenzial. Das kollidiere allerdings mit dem Bauprojekt und „würde die Nutzbarkeit des Grundstückes erheblich einschränken“. Auch die Reservefläche für die Schule gelte es zu berücksichtigen. „Wenn die Hönne dort ans Licht geholt werden solle, wäre das „ein Paradigmenwechsel“, sagte Henniger. Er reduzierte seine Ausführungen auf die Entscheidung: Discounter oder Freilegung der Hönne. 

FWG möchte einen Fahrradweg

Detlef Stägert von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) brachte noch einen Fahrradweg ins Spiel, der allerdings über das benachbarte Firmengrundstück führen würden. Naumann erwähnte noch einen halboffenen Steg, der über die freigelegte Hönne führen könne. Bauamtsleiter Henninger sagte dazu, dass das „technisch möglich, aber auch sehr kostspielig“ sei. Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) verwies darauf, dass die Verwaltung das Radwegeproblem auf dem Schirm habe. 

Die Abstimmung war eindeutig. Dem Rat wird die Aufstellung des neuen Bebauungsplanes und des neuen Flächennutzungsplan einstimmig empfohlen. Der Grüne Naumann durfte nicht mitstimmen.

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